Okt 292019
 
Ringordner „ICH nehme ab“Ernährungsfachkräfte aufgepasst: Ab sofort erhalten Sie den Ringordner „ICH nehme ab“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) zum Vorzugspreis von 20,00 Euro (zzgl. Versand) anstatt 35,00 Euro. Es handelt sich um die 6. Auflage (8. unveränderter Nachdruck). Im nächsten Jahr legt die DGE einen korrigierten Nachdruck auf, der Layout- und Formulierungsänderungen enthält. Der grundsätzliche Aufbau und der Inhalt dieses bewährten Mediums werden sich aber nicht wesentlich ändern.

Der Ringordner enthält ein wissenschaftlich basiertes Gewichtreduktions-Programm in zwölf Schritten, ein Ernährungstagebuch, ein Notizblock und eine Broschüre mit Rezepten. Das Programm „ICH nehme ab“ ist verhaltenstherapeutisch ausgerichtet. Es richtet sich an mäßig übergewichtige Personen (BMI 25 – 30 kg/m²), die keine Komorbiditäten aufweisen, sowie nach ärztlicher Rücksprache auch an Menschen mit Adipositas Grad I.

Ziel des Programms ist es das Körpergewicht schrittweise und nachhaltigzu senken, und eine vollwertige Ernährungsweise gemäß den Empfehlungen der DGE umzusetzen. Das Konzept basiert auf einem ganzheitlichen Ansatz und berücksichtigt neben ernährungsphysiologischen und psychologischen Aspekten auch Bewegung und Entspannung. In 12 Schritten werden Teilnehmende durch das Programm begleitet und u. a. bei der Analyse ihres Essverhaltens unterstützt.

Das Angebot gilt solange der Vorrat reicht.

Okt 292019
 

 „Am liebsten würde ich gleich zu meinen Patienten fahren und mit der Umsetzung der neuen Erkenntnissen und Ideen beginnen“, so der abschließende Kommentar einer Teilnehmerin aus dem Seminar Diarrhoe & imperative Stühle vom 25.10.2019 in Schwerin.

Ein weicher, flüssiger Stuhl und unvorhergesehene, plötzliche Stuhlentleerungen verunsichern Patienten. Diese Ereignisse beeinträchtigen die Lebensqualität der Betroffenen und haben massivste Auswirkungen auf das Essverhalten. Daher spielt hier die Ernährungstherapie neben der medikamentösen Begleitung eine sehr wichtige Rolle. Die Diplom Oecotrophologin Christiane Schäfer schärfte wieder den Blick für die unterschiedlichen physiologischen und pathophysiologischen Verdauungsprozesse, die hinter diesen Stuhlunregelmäßigkeiten stehen und durchleuchtete die unterschiedlichen ernährungstherapeutischen Tools in ihrer Wirkung und Anwendung. An dem ausgebuchten Seminar nahmen 27 Ernährungsfachkräfte teil.

Okt 182019
 

DGE-Referat Fortbildung bietet umfangreiches Programm an

Die DGE bietet Ernährungsfachkräften im kommenden Jahr wieder ein interessantes Fort- und Weiterbildungsprogramm. An den Standorten Bonn, Esslingen, Stuttgart, Friedrichsdorf und München werden über 30 Seminare angeboten. Die Anmeldung ist hier ab sofort möglich.

Vermittelt werden sowohl ernährungstherapeutische Themen wie Lebensmittelallergien und -intoleranzen, das Reizdarmsyndrom oder FODMAPs-arme Ernährung als auch präventive Aspekte wie Module zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement oder Essen bei Schichtarbeit. 

Das DGE-Referat Fortbildung ist zertifiziert nach „Lernerorientierter Qualitätstestierung in der Weiterbildung“ (LQW). Mit dem LQW-Qualitätssiegel verfügt die DGE über ein anerkanntes Qualitätstestierungsverfahren. Dadurch sind DGE-Fortbildungen in zahlreichen Bundesländern als Bildungsurlaub anerkannt.

Die Termine für die Fortbildungen der DGE Sektion M-V werden auf dieser Internetseite (www.dge-mv.de) unter Fortbildungen veröffentlicht.

Okt 182019
 

Auswertung der nutritionDay-Daten für den 14. DGE-Ernährungsbericht zeigt Handlungsbedarf


(dge) In deutschen Kliniken und Pflegeheimen sind bis zu 30 % der Patienten und bis zu 25 % der Bewohner mangelernährt. Dies ergab die Auswertung der nutritionDay-Daten, die die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) als Vorveröffentlichung zum 14. DGE-Ernährungsbericht1 herausgibt.

Während international zahlreiche Studien zur Ernährungssituation in Kliniken und Pflegeheimen vorliegen, ist die Datenlage in Deutschland spärlich. Ziel des von der DGE und der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) gemeinsam initiierten und vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderten Vorhabens für den 14. DGE-Ernährungsbericht war es daher, die Ernährungssituation in deutschen Kliniken und Pflegeheimen zu bewerten und international zu vergleichen. Dafür wurden die von 2006 bis 2018 erhobenen nutritionDay-Daten zur Häufigkeit von Mangelernährung sowie zu bestehenden Versorgungsstrukturen in Kliniken und Pflegeheimen in Deutschland erstmals systematisch ausgewertet. „Die Ergebnisse zeigen deutlich Handlungsbedarf auf. Maßnahmen zur Verbesserung der Ernährungsversorgung in deutschen Kliniken und Pflegeheimen sind dringend erforderlich, um der Entwicklung von Mangelernährung vorzubeugen und bestehende Ernährungsprobleme angemessen zu behandeln“, sagt Prof. Dr. Dorothee Volkert vom Institut für Biomedizin des Alterns der Universität Erlangen-Nürnberg. Sie hat das Vorhaben in enger Zusammenarbeit mit nutritionDay Wien, DGEM und DGE durchgeführt.

Defizite bei Ernährungsstrukturen und Fachkompetenz

Im europäischen Vergleich schneiden deutsche Einrichtungen hinsichtlich standardmäßig vorhandener Ernährungsstrukturen deutlich schlechter ab: 2018 verfügten nur 10 % der deutschen Kliniken und 30 % der Pflegeheime über eine Diätassistenz, in den anderen teilnehmenden Ländern Europas waren es 63 % und 86 %. Ein Ernährungsteam bzw. eine Ansprechperson für Ernährung gab es in 58 % der Kliniken und 45 % der teilnehmenden Wohnbereiche in Pflegeheimen in Deutschland, in Europa waren es 82 % bzw. 71 %. Dabei zeigte sich, dass Ernährungsmaßnahmen wie die Gabe von angereicherter Kost oder Trinknahrung deutlich häufiger ergriffen wurden, wenn Ernährungsfachkräfte verfügbar und ein routinemäßiges Screening auf Mangelernährung etabliert waren. Ernährungsmaßnahmen wurden zwar mit zunehmender Schwere der Mangelernährung häufiger eingesetzt, dennoch erhielt selbst bei schwerer Mangelernährung nur ein Teil der Betroffenen eine Intervention. Mit abnehmender Essmenge und mit schlechter werdendem Ernährungszustand nahmen die Mortalität und im Krankenhaus auch die weitere Aufenthaltsdauer zu. Ein Viertel der teilnehmenden Stationen führte klinische Ernährung ohne Richtlinien oder Standards durch. Da am nutritionDay vermutlich vor allem ernährungsmedizinisch interessierte und engagierte Institutionen teilnehmen, ist davon auszugehen, dass sich die Situation in deutschen Kliniken und Pflegeheimen insgesamt noch schlechter darstellt.

Dringend notwendig: Maßnahmen zur Verbesserung der Ernährungsversorgung

Um die Ernährungsversorgung in Krankenhäusern und Pflegeheimen zu verbessern, empfehlen die Autoren ernährungsmedizinische Leitlinien und Standards flächendeckend zu implementieren und umzusetzen. Die routinemäßige Erfassung der Ernährungssituation bei Klinikaufnahme sollte flächendeckend erfolgen, um Mangelernährung bzw. das Risiko dafür zu identifizieren. Um eine gute ernährungsmedizinische Versorgung sicherzustellen, ist qualifiziertes Personal – von ernährungsmedizinisch ausgebildeten Ärzten über Pflegekräfte bis zur Diätassistenz und interdisziplinären Ernährungsteams – in jeder Einrichtung in ausreichendem Umfang zwingend notwendig. Die ernährungsmedizinische Fachkompetenz ist auszubauen, z. B. indem ernährungsmedizinische Inhalte stärker in die Ausbildung von Gesundheitsberufen integriert werden. Als Grundvoraussetzung für eine bedarfsdeckende Ernährung muss ein hochwertiges, attraktives Essensangebot in Kliniken und Pflegeheimen zum Standard jeder Institution gehören. Das beinhaltet auch texturmodifizierte Kostformen sowie angereicherte Mahlzeiten mit hoher Energie- und Nährstoffdichte, um Menschen mit Mangelernährung bzw. Risiko für Mangelernährung eine ausreichende Energie- und Nährstoffaufnahme zu ermöglichen.

Für den 2020 erscheinenden 14. DGE-Ernährungsbericht stellt die DGE vorab die Ergebnisse einzelner BMEL-geförderter Forschungsvorhaben mit besonderer Aktualität vor. Das Kapitel 2 „Ernährungssituation in Krankenhäusern und Pflegeheimen – Auswertung der nutritionDay-Daten für Deutschland“ ist als Vorveröffentlichung zum 14. DGE-Ernährungsbericht online verfügbar.

Sep 262019
 

Neue DGE-Fachgruppe gestaltet Science Slam

Die neu gegründete DGE-Fachgruppe der „Early Career Scientists“ (ECS) möchte die Zukunft der DGE aktiv mitgestalten. Ihr Ziel ist es, neben der interdisziplinären Vernetzung junger Wissenschaftler*innen, den wissenschaftlichen Austausch zwischen Early Career Scientists im In- und Ausland zu fördern. Die neue DGE-Fachgruppe besteht aus Studierenden, wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen und PostDocs. Sie versteht sich als Sprachrohr für die Interessen junger Wissenschaftler*innen innerhalb der DGE.

Die Ausrichtung eines Science Slams ist das erste Projekt, mit dem die ECS-Gruppe sichtbar wird. Im Rahmen des 57. DGE-Kongresses, der vom 11.–13. März 2020 in Jena stattfindet, bietet sie ihren Mitgliedern die Chance, eigene Arbeiten vor einem breiten Publikum zu präsentieren. Early Career Scientists aller Disziplinen sind eingeladen, sich auf einen der fünfminütigen Vorträge zu bewerben. Bis zum 1. November 2019 können sie per E-Mail (ecs(at)dge.de) ihre Abstracts einreichen. Insgesamt sind neun Vorträge zu vergeben.

Wenn Sie Mitglied der Early Career Scientists Group werden möchten, füllen Sie den Antrag zur Aufnahme in die Fachgruppe aus. Voraussetzung ist die DGE-Mitgliedschaft.

Sep 052019
 

Prof. Dr. Jakob Linseisen ist neuer DGE-Präsident

v.l.n.r: Prof. Dr. Britta Renner, Prof. Dr. Jakob Linseisen und Prof. Dr. Bernhard Watzl. ©DGE / Foto: Bastian Géza Aschoff[

Auf ihrer Jahresversammlung am 3. September 2019 in Bonn wählten die DGE-Mitglieder Prof. Dr. Jakob Linseisen von der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) für die nächsten drei Jahre zu ihrem Präsidenten. Er löst damit Prof. Ulrike Arens-Azevêdo ab, die seit 2016 die Geschicke der DGE lenkte. Prof. Dr. Britta Renner von der Universität Konstanz und Prof. Dr. Bernhard Watzl vom Max Rubner-Institut (MRI) in Karlsruhe übernehmen gemeinsam das Amt des Vizepräsidenten.

Jakob Linseisen ist stellvertretender geschäftsführender Direktor des Universitären Zentrums für Gesundheitswissenschaften am Klinikum Augsburg (UNIKA-T). Er leitet seit 2018 die „Selbstständige Forschungsgruppe Klinische Epidemiologie“ am Helmholtz Zentrum München (HGMU). Davor wirkte er maßgeblich an der Planung und Realisierung der NAKO-Gesundheitsstudie, der derzeit größten Langzeit-Bevölkerungsstudie in Deutschland, mit. Sein wissenschaftlicher Fokus liegt auf der Erforschung des Zusammenspiels von Ernährung, Stoffwechsel und der Entstehung bzw. dem Verlauf chronischer Krankheiten. Seit 2016 lehrt er am Lehrstuhl für Epidemiologie der LMU am UNIKA-T. Linseisen ist Mitglied des Leitungsgremiums des Kompetenzclusters der Ernährungsforschung enable zur Förderung einer gesunden Ernährung in allen Lebensphasen. Er ist langjähriges Präsidiumsmitglied und seit 2016 Vizepräsident der DGE.

Aug 222019
 

Neue Referenzwerte für Folat und Vitamin B12 berücksichtigt


Nährwerttabelle„Die Nährwerttabelle“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) ist in einer aktualisieren Auflage erschienen. Neben redaktionellen Änderungen sind in dieser sechsten Ausgabe die neuen Referenzwerte für Folat und Vitamin B12 berücksichtigt.

Auf 144 Seiten liefern die Autoren Prof. Dr. Helmut Heseker und Dipl. oec. troph. Beate Heseker umfassende Daten zu den in Deutschland am häufigsten verzehrten Lebensmitteln und Gerichten. Über 40.000 Nährstoffangaben finden sich in dem handlichen Softcover-Buch. Eine verständliche Orientierung ermöglicht das bewährte farbige Tabellensystem. Fachkräften rund um die Ernährungsberatung und -therapie, aber auch interessierten Verbrauchern erleichtert dieses Standardwerk so die Auswahl und die ernährungswissenschaftliche Beurteilung von rund 1300 Lebensmitteln und Gerichten:

Kurzgefasst

  • Neben den Gehalten an Energie, Protein, Fett, Fettsäuren und Cholesterin, Kohlenhydraten und Ballaststoffen, Mineralstoffen und einigen Spurenelementen und vielen Vitaminen sind Angaben zur Energiedichte sowie zu üblichen Portionsgrößen enthalten.
  • Zum Natriumgehalt ist zusätzlich auch der Speisesalzgehalt angegeben.
  • Für ausgewählte Lebensmittel informieren Übersichtstabellen über die Gehalte an Lactose, Fructose, Purin und Jod sowie trans-Fettsäuren.
  • Ergänzend sind die aktuellen Empfehlungen der DGE für die Umsetzung einer vollwertigen Ernährung aufgeführt.

Die Tabelle kostet weiterhin 9,90 Euro zzgl. 3,00 EUR Versandkosten und ist erstmalig im Umschau Zeitschriftenverlag erschienen. Die 144-seitige Publikation mit der Artikel-Nr. 120240¸ ISBN 978-3-930007-60-8 kann beim DGE-MedienService bezogen werden.

Aug 052019
 

Abwechslungsreich, arbeitsintensiv und fundiert – das Thema Ernährung bewegt


Zahlen und Fakten über die wissenschaftliche Arbeit der DGE, ihre Projekte und Aktivitäten liefert der DGE-Jahresbericht 2018. Als eines der zentralen Themen beschäftigte die DGE 2018 der Bereich Gemeinschaftsverpflegung (GV). So entwickelte die DGE sowohl Zertifizierungsmodelle für eine vegetarische Menülinie als auch für einzelne Menükomponenten. Ferner zeichnete die Dr. Rainer Wild-Stiftung das DGE-Zertifizierungssystem JOB&FIT für Betriebskantinen mit dem gleichnamigen Preis aus.

Die von der DGE durchgeführte „Studie zu Kosten- und Preisstrukturen in der Schulverpflegung (KuPS-Studie)“ lieferte im letzten Jahr wichtige Daten, die die Diskussion um das Schulessen in Deutschland wissenschaftlich untermauerten. Gesundheitsfördernde Mahlzeiten nachhaltiger zuzubereiten, damit unterstützt das DGE-Projekt „Nachhaltig (B)und Gesund“ Einrichtungen der GV.

Auch die DGE-Arbeitstagung widmete sich dem Bereich Gemeinschaftsverpflegung mit dem Thema „Konzepte, Lösungen, Perspektiven: Wie entwickelt sich die Gemeinschaftsverpflegung in Zukunft?“. Zeitgleich zum Tagungsbeginn startete die DGE mit @dge_wissen bei Twitter und einem Blog auf der DGE-Internetseite.

Des Weiteren standen im wissenschaftlichen Bereich die Überarbeitung der Referenzwerte für Vitamin B12 und Folat sowie das gemeinsam mit der Deutschen Adipositas-Gesellschaft e. V. (DAG) und der Deutschen Diabetes Gesellschaft e. V.  (DDG) für das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft erarbeitete Konsensuspapier: „Quantitative Empfehlung zur Zuckerzufuhr in Deutschland“ im Fokus. Ihre 10 Regeln für eine gesundheitsfördernde Ernährung erweiterte die DGE durch umfangreiche Hintergrundinformationen sowie eine Version in Leichter Sprache.

Aug 052019
 

Objektive wissenschaftliche Informationen zur Ernährungssituation – wichtiger denn je


50 Jahre DGE-Ernährungsbericht

Der DGE-Ernährungsbericht feiert 50. Geburtstag: Im Juli 1969 wurde die erste Ausgabe dieses Werks veröffentlicht. „Für Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Medien sowie Fachkräfte sind die 13 bisher erschienenen DGE-Ernährungsberichte eine fundierte, objektive Informationsquelle zu aktuellen relevanten Themen aus den Bereichen Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaft. Das ist heute und zukünftig in Anbetracht der Informationsflut, widersprüchlichen Aussagen und Fake News wichtiger denn je“, sagt Dr. Angela Bechthold, Leiterin des Referats Wissenschaft der DGE. „Ziel des Berichts war und ist es, aktuelle Daten zur Ernährungssituation in Deutschland sowie Ergebnisse von Forschungsvorhaben zu präsentieren, zu bewerten und Handlungsempfehlungen abzuleiten.“ Es handelt sich nicht nur um eine Momentaufnahme, sondern die DGE-Ernährungsberichte schreiben auch Daten wie z.B. den Lebensmittelverbrauch und die Häufigkeit von Adipositas über die Zeit fort. Damit dienen die Forschungsergebnisse und Aussagen dieses Mediums seit 50 Jahren als Entscheidungshilfe und Impulsgeber für ernährungs- und gesundheitspolitische Maßnahmen in Deutschland.

Vor einem halben Jahrhundert, heute und in Zukunft

1968 beauftragen die damaligen Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie für Gesundheitswesen die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) als neutrale Fachgesellschaft mit der Erstellung eines periodisch erscheinenden Berichts, der über die Situation der Ernährung der Bevölkerung Auskunft gibt. Den ersten Ernährungsbericht legte die DGE schon ein Jahr später vor. Neben der Grundlage für politische Entscheidungen rund um Ernährung und Gesundheit sollte er mit den Informationen zum Lebensmittelverbrauch Basis für die agrarpolitische Ausrichtung vor dem Hintergrund ernährungsphysiologischer Notwendigkeiten sein. Heute wird er im Auftrag und mit finanzieller Förderung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) herausgegeben. Ergänzend zur kontinuierlichen Berichterstattung sind im Laufe der Zeit zahlreiche Forschungsvorhaben im Rahmen der DGE-Ernährungsberichte gefördert worden. 
Die Themen des alle vier Jahre erscheinenden Mediums spiegelten so immer den Zeitgeist und die neuen Herausforderungen für die Oecotrophologie, Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften wider. Im ersten, 140 Seiten starken Ernährungsbericht wurde beispielsweise die Bedeutung der Frau als „Hüterin der Ernährung der Familie und ihrem Eintritt ins Berufsleben“ diskutiert. Schon 1972 im zweiten Bericht ging es um die „Ernährungserziehung in der Schule, der Erwachsenenbildung und in der beruflichen Weiterbildung“. Hinzu kamen im Laufe der Zeit weitere Themen wie Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Gentechnik, Strahlenbelastung, Diätformen, demografischer Wandel oder Gemeinschaftsverpflegung. Im nächsten, dem 14. DGE-Ernährungsbericht, erscheinen die Ergebnisse von Forschungsvorhaben zu veganer und vegetarischer Ernährung bei Kindern und Jugendlichen, zum Stillen sowie zur Mangelernährung in Krankenhäusern und Pflegeheimen.
 
Für die umfangreiche Erstellung des Periodikums arbeitet das Team aus DGE-Mitarbeiterinnen und Chefredakteur eng mit Wissenschaftlern und Forschungsnehmern von Universitäten und außeruniversitären Einrichtungen zusammen, deren Arbeit die Grundlage für den Bericht ist.

Jeder der seit 1969 erschienenen DGE-Ernährungsberichte ist als Buch veröffentlicht. Im Jahr 2004 gab es erstmals ergänzend eine CD-ROM. Mit der 13. Ausgabe im Jahr 2016 ist die DGE zu online-Vorveröffentlichungen einzelner Kapitel übergegangen. Sie sind auf der DGE-Internetseite frei verfügbar. Vor dem Hintergrund eines veränderten Mediennutzungsverhaltens arbeitet die Redaktion an neuen Konzepten für die Veröffentlichung zukünftiger DGE-Ernährungsberichte.
 
Verlässliche Aussagen – wissenschaftlich fundiert
„Was und wie viel wird in Deutschland gegessen? Welche Trends sind zu beobachten? Welche Maßnahmen sind notwendig, um die Ernährungssituation und Gesundheit der Menschen zu fördern? Und wo besteht Forschungsbedarf? Auf diese Fragen gibt der DGE-Ernährungsbericht auch in Zukunft wissenschaftlich fundierte und verlässliche Antworten“, sagt Dr. Angela Bechthold.

Continue reading »

Aug 052019
 

Positionspapier der Arbeitsgruppe Sporternährung der DGE


Das aktuelle Positionspapier der DGE-Arbeitsgruppe Sporternährung stellt die Bedeutung eines ausgeglichenen Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts für die sportliche Leistungsfähigkeit sowie Nutzen und Risiken einer Flüssigkeitszufuhr rund um die sportliche Belastung dar. Die aktuellen wissenschaftlichen Empfehlungen hierzu leitete die Arbeitsgruppe Sporternährung aus Stellungnahmen internationaler Fachgesellschaften ab. Die Position beantwortet Fragen zum Flüssigkeitsverlust im Sport vor, während und nach der Belastung, Auswirkungen eines Flüssigkeitsmangels, Empfehlungen zur Flüssigkeitszufuhr und informiert auch zum Thema Hyponatriämie oder absichtliche Dehydratation in Gewichtsklassensportarten.

In der Vergangenheit orientierten sich Sportler häufig an dem Leitsatz „Trinken bevor der Durst kommt“. Dadurch kann jedoch das Risiko für das Auftreten einer Hyponatriämie „Wasservergiftung“ erhöht sein, die in Extremfällen auch schon zu Todesfällen bei Freizeitsportlern, z. B. Triathleten und Marathonläufern, geführt hat. Dies verdeutlicht die besondere Bedeutung der Flüssigkeitszufuhr im Sport.

Eine ausreichende Hydratation ist eine wichtige Voraussetzung für Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Sportlers. Die Menge und die Art der Flüssigkeitszufuhr vor, während und nach der Belastung beeinflusst die Leistungsfähigkeit. Sowohl eine zu geringe als auch eine zu hohe Flüssigkeitszufuhr wirken sich negativ aus bzw. stellen ein Gesundheitsrisiko dar. Da der Wasser- und Elektrolythaushalt eng miteinander zusammenhängen, spielt auch die Zusammensetzung des Getränks eine Rolle bei der Wasserabsorption.