Sep 162020
 

WCRF-Empfehlungen zur Krebsprävention stimmen mit Empfehlungen der DGE überein

(dge) Eine vollwertige pflanzenbetonte Ernährung kann das Risiko einer Krebserkrankung senken. Zu diesem Ergebnis kommt der dritte Expertenbericht des WCRF1 (World Cancer Research Fund) und des American Institute for Cancer Research, aus der aktuelle Ernährungsempfehlungen zur Krebsprävention abgeleitet wurden.

Passend zum diesjährigen Motto der Krebspräventionswoche vom 14.–18. September 2020 bestätigt die Analyse den großen Einfluss der Ernährung für die Krebsprävention. Schätzungsweise 30 bis 50 % aller Krebsfälle könnten durch das Einhalten eines normalen Körpergewichts, ausreichend körperliche Aktivität, eine gesundheitsfördernde Ernährung sowie durch die Vermeidung von berufsbedingten Karzinogenen, Umweltschadstoffen und bestimmten langfristigen Infektionen reduziert werden. Die aktuellen WCRF-Empfehlungen zur Krebsprävention stimmen dabei überwiegend mit den DGE-Ernährungsempfehlungen überein.

https://www.dge.de/presse/pm/pflanzenbetonte-ernaehrung-und-viel-bewegung-sind-beste-krebspraevention/

Sep 142020
 

DGE präsentiert Filme in der virtuellen Ausstellung des VFED-Online-Kongresses 2020

VFED KongressVom 18. bis 20. September 2020 veranstaltet der Verein für Ernährung und Diätetik (VFED) seinen Kongress für Ernährungsfachkräfte – die Aachener Diätetik Fortbildung – erstmals als Online-Fortbildung. Das Schwerpunktthema in diesem Jahr lautet „Diabetes mellitus“. Auch DGE geht neue Wege bei der Teilnahme an der begleitenden, virtuellen Fachausstellung: Sie präsentiert zwei Filme zu ihren neuesten Medien sowie den DGE-Qualitätsstandards.

Die Teilnehmenden bekommen passend zum Kongress-Thema Informationen über das neue Medienpaket für die Beratung bei Gestationsdiabetes, über weitere beratungsrelevante, neue Medien und über die Vorteile einer Mitgliedschaft in der Fachgesellschaft. Im Erklärfilm zu den DGE-Qualitätsstandards für die Verpflegung erfahren die Zuschauer mehr darüber, wie Praktiker diese wissenschaftlichen basierten Kriterien konkret umsetzen.

Sep 112020
 

Der hohe Stellenwert ausgewogener und leckerer Mahlzeiten für den Erhalt und die Förderung der Gesundheit älterer Menschen ist schon lange kein Geheimnis mehr. Doch wie kann man die Verpflegung optimal gestalten? Und welche Rahmenbedingungen benötigen Verantwortliche und Fachkräfte, damit ältere Menschen in allen Lebenssituationen, d.h. im eigenen Wohnumfeld, durch Menülieferdienste oder offene Mittagstische, aber auch in der Tagespflege bzw. in stationären Senioreneinrichtungen vollwertige Mahlzeiten sowie soziale Teilhabe erleben können.

Diese zentralen Fragen werden im Rahmen der Fachtagung mit Expertinnen und Experten erörtert.

Wir freuen uns sehr, in diesem Rahmen die DGE-Vernetzungsstelle Seniorenernährung MV vorstellen zu können. Unter der Leitung von Simone Gladasch ist nun eine Anlaufstelle in Mecklenburg-Vorpommern für alle Fragen rund um die Ernährung und Verpflegung von älteren Menschen etabliert worden.

Die kostenfreie Veranstaltung findet als Präsenz-Veranstaltung in Güstrow am 22.9.2020 statt. Es ist eine Kooperationsveranstaltung der BAGSO mit der DGE und dem Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt in MV.

Anmeldung bitte unter:https://im-alter-inform.de/termine/tagungen/fachtagungen-gemeinschaftsverpflegung

Programm: https://im-alter-inform.de/fileadmin/user_upload/5_Termine/Tagungen/Tagungen_GV/GV_Tagung_2020_Guestrow_Programm.pdf

 

 

Sep 092020
 

DGE hat Publikationen neu gesichtet – Fachkräfte sind gefragt

Buddhabowl mit Gemüse, Kichererbsen und Kartoffeln

© saschanti – stock.adobe.com

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) hat ihre Position aus dem Jahr 2016 zur veganen Ernährung hinsichtlich der Bevölkerungsgruppen mit besonderem Anspruch an die Nährstoffversorgung wie Schwangere, Stillende und Kinder überprüft und ergänzt. Denn vegane Ernährung scheint im wahrsten Sinne des Wortes „in aller Munde“. So lassen es zumindest Aussagen von Influencer*innen, das immer größere Angebot an veganen Produkten sowie Berichte in den Medien nach der Veröffentlichung neuer Studien vermuten. Die Autorengruppe der Fachgesellschaft hat nun in einer systematischen Literaturrecherche überprüft, welche neuen Publikationen und Aussagen es zur veganen Ernährung bei Schwangeren, Stillenden, Kindern und Jugendlichen gibt. Das Ergebnis lautet: Aufgrund der unverändert unzureichenden Beurteilungsgrundlage bleibt die Position der DGE zur veganen Ernährung bei Personen mit besonderem Anspruch an die Nährstoffversorgung bestehen: Eine vegane Ernährung wird für diese Gruppen nicht empfohlen.

Veganer*innen sollten sich Profis anvertrauen

Schwangeren, Stillenden, Kindern, Jugendlichen und Eltern, die sich oder ihre Kinder dennoch vegan ernähren möchten, empfiehlt die DGE explizit das Gespräch mit Fachkräften. Diese sollen auf die Risiken hinweisen, aber auch Handlungsoptionen aufzeigen sowie gleichzeitig eine bestmögliche Unterstützung bei der Umsetzung einer bedarfsgerechten veganen Ernährungsweise bieten. Dazu kann auch die Kontaktvermittlung zur qualifizierten Ernährungsfachkraft gehören. Ein Nährstoffdefizit lässt sich durch bedarfsgerechte Ernährung vorbeugen und damit kann eine mögliche Fehlentwicklung vermieden werden. Die Versorgung mit den kritischen Nährstoffen sollten Veganer*innen bzw. Eltern zudem regelmäßig ärztlich überprüfen lassen. Ernährungsberater*innen, Fachkräfte und Multiplikator*innen wie Hebammen, Stillberater*innen, Kinderärzt*innen oder Frauenärzt*innen, die vegan ernährte Kinder, Jugendliche, Schwangere oder Stillende betreuen, sollten dabei wissenschaftlich fundierten Informationen in den Gesprächen mitberücksichtigen.

Anthropometrischen Daten zeigen, dass Kinder von vegan lebenden Schwangeren bei der Geburt bzw. vegan ernährte Kinder in den ersten Lebensjahren teilweise kleiner und leichter waren, als omnivor ernährte Kinder, die Werte aber meist im normalen Bereich lagen. Wenige, allerdings nicht repräsentative, Daten deuten auch darauf hin, dass sich der Vitamin-B12-Gehalt der Frauenmilch und die Energiezufuhr der Kinder statistisch nicht signifikant zwischen vegan, vegetarisch und omnivor ernährten Studienteilnehmerinnen unterscheiden. Auch essen vegan ernährte Kinder mehr Ballaststoffe und weniger zugesetzte Zucker, was ernährungsphysiologisch günstig ist.

Vergleich zum Ausland schwer möglich

Verschiedene internationale und nationale Stellungnahmen und Positionen spiegeln wider, dass die vorhandene wissenschaftliche Evidenz unterschiedlich bewertet und interpretiert wird. Alle Fachgesellschaften betonen allerdings die Notwendigkeit einer angemessenen Supplementation von Nährstoffen, v. a. Vitamin B12. Ein Vergleich zu anderen Positionen wird erschwert, da es in Deutschland keine flächendeckende Anreicherung von Lebensmitteln mit entsprechenden Nährstoffen gibt und sich daher eine andere Ausgangslage in der Bevölkerung ergibt.

Zur Methodik

Die systematische Literaturrecherche in den Datenbanken NCBI PubMed, Embase und Cochrane umfasste Publikationen in deutscher und englischer Sprache zwischen Januar 2016 und Januar 2020. Dabei wurden Originalarbeiten, Meta-Analysen, Systematische Reviews, Positionspapiere; aber keine Fallberichte miteinbezogen. Die Recherche ergab 818 Treffer ohne Duplikate; darunter entsprachen fünf Publikationen zu drei Studien und ein systematischer Review den Einschlusskriterien. Metaanalysen zur Thematik konnten nicht identifiziert werden. Zehn internationale Empfehlungen und Positionspapieren anderer Fachgesellschaften hat die DGE berücksichtigt.

Aug 272020
 

Bundesministerin Julia Klöckner übergibt Förderbescheide

(dge) Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft Julia Klöckner (BMEL) übergibt am 27. August 2020 in Berlin die Förderbescheide für die Einrichtung der DGE-Vernetzungsstellen Seniorenernährung in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen an den Minister für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern Dr. Till Backhaus und die Niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Barbara Otte-Kinast.

Bundesministerin Julia Klöckner übergibt den Förderbescheid für die Vernetzungsstelle Seniorenernährung für Mecklenburg-Vorpommern an Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus, Foto: © Felix Zahn/photothek.net

Die Gruppe der älteren Menschen ist sehr heterogen. Manche Senior*innen sind bis ins hohe Alter körperlich aktiv, manche eingeschränkt in der Alltagsbewältigung und Selbstversorgung oder pflegebedürftig. Durch körperliche, krankheitsbedingte oder soziale Veränderungen und Beeinträchtigungen nimmt mit steigendem Alter das Risiko einer Mangelernährung zu. Die Vorveröffentlichung zum 14. Ernährungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) zeigt auf, dass etwa 25 % der Bewohner*innen von Pflegeheimen mangelernährt sind. Zum anderen steigt der Anteil übergewichtiger und adipöser Personen im Alter. Durch einen unterschiedlichen Energiebedarf und Probleme beim Essen wie Kau- und Schluckstörungen spielt die Ernährung dabei eine wesentliche Rolle. Daher hat das BMEL eine Initiative für eine gesundheitsfördernde Ernährung im Alter gestartet und wird als eine Maßnahme in allen Bundesländern Vernetzungsstellen für Seniorenernährung einrichten.

Bundesministerin Julia Klöckner übergibt den Förderbescheid für die Vernetzungsstelle Seniorenernährung für Niedersachsen an die Ministerin Barbara Otte-Kinast, Foto: © Felix Zahn/photothek.net

DGE-Geschäftsführerin Dr. Kiran Virmani begrüßt die Einrichtung der Vernetzungsstellen und betont: „Der „DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in stationären Senioreneinrichtungen“ und der „DGE-Qualitätsstandard für Essen auf Rädern“ sind ein wichtiges Handwerkszeug für die praktische Umsetzung eines ausgewogenen und gesundheitsfördernden Verpflegungsangebotes. Dass sich der DGE-Qualitätsstandard positiv auf das Speisenangebot in stationären Senioreneinrichtungen auswirkt, zeigen die Daten des 13. DGE-Ernährungsberichtes. Gemüse und Salat, Obst, Fisch und Vollkornprodukte werden häufiger angeboten, der Einsatz von Fleisch wird reduziert.“

Ziel der Vernetzungsstellen für Seniorenernährung ist es, bundesweit das Speisenangebot von „Essen auf Rädern“ sowie in stationären Senioreneinrichtungen durch die flächendeckende Anwendung der DGE-Qualitätsstandards zu verbessern. Dies wirkt sich gleichzeitig positiv auf die Ernährungssituation der Senior*innen aus. Die Vernetzungsstellen bieten Beratung und Information für Senior*innen, ihre Angehörigen sowie die Verantwortlichen in der Verpflegung und Betreuung an.

Aug 212020
 
Eine zentrale Empfehlung: verbindliche DGE-Qualitätsstandards
4 Zentrale Ziele für Nachhaltige Ernährung(dge) Was macht eine nachhaltigere Ernährung aus und wie kann Politik dazu beitragen, dass sich Menschen nachhaltiger ernähren? Mit diesen Fragen hat sich der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz (WBAE) beschäftigt und ein aktuelles Gutachten „Politik für eine Nachhaltigere Ernährung: eine integrierte Ernährungspolitik entwickeln und faire Ernährungsumgebungen gestalten“ an Bundesministerin Julia Klöckner (BMEL) übergeben. Der WBAE definiert darin mit Gesundheit, Soziales, Umwelt und Tierwohl 4 zentrale Ziele einer nachhaltigeren Ernährung, die auch Bestandteil einer neu ausgerichteten und gestärkten Ernährungspolitik sein sollen, um die deutschen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

Auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Ernährung gibt das Gutachten 9 zentrale Politikempfehlungen. Darin kommt der Empfehlung, die DGE-Qualitätsstandards für die Gemeinschaftsverpflegung flächendeckend und verpflichtend umzusetzen, eine zentrale Rolle zu. „Es ist wünschenswert, dass Verbraucher*innen eine nachhaltige Ernährung für sich entdecken. Hier können spezifische Angebote in der Gemeinschaftsverpflegung richtungsweisend sein“, sagt Prof. Ulrike Arens-Azevêdo, Mitglied im WBAE und Wissenschaftlichen Präsidium der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE). Ziele sind unter anderen, einen Systemwechsel in der Kita- und Schulverpflegung herbeizuführen und insbesondere Kinder in den Fokus zu rücken, eine gesundheitsfördernde Ernährung für alle zu ermöglichen und Ernährungsarmut zu verringern, Angebote in öffentlichen Einrichtungen zu verbessern und Großküchen nachhaltiger zu gestalten.

Die Ernährung spielt dabei insgesamt eine wichtige Rolle. Die Art und Weise wie wir uns ernähren, beeinflusst wesentlich unseren individuellen Gesundheitsstatus, unser Wohlbefinden und unsere Lebensqualität. Die DGE hat hierzu in ihren 10 Regeln und lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen gesundheitlich relevante Aspekte für eine nachhaltige Ernährung berücksichtigt. Die Veröffentlichung dient auch als Leitfaden für die DGE nachhaltige Ernährungsempfehlungen weiter zu entwickeln.

Das Gutachten plädiert auch für die angemessene Gestaltung unserer Ernährungsumgebung, die das Konsum- und Essverhalten entscheidend prägt. Um diese zu verbessern, eignen sich nach Ansicht des WBAE Maßnahmen wie eine hochwertige Gemeinschaftverpflegung, insbesondere eine für alle Kinder zugängliche nachhaltigere Kita- und Schulverpflegung, werbefreie Räume, Trinkwasserspender in öffentlichen Gebäuden, angemessene Portionsgrößen und angenehmes Ess-Ambiente in Kitas, Schulen, Seniorenheimen und Krankenhäusern. Darüber hinaus spricht sich der WBAE dafür aus, kleinere Portionsgrößen zum Standard zu machen, den Konsum zuckerhaltiger Getränke zu reduzieren und den Leitungswasserkonsum zu fördern.

Bisher hat die deutsche Ernährungspolitik nach Auffassung der Gutachter die Verantwortung für eine nachhaltigere Ernährung zu sehr dem Einzelnen überlassen. „Unser Ernährungsverhalten ist nicht nur das Ergebnis von bewussten und reflektierten Entscheidungen, viele davon treffen wir habituell und unbewusst im „Auto-Pilot“ und sie werden wesentlich durch unsere Ernährungsumgebung geprägt“, betont Prof. Britta Renner, Ko-Leiterin des Gutachtens und Vizepräsidentin der DGE. Die vorgeschlagene integrierte Ernährungspolitik ist eine Chance und wichtiger Schritt hin zu fairen Ernährungsumgebungen, um unsere Gesundheit, unsere Umwelt und unser Klima zu schützen, Ernährungsarmut zurückzudrängen, soziale Mindeststandards einzuhalten und das Tierwohl zu erhöhen.

Dem WBAE gehören insgesamt 19 Mitglieder an. Aus dem Wissenschaftlichen Präsidium der DGE sind Vizepräsidentin Prof. Dr. Britta Renner und Prof. Ulrike Arens-Azevêdo in diesem interdisziplinär besetzten Gremium vertreten. Der WBAE berät das Ministerium bei der Entwicklung seiner Politik in diesen Bereichen. Er arbeitet auf ehrenamtlicher Basis, ist unabhängig und erstellt Gutachten und Stellungnahmen zu selbst gewählten Themen.

Aug 042020
 

DGE veröffentlicht neues Medienpaket für die Beratung bei Gestationsdiabetes

Ordner Gestationsdiabetes(dge) Gemeinsam mit dem Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) das Medienpaket „Ernährungstherapie bei Gestationsdiabetes“ entwickelt und herausgegeben. Es bietet Ernährungsfachkräften einen Leitfaden für die Ernährungsberatung vom Zeitpunkt der Diagnose bis nach der Geburt. In der Regel kann der Gestationsdiabetes mit Hilfe geeigneter Maßnahmen therapiert werden. Dazu zählen eine gezielte Ernährungs- und Bewegungsumstellung sowie die Blutglucoseselbstkontrolle.

„Mit dem Medienpaket bekommen Ernährungsfachkräfte einen didaktisch gut aufgebauten und wissenschaftlich fundierten Leitfaden an die Hand, mit dem sie betroffene Frauen individuell beraten und begleiten können. Damit unterstützen sie werdende Mütter, die häufig von der Diagnose Schwangerschaftsdiabetes überrascht werden, dabei, kurzfristig eine Lebensstiländerung zu realisieren“, sagt DGE-Geschäftsführerin Dr. Kiran Virmani.

Das neue Medienpaket bietet dafür ein geeignetes Schulungsprogramm zur Beratung und Motivation betroffener Frauen. Das in einfacher, verständlicher Sprache gehaltene, modular aufgebaute Programm ist vorwiegend für die Einzelberatung geeignet. Kernstück ist der Beraterleitfaden, der in vier Module unterteilt ist: Erstschulung nach Diabetesdiagnose, Ernährungsempfehlungen, kontrollierte Gewichtszunahme und Informationen zur Entbindung, Diabetesprävention und Stillempfehlungen. Dazu gibt es flexibel einsetzbare Ergänzungsmodule mit Empfehlungen zum Proteinverzehr, Informationen zu Zutatenlisten und Nährwerttabellen sowie Außer-Haus-Verpflegung. Das Schulungsprogramm enthält hilfreiche Vorlagen für die Beratung wie z. B. Anamnesebogen und Blutzuckerprotokoll, Schaubilder, Fotokarten mit Abbildungen diabetes-relevanter Lebensmittel. Handbücher zur Weitergabe an die Patientinnen begleiten die Betroffenen während der Beratungseinheiten und bieten Unterstützung bei der Umsetzung im Alltag. Das Schulungsprogramm basiert auf aktueller wissenschaftlicher Literatur und der „S3-Leitlinie Gestationsdiabetes mellitus (GDM), Diagnostik, Therapie und Nachsorge“ der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG).

Unbehandelter Gestationsdiabetes birgt Risiken für Mutter und Kind

Gestationsdiabetes zählt zu den häufigsten und schwerwiegendsten Komplikationen in der Schwangerschaft. Die Glucosetoleranzstörung, die erstmals in der Schwangerschaft auftritt, kann unbehandelt akute und langfristige Risiken für Mutter und Kind bergen. Bei den Schwangeren kann es vermehrt zu Harnwegsinfekten, Bluthochdruck, Präeklampsie, Frühgeburt, Entbindung durch Kaiserschnitt und Geburtskomplikationen kommen. Langfristig haben sie zudem ein erhöhtes Risiko, einen Diabetes mellitus Typ 2 zu entwickeln. Bei den Kindern können u.a. ein erhöhtes Geburtsgewicht (Makrosomie) oder Anpassungsprobleme und Unterzuckerung nach der Geburt zu Komplikationen führen. Auch sie haben ein erhöhtes Risiko im späteren Leben an Übergewicht und Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken.

Das Medienpaket ist unter der Artikel-Nr. 400510 über den DGE-MedienService, Tel. +49 228 9092626, E-Mail: info(at)dge-medienservice.de, zum Preis von 77,52 EUR zzgl. 3,00 EUR Versandkosten erhältlich. Die Patientinnen-Handbücher können unter der Artikel-Nr. 400511 zum Preis von 0,98 EUR zzgl. 3,00 EUR Versandkosten nachbestellt werden.

Jul 282020
 

Neuer Leitfaden gibt Empfehlungen zur Umsetzung

Titelseite Leitfaden NACHHALTIG BUND GESUNDNACHHALTIG B|UND GESUND – so sieht die optimale Betriebsverpflegung aus. Doch was bedeutet nachhaltig und gesund? Welche Rolle spielen Bioprodukte und wie können diese erfolgreich in das Angebot integriert werden? Welche Wege gibt es, Lebensmittelabfälle zu vermeiden und wie lassen sich Ressourcenschutz und Wirtschaftlichkeit vereinbaren?

Der neue Leitfaden „Auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit in der Betriebsverpflegung: Empfehlungen und Tipps für Dienstleisterinnen und Dienstleister“ gibt Antwort.

Er richtet sich vorrangig an Verantwortliche der Betriebsgastronomie in Bundesbehörden um Entscheidungsträger*innen und Dienstleister*innen dabei zu unterstützen, den Verpflegungsalltag nachhaltiger zu gestalten.

Der Leitfaden bündelt die Ergebnisse des DGE-Projektes „NACHHALTIG B|UND GESUND“, das in 2 Modellkantinen Maßnahmen durchgeführt hat, um die Nachhaltigkeit in den Dimensionen Ökologie und Gesundheit zu verbessern. Unterstützt wurden die Einrichtungen bei einer nachhaltigeren Zubereitung gesundheitsfördernder Mahlzeiten nach den DGE-Qualitätsstandards, mit einem hohen Anteil an Bioprodukten. Gleichzeitig lag der Fokus darauf, vermeidbare Lebensmittelabfälle zu reduzieren. Gefördert wurde das Projekt vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Rahmen von IN FORM.

Die Publikation zeigt mögliche Wege auf, wie eine nachhaltige Verpflegung unter Beachtung der jeweiligen Ausgangslage eines Betriebs umgesetzt werden kann. Neben Empfehlungen und Tipps, wie die Betriebsverpflegung nachhaltiger gestaltet werden kann, sind auch Faktoren aufgeführt, die sich hemmend oder fördernd auf das Vorhaben auswirken können. Parallel dazu werden mögliche Lösungsansätze und Verbesserungsvorschläge aufgezeigt. Checklisten und Best-Practice Beispiele runden den Leitfaden ab. Er kann kostenlos bei JOB&FIT – mit Genuss zum Erfolg abgerufen oder im DGE-Medienservice bestellt werden.

Jul 212020
 

Sportler*innen benötigen normalerweise keine Protein-Supplemente

Läufer*in in Startposition

© Maridav – stock.adobe.com

(dge) Eine adäquate Proteinzufuhr ist eine wichtige Voraussetzung für optimale Trainingsprozesse und Leistungsbereitschaft im Sport. Die Arbeitsgruppe Sporternährung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) hat jetzt in einem neuen Positionspapier die wissenschaftliche Datenlage zur Bedeutung einer angemessenen Proteinzufuhr für Sportler zusammengefasst. Diese Position bringt Klarheit in das Thema „Proteinzufuhr und Sport“. Die Veröffentlichung trifft Aussagen zu Zufuhrmengen von Proteinen, Art der Proteinquelle sowie dem Zeitpunkt der Zufuhr. „Ein Ergebnis ist: Im Ernährungsalltag von Sportler*innen gibt es keinen physiologischen Grund, die Proteinzufuhr durch Supplemente zu ergänzen und eine ausgewogene Ernährung ist Supplementen in der Regel überlegen“, sagt Prof. Dr. Helmut Heseker, Universität Paderborn und Sprecher der Arbeitsgruppe.

Mit der Proteinzufuhr im Sport ist das letzte von insgesamt 7 Positionspapieren erschienen, die die DGE-Arbeitsgruppe Sporternährung zum Energiebedarf, zu Fetten, Kohlenhydraten, Flüssigkeitsmanagement, Mineralstoffen und Vitaminen sowie Sicherheitsapekten bei Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) im Sport erstellt hat. Damit liegen erstmals gesicherte Empfehlungen und Standards zu den besonderen Ernährungsbedürfnissen von Leistungs- und ambitionierten Freizeitsportler*innen im deutschsprachigen Raum vor.

Proteine sind wichtige Bausteine im Stoffwechsel von Muskeln, Knochen und Bindegewebe. Zudem sind sie im Zellstoffwechsel, Hormonhaushalt, im Immun- und Gerinnungssystem sowie im Energiestoffwechsel von Bedeutung. Dem Protein werden im Sport positive Effekte zugeschrieben wie die muskuläre Proteinbiosynthese, Aufbau von Muskelmasse und Muskelkraft, eine Verbesserung der Körperzusammensetzung sowie eine optimale Regeneration in der Nachbelastungsphase.

weiter unter: https://www.dge.de/presse/pm/dge-veroeffentlicht-positionspapier-zur-proteinzufuhr-im-sport/

Jul 102020
 

Interview mit Prof. Dr. troph. Mathilde Kersting über die SuSe-II-Studie

Prof. Dr. troph. Mathilde Kersting, Leiterin des Forschungsdepartment Kinderernährung (FKE), Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Ruhr-Universität Bochum, empfiehlt: „Stillen als etwas Schönes und Entspanntes zu sehen“. Damit das gelingen kann, benötigen Mütter fachkundige Unterstützung und entsprechende Rahmenbedingungen. Was das bedeutet, erklärt Prof. Dr. Kersting im Interview auf DGE-Blog. Sie forscht seit vielen Jahren zum Thema Stillen.

Gemeinsam mit Prof. Dr. med. Thomas Lücke, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Ruhr-Universität Bochum, leitete sie von 2017-19 die Studie über „Stillen und Säuglingsernährung in Deutschland – SuSe II“ im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE), gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Zudem führte Kersting bereits von 1997-1998 die erste Studie SuSe I durch.

Auf DGE-Blog gibt sie Einblick in ihre Erfahrungen, was Stillförderung in der Praxis bedeutet und welche Herausforderungen heute beim Thema Stillen für Mütter im Vordergrund stehen.