Nov 142017
 

(dge) Diabetes mellitus ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen. Weltweit sind über 400 Mio. Menschen davon betroffen, laut Deutschem Gesundheitsbericht Diabetes 2017 in Deutschland etwa 6,7 Mio. In westlichen Ländern sind 90% der Diabeteserkrankungen auf übermäßige Gewichtszunahme zurückzuführen. Folgeerkrankungen, wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Nieren- und Augenerkrankungen wären durch Prävention und rechtzeitige Behandlung reduzierbar.
Die DGE empfiehlt daher einen aktiven Lebensstil mit regelmäßiger körperlicher Bewegung, vollwertige Ernährung und eine Normalisierung des Körpergewichts.
Zum Thema „Ernährungstherapie bei Diabetes. Beratung von nicht insulinpflichtigen Typ-2-Diabetikern“ hat die DGE in Kooperation mit dem BZfE ein Medienpaket für die Beratung von Diabetespatienten entwickelt. Es wird ab Anfang 2018 verfügbar sein.

Okt 172017
 

Am 12. Oktober 2017 veranstaltete die Deutsche Gesellschaft für Ernährung – Sektion MV mit großer Resonanz die 20. Ernährungsfachtagung im Rittersaal des Finanzministeriums Schwerin.

Es nahmen über 140 Fachkräfte aus dem Bereich der Ernährungsberatung und –therapie, Multiplikatoren aus den Bereichen Gesundheit, Politik, Prävention und Public Health, sowie Lehrkräfte, Studierende und Auszubildende der ansässigen Diätschulen und Hochschulen an der Fachtagung teil.

Zunächst richtete Dr. Jürgen Buchwald, Staatssekretär des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern, ein Grußwort an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Das Thema Fett spielt insbesondere in Mecklenburg-Vorpommern eine große Rolle. Im bundesweiten Vergleich hat Mecklenburg-Vorpommern den höchsten Anteil Übergewichtiger. Mit steigendem Übergewicht und der vorangegangenen Fehlernährung kann auch das Risiko für Fettstoffwechselstörungen ansteigen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass viele Mecklenburger unter schlechten Blutfettwerten leiden bzw. bereits Folgeerkrankungen entwickelt haben.

Die diesjährige Ernährungsfachtagung hatte daher zum Ziel, diese Thematik von allen Seiten zu beleuchten. Continue reading »

Sep 052017
 

(dge) Seit 1956 formuliert die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) e. V. in 10 Regeln, wie sich Verbraucher ausgewogen und genussvoll im Alltag ernähren können. Nun hat die DGE die 10 Regeln auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse angepasst, sprachlich überarbeitet und konkretisiert. Kurz und prägnant fassen sie praktische Empfehlungen für eine optimale Lebensmittelauswahl zusammen und geben den Verbrauchern einfache Verhaltensregeln an die Hand. Neben ernährungsphysiologischen Kriterien berücksichtigen sie auch präventive sowie nachhaltige Aspekte. Dabei lassen die Empfehlungen Platz für individuellen Spielraum und sind nicht als starre Ge- oder Verbote zu verstehen. Continue reading »

Sep 052017
 

(dge) Die zwölf Module wurden aktualisiert und erweitert. Nach wie vor beinhaltet der Lehrgang rund 300 Unterrichtseinheiten mit sechs neuen Themenbereichen – darunter Einkaufstraining und Praxiseinheiten in der Lehrküche, Kollegiale Beratung, der German-Nutrition Care Process und Betriebliche Gesundheitsförderung. Der Zertifikatslehrgang richtet sich an Ernährungsfachkräfte, die ihre Fach- und Beratungskompetenz vertiefen möchten. Der Abschluss Ernährungsberater/DGE steht für qualitätsgesicherte Ernährungsberatung. Darüber hinaus bietet er die Voraussetzung, dass die gesetzlichen Krankenkassen sich anteilig an den Kosten einer Ernährungsberatung beteiligen.

Seit 2017 wird nach dem neuen Curriculum qualifiziert. Für bereits zertifizierte Ernährungsberater/DGE bietet das Referat Fortbildung 2018 ein 2-tägiges Seminar zu den neuen Themen an.

Jun 282017
 

Erfolgreiche Prüfung durch die Zentrale Prüfstelle Prävention

(dge) Das von der DGE entwickelte Kurskonzept „ICH nehme ab“ wurde von der Zentralen Prüfstelle Prävention geprüft und ist bis April 2020 zertifiziert. Ernährungsfachkräfte können nun auf ein fertiges Konzept für ihre eigenen Kurse zurückgreifen. Dies reduziert nicht nur einen Großteil ihres Arbeitsaufwands für die Kurskonzeption, sondern sichert auch die Qualität des Kurses. „Die Ernährungsfachkräfte profitieren von einem wissenschaftlich fundierten und evaluierten Programm in einem bewährten Kurskonzept“ freut sich Dr. Ute Brehme, Leiterin des Referats Fortbildung der DGE. „Die Zertifizierung ist auch für die Kursteilnehmer ein großes Plus. Sie können für einen „ICH nehme ab“-Kurs eine anteilige Kostenübernahme von ihrer gesetzlichen Krankenkasse erlangen,“ so Brehme weiter. Das Konzept basiert auf einem ganzheitlichen Ansatz mit ernährungsphysiologischen sowie psychologischen Aspekten. Es verbindet die Themen Ernährung, Bewegung und Entspannung. Ziel des Programms ist es, Klienten zu unterstützen, ihr Körpergewicht durch eine vollwertige Ernährung langfristig verringern und halten zu können.

Damit Ernährungsfachkräfte das „ICH nehme ab“-Konzept nutzen können, ist eine sogenannte Einweisung ins Programm laut „Leitfaden Prävention“ des GKV-Spitzenverbands erforderlich. Der Leitfaden definiert die inhaltlichen Handlungsfelder und qualitativen Kriterien für die Leistungen der Krankenkassen in der Primärprävention. Das 3-tägige Seminar zu „ICH nehme ab“, das dieser Einweisung entspricht, wird an verschiedenen Orten deutschlandweit angeboten. Über 1.000 Ernährungsfachkräfte haben es bereits absolviert. Continue reading »

Mrz 232017
 

Was und wie viel wird in Deutschland gegessen? Wie verändert sich das Ernährungsverhalten und werden Ernährungsempfehlungen umgesetzt? Auf der Basis wissenschaftliche fundierter Beschreibungen und Bewertungen dokumentiert der Ernährungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung seit 1969 die Veränderungen der Ernährungssituation in Deutschland. Diese Dokumentation und die daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen sind Grundlage für die Ernährungs-und Gesundheitspolitik, sowie eine unverzichtbare, objektive Quelle für die Beratung, Bildung, Medien, Wirtschaft und Wissenschaft.

Im 13. Ernährungsbericht war neben den aktuellen Erkenntnissen zur Ernährungssituation – im Besonderen zur Versorgung mit kritischen Nährstoffen wie Jod, Vitamin D oder Folsäure auch die Chancen der Prävention durch die Ernährung von besonderem Interesse. Außerdem wurde die Wirkung bisheriger Verhaltens- und Verhältnisprävention von Adipositas sowie das Koch- und Essverhalten der Deutschen betrachtet.

Um die Bedeutung der Ergebnisse für die praktische Arbeit gemeinsam zu diskutieren und Fragen aus erster Hand  beantworten zu können, hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung Sektion MV am 15.3.2017 wichtige Autoren des 13. Ernährungsberichtes nach Schwerin in das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt eingeladen. Die Veranstaltung war mit 65 Personen aus den Bereichen der Ernährung, Bildung, Politik und Wissenschaft ausgebucht.

Mrz 202017
 

Fallbesprechungen mit der Referentin Christiane Schäfer von der Allergologischen Schwerpunktpraxis in Hamburg beim Seminar: „Gluten: Gemeingefährlich oder ein Hype um Nichts?“

Gluten ist die Ursache für eine Zöliakie. Keine neue Erkenntnis. Inzwischen überschlagen sich aber gastroenterologische Medien, Fachliteratur und die Laienpresse mit zunehmend kontroversen Diskussionen um das Thema Gluten und seine möglicherweise negativen Auswirkung auf die Gesundheit.

Was ist wirklich dran am Gluten, oder ist es doch nur der Weizen? Und was bedeutet „Nicht-Zöliakie-Weizensensitivität“? Bei gastrointestinaler Symptomatik erwarten Patienten förmlich einen glutenfreien Speiseplan. Die zahlreichen Publikationen und Diskussionen rund um das Gluten zwingen in der Gruppe der Ernährungsfachkräfte sowohl diejenigen, die beratend, als auch diejenigen, die lehrend tätig sind, sich mit dieser Thematik sehr kritisch auseinanderzusetzen.

Aus diesem Grund fand am 17.03.2017 unter der Leitung von Christiane Schäfer von der Allergologischen Schwerpunktpraxis in Hamburg das ganztägiges Seminar: „Gluten: Gemeingefährlich oder ein Hype um Nichts?“  statt, an dem 25 Ernährungsberater/innen sowie Mediziner aus Mecklenburg-Vorpommern und Umgebung teilnahmen.

So wurde den Teilnehmer/innen vermittelt, dass vor der Empfehlung einer solch rigiden Kostform, die Auseinandersetzung mit den möglichen pathologischen Auswirkungen einer Gluten-Karenz stehen sollte. Einfach weglassen wäre in den seltensten Fällen eine kluge Entscheidung. Außerdem wurden Fallbeispiele zu Patienten mit einer Zöliakie oder einer „Glutensensitivität“ bearbeitet, die S2K Leitlinie: „Zöliakie – Nichtzöliakie Weizensensitivität“ kritisch betrachtet sowie aktuelle Veröffentlichungen auch hinsichtlich ihrer Empfehlungen, der Inhaltstiefe und wissenschaftlichen Relevanz beleuchtet. Das Tagesseminar gab Einblicke, schärfte kritische Blickweisen und zeigte Ausblicke auf, die eine fundierte Basis für den therapeutischen Alltag liefern.

Mrz 062017
 

(dge) Zahlreiche interdisziplinäre Forschungsprojekte im Bereich der Ernährungs- und Lebensmittelforschung in Deutschland und Europa sind in den letzten Jahren erheblich durch Drittmittel gefördert worden. Der diesjährige wissenschaftliche Kongress der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) vom 1.-3. März 2017 an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) stellt daher die kritische Frage: „Ernährungs- und Lebensmittelforschung – werden wir den gesellschaftlichen Herausforderungen gerecht?“ Die wissenschaftliche Leitung des Kongresses, den die DGE in Kooperation mit dem Institut für Humanernährung und Lebensmittelkunde an der Universität Kiel durchführt, haben CAU-Vizepräsidentin Prof. Dr. Karin Schwarz und ihre Kollegen Prof. Dr. Manfred J. Müller und Prof. Dr. Gerald Rimbach inne. „An dieErnährungs- und Lebensmittelforschung ist stets eine große gesellschaftliche Herausforderung geknüpft. Gerade in unseren öffentlich geförderten und fachübergreifenden Forschungsverbünden müssen wir sicherstellen, dass unsere Arbeit den Kampf gegen weit verbreitete gesundheitliche Probleme wie zum Beispiel Fettleibigkeit oder Diabetes tatsächlich voranbringt“, brachte Schwarz das übergreifende Thema der Tagung auf den Punkt. Continue reading »

Feb 072017
 

Ergebnisse des 13. DGE-Ernährungsberichts zur Übergewichtsentwicklung

(dge) Die Zahl der Übergewichtigen nimmt in Deutschland weiterhin zu. 59 % der Männer und 37 % der Frauen sind übergewichtig. In der Altersklasse der Berufstätigen ist das Dicksein heutzutage so weit verbreitet, dass es keine Ausnahme mehr darstellt, sondern der Normalzustand ist. Männer sind besonders häufig zu dick: Am Ende ihres Berufslebens sind 74,2 % übergewichtig. Bei den Frauen im gleichen Alter sind es 56,3 %. Ein positiver Trend zeichnet sich bei Kindern, die eingeschult werden, ab: In dieser Altersgruppe stagnierte in den letzten Jahren das Auftreten von Übergewicht bzw. war sogar leicht rückläufig. Diese Zahlen veröffentlichte die DGE in ihrem 13. Ernährungsbericht, die u. a. auf Daten des Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes basieren.

„Die Gründe für die Entstehung von Übergewicht sind seit langem bekannt“, sagt Prof. Helmut Heseker, ehemaliger Präsident der DGE, der das Thema für den 13. DGE-Ernährungsbericht bearbeitete. „Viele Menschen in Deutschland essen zu viele energiereiche Lebensmittel und bewegen sich zu wenig. Preiswerte und schmackhafte Lebensmittel und Getränke mit hohem Energiegehalt sind nahezu überall verfügbar – egal ob zu Hause oder unterwegs. Und diese Faktoren machen es schwer, normalgewichtig zu bleiben.“ Die DGE betont, dass dringend Handlungsbedarf zur Überwindung dieses gesellschaftlichen Problems besteht und verdeutlicht, dass zukünftig enorme Anstrengungen erforderlich sein werden, um die Adipositasepidemie zu stoppen bzw. umzukehren. Continue reading »

Feb 072017
 
Ergebnisse des 13. DGE-Ernährungsberichts

(dge) Der Verbrauch von Gemüse, Beeren- und Schalenobst und Mineralwasser in Deutschland nimmt zu. „Beim Gemüse sind vor allem Tomaten, Möhren und Zwiebeln sowie Blatt- und Stängelgemüse beliebt“, sagt Dr. Kurt Gedrich, Technische Universität München, auf einem Journalistenseminar der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zu den Trends im Lebensmittelverbrauch. Diese positiven Entwicklungen dürften zu einer besseren Versorgung der Bevölkerung mit einigen Vitaminen, sekundären Pflanzenstoffen, Mineralstoffen und Ballaststoffen geführt haben. Der Verbrauch von Frischobst und Zitrusfrüchten befindet sich laut Gedrich dagegen in einem Abwärtstrend. „Wir müssen unsere Anstrengungen weiter hochhalten, den Verzehr von Lebensmitteln mit einer vergleichsweise niedrigen Energiedichte voranzutreiben. Dazu gehören vor allem pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse und Obst. Gleichzeitig sollte in der Bevölkerung der Verzehr von Lebensmitteln bzw. Speisen und Getränken mit hoher Energiedichte, u. a. zuckerhaltigen Erfrischungsgetränken und Schokoladenwaren, eingeschränkt werden. Gerade der Konsum von Lebensmitteln mit hohem Energiegehalt erhöht das Risiko für die Entstehung von Adipositas deutlich“, bewertet Prof. Dr. Peter Stehle, Chefredakteur des 13. DGE-Ernährungsberichts, die Entwicklungen im Lebensmittelverbrauch.

Der Fleischverbrauch in Deutschland ist mit ca. 60 kg pro Kopf und Jahr seit einiger Zeit weitgehend stabil und damit immer noch zu hoch. Einen regelrechten Einbruch gab es seit 2010 beim Verbrauch von Fisch. Das ist negativ zu bewerten, da (See-)Fisch reich an langkettigen mehrfach ungesättigten n-3 Fettsäuren und Jod ist. Langkettige n-3 Fettsäuren spielen eine wichtige Rolle in der primären Prävention der koronaren Herzkrankheit.

Das erste Kapitel des DGE-Ernährungsberichts schreibt traditionell die Entwicklung des Lebensmittelverbrauchs auf der Ebene der für die Energie- und Nährstoffversorgung wichtigen Grundlebensmittel fort. Die jährliche Agrarstatistik bietet eine wertvolle Grundlage für Trendanalysen im Lebensmittelverbrauch. Unter Berücksichtigung der Lebensmittelinhaltsstoffe lässt sie Rückschlüsse auf die damit verbundenen Änderungen in der Nährstoffversorgung auf nationaler Bevölkerungsebene zu.

Weitere Informationen unter www.dge.de