Jun 062018
 

Am 04.06.2018 veranstaltete die DGE-Sektion Mecklenburg-Vorpommern mit 26 Teilnehmerinnen aus dem Bereich der Ernährungstherapie, Ernährungsberatung sowie Seniorenpflege ein Seminar zur Hyperurikämie.

Diplom-Ökotrophologin Christiane Schäfer referierte über dieses wichtige Thema, welches für immer mehr Menschen, besonders auch in Mecklenburg-Vorpommern, relevant wird. Hyperurikämie bedeutet, dass der Harnsäurewert (Harnsäure entsteht durch den Abbau von Purinen) im Blut über den Grenzwert von 6,5 mg/dl gestiegen ist. Klinisch kann sich dies dann z.B. in einem akuten Gichtanfall manifestieren, bei dem Kristalle aus der Harnsäure in wenig durchbluteten Geweben (v.a. Knorpel) ausfallen und dort für sehr schmerzhafte Entzündungen sorgen. Typischerweise passiert das im Großzehen-Grundgelenk, aber auch andere Gelenkknorpel oder der knorpelige Anteil der Ohrmuschel können betroffen sein. Die Ursachen können sehr vielfältig sein, daher reicht es in der Ernährungstherapie nicht mehr aus, nur auf den Puringehalt der verzehrten Lebensmittel zu achten. Es muss zunächst überblickt werden, aus welchen körpereigenen Quellen vermehrt Harnsäure entsteht, denn nicht nur die übermäßige Zufuhr purinhaltiger Lebensmittel wie Fleisch, Innereinen, Haut oder Hülsenfrüchte können den Harnsäurespiegel erhöhen, sondern – und das teilweise in noch höherem Maß – auch übermäßige Zellabbauprozesse im Körper. Continue reading »

Mai 152018
 

Kooperation mit Special Olympics Deutschland

(dge) Die DGE veröffentlicht zum ersten Mal die 10 Regeln für eine vollwertige Ernährung in Leichter Sprache. Dadurch schafft sie bei Menschen mit geistiger Behinderung nicht nur ein Bewusstsein für eine gesundheitsfördernde Ernährung, sondern integriert diese Menschen auch aktiv. Denn die 10 Regeln vermitteln handlungsorientiertes Ernährungswissen. Dieses Wissen befähigt Menschen mit geistiger Behinderung mitzubestimmen, wenn es um ihre Ernährung geht. Mit der Einführung der 10 Regeln in Leichter Sprache will die DGE die gesundheitliche Chancengleichheit von Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung verbessern. Ermöglicht wurde die Übersetzung in Leichte Sprache durch eine Kooperation im Rahmen des Gesundheitsprogramms Healthy Athletes® mit Special Olympics Deutschland. Zur Eröffnung des Gesundheitsprogramms wurde heute in Kiel der Kooperationsvertrag mit der DGE unterzeichnet.

Gemeinsam mit Special Olympics will die DGE Menschen mit geistiger Behinderung stärker an der eigenen Gesundheitsfürsorge beteiligen. Dadurch können sie selbstbestimmter leben und sich gesundheitsfördernd ernähren und bewegen.

Hier können die 10 Regeln der DGE in leichter Sprache heruntergeladen werden:

https://www.dge.de/uploads/media/LS-10-Regeln-der-DGE.pdf

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Mai 152018
 

(dge) Anerkannte Ernährungsberater sind qualifizierte Fachkräfte mit einer Ausbildung oder einem Studium. Ihr Beruf erfordert vielfältige Kenntnisse und Kompetenzen, denn sie beraten Menschen in Bezug auf ihre Ernährung und ihre Gesundheit.
Die anspruchsvolle Qualifizierung durch eine Ausbildung oder ein Studium in Kombination mit einem Zertifikat bürgt für die hohe Qualität der Beratungsleistung. Eine qualifizierte Ernährungsberatung kann nicht von kurzfristig geschulten Menschen übernommen werden.

Die Berufsbezeichnung „Ernährungsberater“ ist rechtlich nicht geschützt. Dadurch ist es für Verbraucher einerseits schwierig, seriöse von unseriösen Angeboten zu unterscheiden. Andererseits stehen Interessierte, die den Beruf des Ernährungsberaters ergreifen wollen, vor einer Fülle von teilweise zweifelhaften Bildungsangeboten. Continue reading »

Apr 252018
 

(dge) Aus den Ergebnissen einer kürzlich erschienenen Studie im Lancet (Wood et al. 2018) schließen die Autoren, dass ein Grenzwert für den Alkoholkonsum unter Berücksichtigung des geringsten Risikos für die Gesamtsterblichkeit bei 100 g/Woche liegt. Für kardiovaskuläre Erkrankungen, mit Ausnahme des Herzinfarktes, kann kein Grenzwert benannt werden. Ein niedrigerer Alkoholkonsum war immer auch mit einem geringeren Krankheitsrisiko assoziiert. Für die Studie wurden die Daten zur Alkoholzufuhr von knapp 600 000 Personen im Zusammenhang mit dem Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen sowie zur Mortalität ausgewertet. Die Daten stammen aus drei großen Kohortenstudien (the Emerging Risk Factor Collaboration, EPIC-CVD, UK Biobank).

Diese Ergebnisse stehen nicht im Widerspruch zu den Referenzwerten für Alkohol der DGE. Sie gibt als Richtwert für eine maximal tolerierbare Alkoholzufuhr 10 g/Tag für gesunde Frauen und 20 g/Tag für gesunde Männer an. Dabei entsprechen 20 g Alkohol ca. 0,5 l Bier, 0,25 l Wein oder 0,06 l Weinbrand. Diese Angaben dürfen allerdings nicht als Aufforderung verstanden werden, täglich Alkohol zu konsumieren. Es kann jedoch keine Alkoholmenge angegeben werden, die bei regelmäßigem Konsum als unbedenklich bezüglich verschiedener negativer gesundheitlicher Folgen bezeichnet werden kann.

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen gibt an, dass auch bei einem risikoarmen Konsum mindestens zwei alkoholfreie Tage pro Woche eingehalten werden sollten.

Bildquelle: Fotolia / arborpulchra

Apr 252018
 

Der Flyer „Vegan essen – klug kombinieren und ergänzen“ bringt auf den Punkt, worauf Veganer achten sollten, um sich ausreichend mit Nährstoffen zu versorgen. Bei der veganen Ernährungsweise steht die Versorgung mit Protein, langkettigen Omega-3-Fettsäuren, Calcium, Eisen, Jod, Zink, Selen sowie Vitamin B12, B2 und Vitamin D im Fokus.
Leicht verständlich, mit IN FORM-Rezeptidee und Tipps für eine bedarfsdeckende Ernährung, eignet sich der Flyer auch für den Einsatz in der Ernährungsberatung. „Vegan essen – klug kombinieren und ergänzen“ gibt es kostenfrei als PDF zum Download. Beratungskräfte können ihn im 10er Pack zum Preis von 2,00 € zzgl. Versandkosten im DGE-MedienService bestellen.

DGE-Position Vegane Ernährung
FAQs Vegane Ernährung

Apr 242018
 

Im Alter rückt der Ernährungszustand häufig ungewollt in den Hintergrund. Bestehende Erkrankungen zu behandeln hat meist Vorrang. Doch auch das Erkennen bzw. Vermeiden eines Mangelernährungs-Risikos trägt wesentlich zur Genesung bzw. Abmilderung eines Krankheitsverlaufes bei. Nicht zuletzt ist die Lebensqualität im Alter stark mit einem angemessenen Ernährungszustand verknüpft. Wie aber erkenne ich das Risiko einer Mangelernährung und wie kann ich dem entgegenwirken? Antworten auf diese Fragen, sowie die Themen Ernährung bei Krebserkrankungen, Demenz und Nierenerkrankungen wurden von der Referentin Svenja Huhndorf in dem Seminar „Vermeidung von Mangelernährung im Alter – Was können wir tun?“ ausführlich und praxisnah gegeben. Ein besonderes Highlight des Seminars war die Praxiseinheit. In der konnten die Teilnehmer die unterschiedlichen Formen der Zusatzkost probieren und durch eine Alterssimulation nachempfinden, welche Herausforderungen sich für ältere Personen beim Essen ergeben.

Das Seminar fand am 20.4.2018 in der Zeit von 10:00- 16:30 Uhr mit 13 Personen in Schwerin statt.

Apr 242018
 

Mindestens zwei Mal im Jahr trifft sich das Netzwerk Ernährungsberatung MV, um sich fachlich auszutauschen, Fallbeispiele durchzugehen oder sich in Mini-Workshops fortzubilden. Das Netzwerk ist offen für alle Ernährungsfachkräfte, die zertifiziert sind bzw. sich im Zertifizierungsprozess befinden. Am Montag den 23.4.2018 stand das Thema Social Media im Vordergrund. Welche Möglichkeiten und welche Grenzen haben Social Media für das Netzwerk? Mit welchem redaktionellen Aufwand muss gerechnet werden und wen wollen wir tatsächlich erreichen? Diese und weitere Fragen wurden in einem Mini-Workshop bearbeitet mit dem Ergebnis, dass das Netzwerk zukünftig auch in den sozialen Medien unter Netzwerk Ernährungsberatung MV präsent ist. Somit ist eine weitere Plattform für den fachlichen, schnell verfügbaren Informationsaustausch entstanden, der gerade in einem Flächenland, wie Mecklenburg-Vorpommern es ist, sehr hilfreich ist.

Mrz 142018
 

(dge) Mit der steigenden Zahl an Vegetariern nimmt die Nachfrage nach vegetarischen Gerichten in der Gemeinschaftsverpflegung (GV) kontinuierlich zu. So sind vegetarische gleich nach regionalen Speisen die Trendangebote der GV im letzten Jahr. Um Einrichtungen und Caterer bei der Gestaltung einer gesundheitsfördernden vegetarischen und vielfältigen Verpflegung zu unterstützen, hat die DGE Kriterien für eine ovo-lacto-vegetarische Menülinie in der Gemeinschaftsverpflegung entwickelt. Am 13. März 2018 stellte die DGE diese Kriterien im „Forum Schulcatering“ auf der Internorga vor.

Die Kriterien für die ovo-lacto-vegetarische Menülinie ergänzen die DGE-Qualitätsstandards . Basis sind die Anforderungen an die Lebensmittelqualitäten und -häufigkeiten aus den DGE-Qualitätsstandards. Der Fokus liegt auf den notwendigen Veränderungen bei einer vegetarischen Menülinie.

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Mrz 082018
 

(dge) Am 7. März 2018, dem bundesweiten Tag der gesunden Ernährung, ist die DGE für ihre JOB&FIT-Zertifizierung mit dem Dr. Rainer Wild-Preis 2018 ausgezeichnet worden. Die Basis für diese Zertifizierung ist der „DGE-Qualitätsstandard für die Betriebsverpflegung“, den die DGE im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) entwickelt hat. Betriebe, die festgelegte Kriterien in den Qualitätsbereichen Lebensmittel, Speiseplanung und -herstellung sowie lebensweltbezogene Kriterien erfüllen, sind berechtigt, das JOB&FIT-Zertifikat zu tragen. Prof. Dr. Margit Bölts nahm die Silbermedaille und den mit 5 000 EUR dotierten Preis für die DGE von Prof. Dr. Rainer Wild in Berlin entgegen.

Die Leiterin des Referats Gemeinschaftsverpflegung und Qualitätssicherung der DGE bedankte sich für die Würdigung des Engagements und betonte: „Es liegt uns sehr am Herzen, mit den DGE-Qualitätsstandards die Verpflegung in Gemeinschaftseinrichtungen zu verbessern. Ein ausgewogenes Speisenangebot am Arbeitsplatz leistet einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit und nimmt als Teil der betrieblichen Gesundheitsförderung einen bedeutenden Stellenwert ein.“ Bölts begrüßte in ihrer Preisrede die Nominierung von zwei Betrieben, die in vorbildlicher Weise eine gesundheitsfördernde und nachhaltige Betriebsverpflegung in der Praxis umsetzen. „Sie unterstützen damit unser Ziel, Berufstätige „anzustupsen“ und zu überzeugen, täglich ein gesundheitsförderndes Speisenangebot zu wählen.“ sagte sie.

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Feb 272018
 

Fasten ist zum Abnehmen ungeeignet

Wer fastet, verzichtet freiwillig völlig oder teilweise auf Nahrung. Im Rahmen einer Fastenkur setzen sich Fastende oft mit ihrem Körper, ihrer Gesundheit und ihrer Ernährung auseinander. Deshalb kann es den Einstieg in eine gesundheitsfördernde Ernährung bereiten. Fasten eignet sich nicht als Diät und führt zeitlich befristet nicht zu einer langfristigen Gewichtsabnahme. Es sei denn, der Fastende ändert gleichzeitig seinen Lebensstil. Je nach Fastenart kann sogar eine ausgewogene Nährstoffzufuhr gefährdet sein. Senioren, Schwangere, Stillende, Jugendliche oder Kinder sollten auf Fasten gänzlich verzichten. Gleiches gilt für Menschen mit bestimmten Krankheiten wie Essstörungen oder Leber- und Nierenkrankheiten. Weit verbreitet sind hierzulande das Heil-, Basen- und Intervallfasten.

Heilfasten hat eine jahrtausendalte Tradition und zielt darauf ab, Körper, Geist und Seele zu reinigen. Es wird sowohl zur Gesundheitsprävention als auch zur Therapie bei bestimmten Krankheiten angewendet. Heilfasten sollte unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Eine Heilfastenkur dauert üblicherweise 7-10 Tage. Zudem sollten ein Vorbereitungstag mit ca. 1.000 kcal/Tag inklusive Verzicht auf Koffein, Alkohol und Nikotin sowie nach dem Fasten drei Tage zur Normalisierung des Essverhaltens eingeplant werden. Während der Fastentage wird dem Körper nur eine sehr geringe Energiemenge von max. 500 kcal/Tag in Form flüssiger Nahrung zugeführt. Vorteilhafte Effekte des Heilfastens sind bei bestimmten Krankheiten, beispielsweise für das Metabolische Syndrom, chronische Entzündungen oder psychosomatische Krankheiten wissenschaftlich belegt. Gesunde Menschen können diese Fastenart als Einstieg in eine Gewichtsabnahme nutzen; zum dauerhaften Abnehmen ist sie aber ungeeignet.

Durch Basenfasten soll der Körper entsäuert werden – eine Methode, die häufig in der Alternativmedizin angewendet wird. Basenfastende dürfen nur Lebensmittel verzehren, die als basisch gelten, wie Gemüse, Obst sowie einige Nüsse und hochwertiges Lein-, Oliven- oder Rapsöl. Als Getränke stehen Quellwasser sowie verdünnte Kräutertees zur Verfügung. Wissenschaftliche Beweise für die Wirkung dieser Fastenmethode fehlen jedoch: Weder die Existenz von Schlacken im Körper ist nachgewiesen noch die Annahme, dass säurebildende Lebensmittel den Säure-Basen-Haushalt des Körpers stören. Weil lebenswichtige Nährstoffe auf Dauer in zu geringen Mengen zugeführt werden könnten, rät die DGE von langfristigem Basenfasten ab.

Intervallfasten bedeutet tage- oder stundenweise auf Nahrung zu verzichten. Es gibt unterschiedliche Konzepte mit zwei aufeinander folgenden Fastentagen bzw. zwei festgelegten Fastentagen pro Woche oder alternierendes Fasten. Empfehlungen, welche Lebensmittel an den restlichen Tagen ausgewählt werden sollten, sucht der Fastende meist vergeblich. Intervallfasten soll als Dauerkost angewendet werden und in der Regel will der Fastende damit langfristig Gewicht reduzieren. Dem Intervallfasten werden verschiedene gesundheitsfördernde Wirkungen auf den Stoffwechsel zugeschrieben. Wissenschaftliche Studien zu Langzeitfolgen des Intervallfastens liegen nicht vor. Bisherige Daten deuten auf eine positive Wirkung auf Gesundheit und Gewichtsabnahme hin. Die DGE hält Intervallfasten für nicht sinnvoll, um sein Gewicht langfristig zu regulieren, da konkrete Empfehlungen zur Lebensmittelauswahl fehlen. Eine Ernährungsumstellung hin zu einer ernährungsphysiologisch günstigen Lebensmittelauswahl findet dadurch in der Regel nicht statt.

 Heilfasten, Basenfasten, Intervallfasten – ein Überblick (DGEinfo 02/2018)

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