Sep 262019
 

Neue DGE-Fachgruppe gestaltet Science Slam

Die neu gegründete DGE-Fachgruppe der „Early Career Scientists“ (ECS) möchte die Zukunft der DGE aktiv mitgestalten. Ihr Ziel ist es, neben der interdisziplinären Vernetzung junger Wissenschaftler*innen, den wissenschaftlichen Austausch zwischen Early Career Scientists im In- und Ausland zu fördern. Die neue DGE-Fachgruppe besteht aus Studierenden, wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen und PostDocs. Sie versteht sich als Sprachrohr für die Interessen junger Wissenschaftler*innen innerhalb der DGE.

Die Ausrichtung eines Science Slams ist das erste Projekt, mit dem die ECS-Gruppe sichtbar wird. Im Rahmen des 57. DGE-Kongresses, der vom 11.–13. März 2020 in Jena stattfindet, bietet sie ihren Mitgliedern die Chance, eigene Arbeiten vor einem breiten Publikum zu präsentieren. Early Career Scientists aller Disziplinen sind eingeladen, sich auf einen der fünfminütigen Vorträge zu bewerben. Bis zum 1. November 2019 können sie per E-Mail (ecs(at)dge.de) ihre Abstracts einreichen. Insgesamt sind neun Vorträge zu vergeben.

Wenn Sie Mitglied der Early Career Scientists Group werden möchten, füllen Sie den Antrag zur Aufnahme in die Fachgruppe aus. Voraussetzung ist die DGE-Mitgliedschaft.

Sep 052019
 

Prof. Dr. Jakob Linseisen ist neuer DGE-Präsident

v.l.n.r: Prof. Dr. Britta Renner, Prof. Dr. Jakob Linseisen und Prof. Dr. Bernhard Watzl. ©DGE / Foto: Bastian Géza Aschoff[

Auf ihrer Jahresversammlung am 3. September 2019 in Bonn wählten die DGE-Mitglieder Prof. Dr. Jakob Linseisen von der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) für die nächsten drei Jahre zu ihrem Präsidenten. Er löst damit Prof. Ulrike Arens-Azevêdo ab, die seit 2016 die Geschicke der DGE lenkte. Prof. Dr. Britta Renner von der Universität Konstanz und Prof. Dr. Bernhard Watzl vom Max Rubner-Institut (MRI) in Karlsruhe übernehmen gemeinsam das Amt des Vizepräsidenten.

Jakob Linseisen ist stellvertretender geschäftsführender Direktor des Universitären Zentrums für Gesundheitswissenschaften am Klinikum Augsburg (UNIKA-T). Er leitet seit 2018 die „Selbstständige Forschungsgruppe Klinische Epidemiologie“ am Helmholtz Zentrum München (HGMU). Davor wirkte er maßgeblich an der Planung und Realisierung der NAKO-Gesundheitsstudie, der derzeit größten Langzeit-Bevölkerungsstudie in Deutschland, mit. Sein wissenschaftlicher Fokus liegt auf der Erforschung des Zusammenspiels von Ernährung, Stoffwechsel und der Entstehung bzw. dem Verlauf chronischer Krankheiten. Seit 2016 lehrt er am Lehrstuhl für Epidemiologie der LMU am UNIKA-T. Linseisen ist Mitglied des Leitungsgremiums des Kompetenzclusters der Ernährungsforschung enable zur Förderung einer gesunden Ernährung in allen Lebensphasen. Er ist langjähriges Präsidiumsmitglied und seit 2016 Vizepräsident der DGE.

Aug 222019
 

Neue Referenzwerte für Folat und Vitamin B12 berücksichtigt


Nährwerttabelle„Die Nährwerttabelle“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) ist in einer aktualisieren Auflage erschienen. Neben redaktionellen Änderungen sind in dieser sechsten Ausgabe die neuen Referenzwerte für Folat und Vitamin B12 berücksichtigt.

Auf 144 Seiten liefern die Autoren Prof. Dr. Helmut Heseker und Dipl. oec. troph. Beate Heseker umfassende Daten zu den in Deutschland am häufigsten verzehrten Lebensmitteln und Gerichten. Über 40.000 Nährstoffangaben finden sich in dem handlichen Softcover-Buch. Eine verständliche Orientierung ermöglicht das bewährte farbige Tabellensystem. Fachkräften rund um die Ernährungsberatung und -therapie, aber auch interessierten Verbrauchern erleichtert dieses Standardwerk so die Auswahl und die ernährungswissenschaftliche Beurteilung von rund 1300 Lebensmitteln und Gerichten:

Kurzgefasst

  • Neben den Gehalten an Energie, Protein, Fett, Fettsäuren und Cholesterin, Kohlenhydraten und Ballaststoffen, Mineralstoffen und einigen Spurenelementen und vielen Vitaminen sind Angaben zur Energiedichte sowie zu üblichen Portionsgrößen enthalten.
  • Zum Natriumgehalt ist zusätzlich auch der Speisesalzgehalt angegeben.
  • Für ausgewählte Lebensmittel informieren Übersichtstabellen über die Gehalte an Lactose, Fructose, Purin und Jod sowie trans-Fettsäuren.
  • Ergänzend sind die aktuellen Empfehlungen der DGE für die Umsetzung einer vollwertigen Ernährung aufgeführt.

Die Tabelle kostet weiterhin 9,90 Euro zzgl. 3,00 EUR Versandkosten und ist erstmalig im Umschau Zeitschriftenverlag erschienen. Die 144-seitige Publikation mit der Artikel-Nr. 120240¸ ISBN 978-3-930007-60-8 kann beim DGE-MedienService bezogen werden.

Aug 052019
 

Abwechslungsreich, arbeitsintensiv und fundiert – das Thema Ernährung bewegt


Zahlen und Fakten über die wissenschaftliche Arbeit der DGE, ihre Projekte und Aktivitäten liefert der DGE-Jahresbericht 2018. Als eines der zentralen Themen beschäftigte die DGE 2018 der Bereich Gemeinschaftsverpflegung (GV). So entwickelte die DGE sowohl Zertifizierungsmodelle für eine vegetarische Menülinie als auch für einzelne Menükomponenten. Ferner zeichnete die Dr. Rainer Wild-Stiftung das DGE-Zertifizierungssystem JOB&FIT für Betriebskantinen mit dem gleichnamigen Preis aus.

Die von der DGE durchgeführte „Studie zu Kosten- und Preisstrukturen in der Schulverpflegung (KuPS-Studie)“ lieferte im letzten Jahr wichtige Daten, die die Diskussion um das Schulessen in Deutschland wissenschaftlich untermauerten. Gesundheitsfördernde Mahlzeiten nachhaltiger zuzubereiten, damit unterstützt das DGE-Projekt „Nachhaltig (B)und Gesund“ Einrichtungen der GV.

Auch die DGE-Arbeitstagung widmete sich dem Bereich Gemeinschaftsverpflegung mit dem Thema „Konzepte, Lösungen, Perspektiven: Wie entwickelt sich die Gemeinschaftsverpflegung in Zukunft?“. Zeitgleich zum Tagungsbeginn startete die DGE mit @dge_wissen bei Twitter und einem Blog auf der DGE-Internetseite.

Des Weiteren standen im wissenschaftlichen Bereich die Überarbeitung der Referenzwerte für Vitamin B12 und Folat sowie das gemeinsam mit der Deutschen Adipositas-Gesellschaft e. V. (DAG) und der Deutschen Diabetes Gesellschaft e. V.  (DDG) für das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft erarbeitete Konsensuspapier: „Quantitative Empfehlung zur Zuckerzufuhr in Deutschland“ im Fokus. Ihre 10 Regeln für eine gesundheitsfördernde Ernährung erweiterte die DGE durch umfangreiche Hintergrundinformationen sowie eine Version in Leichter Sprache.

Aug 052019
 

Objektive wissenschaftliche Informationen zur Ernährungssituation – wichtiger denn je


50 Jahre DGE-Ernährungsbericht

Der DGE-Ernährungsbericht feiert 50. Geburtstag: Im Juli 1969 wurde die erste Ausgabe dieses Werks veröffentlicht. „Für Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Medien sowie Fachkräfte sind die 13 bisher erschienenen DGE-Ernährungsberichte eine fundierte, objektive Informationsquelle zu aktuellen relevanten Themen aus den Bereichen Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaft. Das ist heute und zukünftig in Anbetracht der Informationsflut, widersprüchlichen Aussagen und Fake News wichtiger denn je“, sagt Dr. Angela Bechthold, Leiterin des Referats Wissenschaft der DGE. „Ziel des Berichts war und ist es, aktuelle Daten zur Ernährungssituation in Deutschland sowie Ergebnisse von Forschungsvorhaben zu präsentieren, zu bewerten und Handlungsempfehlungen abzuleiten.“ Es handelt sich nicht nur um eine Momentaufnahme, sondern die DGE-Ernährungsberichte schreiben auch Daten wie z.B. den Lebensmittelverbrauch und die Häufigkeit von Adipositas über die Zeit fort. Damit dienen die Forschungsergebnisse und Aussagen dieses Mediums seit 50 Jahren als Entscheidungshilfe und Impulsgeber für ernährungs- und gesundheitspolitische Maßnahmen in Deutschland.

Vor einem halben Jahrhundert, heute und in Zukunft

1968 beauftragen die damaligen Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie für Gesundheitswesen die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) als neutrale Fachgesellschaft mit der Erstellung eines periodisch erscheinenden Berichts, der über die Situation der Ernährung der Bevölkerung Auskunft gibt. Den ersten Ernährungsbericht legte die DGE schon ein Jahr später vor. Neben der Grundlage für politische Entscheidungen rund um Ernährung und Gesundheit sollte er mit den Informationen zum Lebensmittelverbrauch Basis für die agrarpolitische Ausrichtung vor dem Hintergrund ernährungsphysiologischer Notwendigkeiten sein. Heute wird er im Auftrag und mit finanzieller Förderung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) herausgegeben. Ergänzend zur kontinuierlichen Berichterstattung sind im Laufe der Zeit zahlreiche Forschungsvorhaben im Rahmen der DGE-Ernährungsberichte gefördert worden. 
Die Themen des alle vier Jahre erscheinenden Mediums spiegelten so immer den Zeitgeist und die neuen Herausforderungen für die Oecotrophologie, Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften wider. Im ersten, 140 Seiten starken Ernährungsbericht wurde beispielsweise die Bedeutung der Frau als „Hüterin der Ernährung der Familie und ihrem Eintritt ins Berufsleben“ diskutiert. Schon 1972 im zweiten Bericht ging es um die „Ernährungserziehung in der Schule, der Erwachsenenbildung und in der beruflichen Weiterbildung“. Hinzu kamen im Laufe der Zeit weitere Themen wie Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Gentechnik, Strahlenbelastung, Diätformen, demografischer Wandel oder Gemeinschaftsverpflegung. Im nächsten, dem 14. DGE-Ernährungsbericht, erscheinen die Ergebnisse von Forschungsvorhaben zu veganer und vegetarischer Ernährung bei Kindern und Jugendlichen, zum Stillen sowie zur Mangelernährung in Krankenhäusern und Pflegeheimen.
 
Für die umfangreiche Erstellung des Periodikums arbeitet das Team aus DGE-Mitarbeiterinnen und Chefredakteur eng mit Wissenschaftlern und Forschungsnehmern von Universitäten und außeruniversitären Einrichtungen zusammen, deren Arbeit die Grundlage für den Bericht ist.

Jeder der seit 1969 erschienenen DGE-Ernährungsberichte ist als Buch veröffentlicht. Im Jahr 2004 gab es erstmals ergänzend eine CD-ROM. Mit der 13. Ausgabe im Jahr 2016 ist die DGE zu online-Vorveröffentlichungen einzelner Kapitel übergegangen. Sie sind auf der DGE-Internetseite frei verfügbar. Vor dem Hintergrund eines veränderten Mediennutzungsverhaltens arbeitet die Redaktion an neuen Konzepten für die Veröffentlichung zukünftiger DGE-Ernährungsberichte.
 
Verlässliche Aussagen – wissenschaftlich fundiert
„Was und wie viel wird in Deutschland gegessen? Welche Trends sind zu beobachten? Welche Maßnahmen sind notwendig, um die Ernährungssituation und Gesundheit der Menschen zu fördern? Und wo besteht Forschungsbedarf? Auf diese Fragen gibt der DGE-Ernährungsbericht auch in Zukunft wissenschaftlich fundierte und verlässliche Antworten“, sagt Dr. Angela Bechthold.

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Aug 052019
 

Positionspapier der Arbeitsgruppe Sporternährung der DGE


Das aktuelle Positionspapier der DGE-Arbeitsgruppe Sporternährung stellt die Bedeutung eines ausgeglichenen Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts für die sportliche Leistungsfähigkeit sowie Nutzen und Risiken einer Flüssigkeitszufuhr rund um die sportliche Belastung dar. Die aktuellen wissenschaftlichen Empfehlungen hierzu leitete die Arbeitsgruppe Sporternährung aus Stellungnahmen internationaler Fachgesellschaften ab. Die Position beantwortet Fragen zum Flüssigkeitsverlust im Sport vor, während und nach der Belastung, Auswirkungen eines Flüssigkeitsmangels, Empfehlungen zur Flüssigkeitszufuhr und informiert auch zum Thema Hyponatriämie oder absichtliche Dehydratation in Gewichtsklassensportarten.

In der Vergangenheit orientierten sich Sportler häufig an dem Leitsatz „Trinken bevor der Durst kommt“. Dadurch kann jedoch das Risiko für das Auftreten einer Hyponatriämie „Wasservergiftung“ erhöht sein, die in Extremfällen auch schon zu Todesfällen bei Freizeitsportlern, z. B. Triathleten und Marathonläufern, geführt hat. Dies verdeutlicht die besondere Bedeutung der Flüssigkeitszufuhr im Sport.

Eine ausreichende Hydratation ist eine wichtige Voraussetzung für Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Sportlers. Die Menge und die Art der Flüssigkeitszufuhr vor, während und nach der Belastung beeinflusst die Leistungsfähigkeit. Sowohl eine zu geringe als auch eine zu hohe Flüssigkeitszufuhr wirken sich negativ aus bzw. stellen ein Gesundheitsrisiko dar. Da der Wasser- und Elektrolythaushalt eng miteinander zusammenhängen, spielt auch die Zusammensetzung des Getränks eine Rolle bei der Wasserabsorption.

Jul 102019
 

DGE veröffentlicht überarbeitete Referenzwerte


D-A-CH-Referenzwerte

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) hat auf Basis aktueller wissenschaftlicher Daten die Referenzwerte für die Zufuhr von Zink und Vitamin B6 überarbeitet.

Neu ist, dass die empfohlene Zufuhr von Zink für Erwachsene nun abhängig von der Höhe der Phytatzufuhr angegeben wird. Eine hohe Zufuhr von Phytat, das vor allem in Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten vorkommt, kann die Bioverfügbarkeit von Zink um bis zu 45 % vermindern. Deshalb werden die Referenzwerte für die Zinkzufuhr jetzt differenziert für eine niedrige, mittlere und hohe Phytatzufuhr angegeben. Eine vollwertige Ernährung nach den 10 Regeln der DGE weist eine mittlere Phytatzufuhr auf, bei der die empfohlene Zufuhr pro Tag für Frauen 8 mg und für Männer 14 mg beträgt.

Die empfohlene Zufuhr von Vitamin B6 wird jetzt auf Basis von Bilanzstudien mit dem Biomarker Pyridoxal-5‘-Phosphat (PLP) abgeleitet und nicht mehr wie zuvor anhand der Referenzwerte für Protein. Die aktuelle Studienlage weist darauf hin, dass der Vitamin-B6-Bedarf bei einer üblichen Mischkost nicht von der Proteinzufuhr abhängig ist. Der Biomarker PLP ist die wesentliche Speicherform von Vitamin B6 in der Muskulatur und auch im Blutplasma zirkuliert Vitamin B6 vorwiegend als PLP. Die aktualisierte empfohlene Vitamin-B6-Zufuhr liegt bei 1,4 mg pro Tag für Frauen und 1,6 mg pro Tag für Männer.

Für die beiden Nährstoffe Zink und Vitamin B6 hat die DGE jeweils ein FAQ-Papier mit praxisbezogenen Fragen und Antworten zusammengestellt. Diese sind – ebenso wie die aktualisierten Referenzwertetabellen für alle Altersgruppen – kostenfrei im Internet zugänglich. Die wissenschaftliche Ausarbeitung zu den aktuellen Referenzwerten für Zink und Vitamin B6 kann als 4. Ergänzungslieferung zum Ringordner „Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr“, Artikel-Nr. 120116 (ISBN 978-3-88749-265-6) zum Preis von 3,00 EUR zzgl. Versandkosten über den DGE-MedienService, www.dge-medienservice.de, Tel.: 0228 9092626, Fax: 0228 9092610, E-Mail: info(at)dge-medienservice.de bestellt werden.

Jun 282019
 

DGE wird Mitglied im Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit


Logo Kooperationsverbund GCDie Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) tritt zum 1. Juli 2019 dem Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit bei. Als neue Partnerin möchte die DGE zu einer erfolgreichen Gesundheitsförderung für sozial Benachteiligte beitragen. „Unser Ziel ist es, die Aufklärung, Beratung und Angebote zur vollwertigen Ernährung voranzubringen, deren Qualität zu sichern und dadurch die Gesundheit der Bevölkerung nachhaltig zu fördern. Daher passt die neue Mitgliedschaft sehr gut zu unserem Auftrag“, erklärt DGE-Geschäftsführerin Dr. Kiran Virmani. “Unser Portfolio umfasst zahlreiche zum Kooperationsverbund passende Maßnahmen und Medien für Verbraucher, Fachkräfte und Multiplikatoren. Damit tragen wir dazu bei, wissenschaftlich basierte Ernährungsinformationen an die entsprechenden Zielgruppen der Bevölkerung zu transportieren und die Kompetenzentwicklung der Menschen zu fördern.“

So gibt es die 10 Regeln der DGE für gesundheitsförderndes Essen und Trinken beispielsweise auch in Leichter Sprache sowie auf Türkisch. Zur Beratung von türkischsprachigen Personen mit Diabetes mellitus Typ 2 erarbeitet die DGE derzeit spezielle Materialien. Ein bewährtes Instrument zur Förderung der Verhältnisprävention sind die DGE-Qualitätsstandards. Sie umzusetzen trägt dazu bei, dass Menschen in den Lebenswelten Kita, Schule, Betriebe, Senioreneinrichtungen sowie Krankenhaus und Rehakliniken Zugang zu einer gesundheitsfördernden Verpflegung erhalten. „Wir freuen uns daher, unser Wissen nun auch in den Kooperationsverbund einzubringen und dieses Netzwerk zu stärken“, sagt Virmani.

Hintergrund: Die Gesundheit von Bevölkerungsgruppen mit niedrigem sozioökonomischem Status ist laut der Gesundheits- und Sozialberichte von Bund und Ländern schlechter und ihre Lebenserwartung kürzer als von sozioökonomisch Bessergestellten. Insbesondere Migranten sowie Kinder aus benachteiligten Familien haben vielfältige Gesundheitsprobleme. Beispielsweise sind Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien häufiger von Adipositas betroffen, wie die „Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ (KiGGS) zeigte. Auch bei Kindern mit beidseitigem Migrationshintergrund gibt es eine höhere Übergewichtsrate als bei Kindern ohne Migrationshintergrund.

Der Kooperationsverbund setzt sich für eine Verminderung der sozialen Ungleichheit von Gesundheitschancen ein. Er vernetzt dazu Akteure und entwickelt koordinierte Problemlösungsstrategien. Ziel ist es, die soziallagenbezogene Gesundheitsförderung in der (fach-)öffentlichen Wahrnehmung wie in der praktischen Umsetzung zu fördern und weiterzuentwickeln.

Jun 242019
 

DGE-Arbeitstagung am 3. und 4. September 2019 in Bonn


AnkündigungsplakatMit der großen Reichweite des Internets und mobiler Technologien können heute sehr viele Personen in kurzer Zeit erreicht werden, wie es traditionelle, „analoge“ Kommunikationsformen nur mit einem erheblichen Ressourcenaufwand vermögen. Die neuen Informationsmöglichkeiten sind jederzeit und überall nach Bedarf abrufbar und können auf individuelle Bedürfnisse angepasst werden. Das betrifft auch die Ernährung. Hier gibt es eine nahezu unüberschaubare Anzahl an Online-Ratgebern, Fitness-Apps, Food-Tracker, Ernährungstagebüchern, Rezeptdatenbanken – mit all diesen Angeboten können wir unser Ernährungsverhalten überdenken, analysieren und auswerten. Welche Herausforderungen und Chancen sich im digitalen Zeitalter für die Ernährungsberatung und das Ernährungsverhalten ergeben, thematisiert die DGE-Arbeitstagung am 3. und 4. September 2019 auf den Bonner Ernährungstagen in der Stadthalle Bad Godesberg.

Am ersten Veranstaltungstag geht es in Sachen Ernährungsverhalten um neue technologische Entwicklungen, Fallbeispiele und evidenzbasierte Bewertungen zur Wirksamkeit von Maßnahmen. Rund um das Thema Ernährungsberatung früher, heute und vor allem morgen dreht sich der zweite Veranstaltungstag. Wie kann Ernährungsberatung zukunftsfähig agieren und Hilfestellung leisten, die Vielzahl und Qualität der Informationen angemessen einzuordnen? Abschließend diskutieren im „Bonner Ernährungstalk“ Experten und Teilnehmende gemeinsam, unterstützt durch einen digitalen Chat, über die Qualität der Ernährungsberatung.

Neu bei den Bonner Ernährungstagen ist die Sonderausstellung „Sehen, schmecken, entdecken: Forschung erleben“. Sie stellt Forschungsvorhaben vor, die das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) fördert. Die Ausstellung präsentiert anschaulich und praxisnah aktuelle wissenschaftliche Projekte und Forschungsvorhaben zu Ernährung und Verbraucherverhalten. /p>

Die diesjährige Arbeitstagung richtet sich an Ernährungsfachkräfte aus den Bereichen Bildung und Beratung, Wissenschaftler, Studierende sowie Vertreter aus Institutionen, Verbänden und Politik. Wissenschaftlich geleitet wird die Veranstaltung von Prof. Dr. Britta Renner, DGE-Fachgruppe Ernährungsverhaltensforschung und Prof. Dr. Christine Brombach, DGE-Fachgruppe Ernährungsberatung.

Die DGE-Arbeitstagung ist Teil der „Bonner Ernährungstage“, die in diesem Jahr zum dritten Mal gemeinsam mit dem Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) stattfinden. Das BZfE-Forum „Mehr oder weniger?! – Lebensstiländerung als gesellschaftliche Herausforderung“ schließt sich am 5. September 2019 an.

Gelegenheit zum Austausch und Netzwerken bietet die gemeinsame Abendveranstaltung am 4. September 2019 in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland.<7p>

Das ausführliche Programm, weitere Informationen und Anmeldung zur DGE-Arbeitstagung bzw. zu den Bonner Ernährungstagen unter www.dge.de/at2019.

Mai 152019
 

DGE informiert zur Zöliakie-Aktionswoche vom 11.-19. Mai 2019


DGE-Infothek ZöliakieIn Deutschland ist etwa 1 % der Bevölkerung von Zöliakie betroffen. Die Autoimmunerkrankung beruht auf einer lebenslangen Unverträglichkeit gegenüber dem Getreideeiweiß Gluten. Das auch als „Klebereiweiß“ bekannte Gluten ist in Getreide wie Weizen, Dinkel, Grünkern, Roggen und Gerste enthalten und bestimmt die Backeigenschaften des Mehles. Bei einer entsprechenden genetischen Veranlagung führt der Verzehr von glutenhaltigen Lebensmitteln zu entzündlichen Veränderungen der Dünndarmschleimhaut.

Therapie – lebenslang glutenfrei ernähren

Die einzige Erfolg versprechende Therapie der Zöliakie ist es, lebenslang vollständig auf glutenhaltige Lebensmittel zu verzichten. Das erfordert eine strikte Ernährungsumstellung. Für Zöliakiebetroffene stellen glutenfreie Lebensmittel eine wesentliche Erleichterung beim Lebensmitteleinkauf dar. Glutenfreie Lebensmittel werden in Supermärkten, Drogerien, Bioläden und Reformhäusern vielfältig angeboten und die Auswahl nimmt ständig zu. Für eine glutenfreie Ernährung geeignete Produkte sind als „glutenfrei“ gekennzeichnet. Zudem können glutenfreie Produkte das Symbol der „Durchgestrichenen Ähre“ der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft e. V. (DZG) tragen.

„Auch wenn anhand des stark wachsenden Angebotes in den Lebensmittelregalen der Eindruck entstehen könnte, glutenfreie Produkte seien grundsätzlich gesundheitsfördernd, sind diese Lebensmittel speziell für Menschen mit einer Unverträglichkeit gegen das Getreideeiweiß entwickelt worden“, sagt DGE-Sprecherin Antje Gahl. „Für andere Verbraucher bringt eine glutenfreie Ernährung, die teilweise mit großen Einschränkungen verbunden ist, keine gesundheitlichen Vorteile. Die Spezialprodukte sind außerdem meist deutlich teurer.“

Mit der aktuell überarbeiteten DGE-Infothek “Essen und Trinken bei Zöliakie” unterstützt die DGE Ernährungsfachkräfte in der Beratung, die das Medium auch an Menschen mit Zöliakie weitergeben können. Betroffene erfahren, wie sie sich trotz der Einschränkungen, die eine glutenfreie Ernährung mit sich bringt, ausgewogen und abwechslungsreich ernähren können. Die Broschüre informiert außerdem über das Krankheitsbild, die Ursachen, die Symptome und die Diagnostik. Tipps zur Lebensmittelauswahl und -zubereitung sowie zum Umgang mit Diätfehlern erleichtern den Einstieg in die Ernährungsumstellung. Außerdem geht die Broschüre auf die Kennzeichnung von Gluten sowie Hafer in der glutenfreien Ernährung ein.

Vielfältige Symptome bei Zöliakie

Die Zöliakie entwickelt sich durch erbliche Veranlagung, daher tritt die Krankheit gehäuft familiär auf. Die Anzeichen einer Zöliakie sind vielfältig. Die auffälligsten Symptome beim Säugling und Kleinkind sind ein aufgeblähter Bauch, der in Kontrast zu einem mageren Körper steht. Die Blähungen kommen durch unverdaute Nahrungsbestandteile im Dickdarm zustande, die von Bakterien unter Gasbildung verdaut werden. Bei Kindern und Jugendlichen zeigt sich häufig ein Untergewicht. Im Erwachsenenalter führt die gestörte Nährstoffausnutzung meist zu Gewichtsverlust sowie einem Vitamin- und Mineralstoffmangel. Die Betroffenen klagen über Völlegefühl, Blähungen, Appetitlosigkeit, Übelkeit sowie über gelegentliche oder fortwährende Durchfälle.

Was tun bei Verdacht auf Zöliakie?

Bei Verdacht auf Zöliakie erfolgt die Diagnose bei einem Facharzt (Gastroenterologe) vor allem durch den Nachweis zöliakietypischer Antikörper im Blut und durch den Nachweis der Dünndarmschädigung mittels Gewebeproben aus der Dünndarmschleimhaut. Eine sichere Diagnose kann nur unter einer Ernährung mit einer ausreichenden Glutenzufuhr erfolgen. Daher sollte auf keinen Fall glutenfrei oder glutenarm gegessen werden, bevor die Zöliakie sicher festgestellt ist. Nach erfolgter Diagnose kann die Zöliakie nur durch einen lebenslangen Verzicht auf glutenhaltige Lebensmittel behandelt werden. Das konsequente Meiden von Gluten behandelt allerdings nur die Symptomatik, die eigentliche Krankheit bleibt ein Leben lang bestehen. Selbst kleine Mengen an Gluten können erneut Beschwerden auslösen.

Die 28-seitige Broschüre kann unter der Art.-Nr. 123020 zum Preis von 1,00 EUR zzgl. Versandkosten beim DGE-MedienService bestellt werden: Tel.: 0228 9092626, Fax: 0228 9092610, E-Mail. info(at)dge-medienservice.de, www.dge-medienservice.de.