Jan 082021
 

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) schreibt Forschungsvorhaben über Ernährungssituation armutsgefährdeter Familien aus

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) veröffentlichte am 11. Dezember als zuständiger Projektträger die Bekanntmachung für ein interdisziplinäres Forschungsvorhaben mit dem Titel „Multidisziplinäre Erhebung der Ernährungs- und Gesundheitssituation von Personen in armutsgefährdeten Haushalten mit Kindern“.

Das Forschungsprojekt soll auf 30 Monate angelegt sein und ist als Zuwendung auf Ausgabenbasis organisiert. Die Erstveröffentlichung der Forschungsergebnisse erfolgt in einem Kapitelbeitrag zum 15. DGE-Ernährungsbericht. Das Einreichen der Projektskizzen ist bis Montag, 1. Februar 2020, 12 Uhr, möglich.

Das BMEL gibt im Rahmen der Ausschreibung an, dass es weiterführende Erkenntnisse über das tatsächliche Ausmaß benötigt, in welchem armutsgefährdete Haushalte in Deutschland materielle und soziale Beeinträchtigungen im Bereich der Ernährung erfahren. Die Ergebnisse werden als Entscheidungshilfe gebraucht, um passgenauere ernährungsbezogene Unterstützungsangeboten zu gestalten und um diese für die Planung und Umsetzung zukünftiger Interventionen zu nutzen.

Alle weiteren Informationen zur Antragsstellung können der Bekanntmachung entnommen oder beim Projektträger BLE (ptble) erfragt werden:

Jan 082021
 

Vegan, vegetarisch und Mischkost – Ernährungsweisen von Kindern und Jugendlichen

Dr. Johanna Conrad, seit Oktober 2020 Leiterin des Referats Wissenschaft bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE), informiert in einem Beitrag auf DGE-Blog über Grenzen und Reichweite der „Vegetarian and Vegan Children and Youth Study“ (VeChi-Youth-Studie). Das Autorenteam um PD Dr. Ute Alexy und Dr. Markus Keller untersuchte in der Studie, den Einfluss verschiedener Ernährungsformen auf das Ernährungsverhalten und die Nährstoffversorgung von Heranwachsenden in Deutschland.

Die Stichprobe mit insgesamt 401 sich vegan, vegetarisch oder mit Mischkost ernährenden Kindern und Jugendlichen in Deutschland zeigt nur geringe Unterschiede in der Nährstoffzufuhr und -versorgung. Alle Ernährungsformen weisen aber kritische Werte bei der Versorgung mit Vitamin B2, Vitamin D und Jod sowie bei der Zufuhr von Calcium auf.

„Eine Ernährung mit einem hohen Anteil an Gemüse und Obst kann gesundheitliche Vorteile bieten“, stellt Conrad fest. Dennoch ist unabhängig von der Ernährungsform zu beachten, dass je stärker die Lebensmittelauswahl eingeschränkt wird und je weniger abwechslungsreich gegessen wird, desto größer ist das Risiko einer Nährstoffunterversorgung oder eines Nährstoffmangels.

Conrad führt aus, dass nach Einschätzung der DGE, die VeChi-Youth-Studie die unzureichende Datenlage für sich vegan ernährende Kinder und Jugendliche nur bedingt verbessert. Für wissenschaftlich gesicherte Aussagen über Auswirkungen einer vegetarischen Ernährungsweise sind mehr Querschnitts- und Längsschnittstudien notwendig. Zudem sollte die Auswahl der Studienpopulation nach Möglichkeit systematisch erfolgen.

Aufgrund des erhöhten Risikos einer Nährstoffunterversorgung und eines Nährstoffmangels und deren teilweise irreversiblen Konsequenzen, wird von der DGE eine vegane Ernährung in Schwangerschaft und Stillzeit sowie im gesamten Kindes- und Jugendalter weiterhin nicht empfohlen.

Dez 152020
 

DGE-Vernetzungsstelle Schulverpflegung in Mecklenburg-Vorpommern vom BMEL gefördert

Hans-Joachim Fuchtel überreicht die Förderurkunde

Der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel vom Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft überreicht die Förderurkunde über 206.000 Euro. Foto: ©BMEL

Für die nächsten zwei Jahre erhält die DGE-Vernetzungsstelle Schulverpflegung in Mecklenburg-Vorpommern knapp 239.000 Euro für ein Projekt, das eine gesunde und nachhaltige Schulverpflegung auf Grundlage des DGE-Qualitätsstandards für die Verpflegung in Schulen unterstützt. Am vergangenen Freitag, dem 11.Dezember 2020, nahm die DGE einen entsprechenden Förderbescheid des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) entgegen. Die DGE begrüßt die Förderung des Projektes, das unter der Überschrift „Kompetenzbildung für mehr Nachhaltigkeit bei Akteur*innen im Bereich der Schulverpflegung“ eine umweltschonende und klimafreundliche Verpflegung von Kindern und Jugendlichen etablieren will.

Die DGE-Vernetzungsstelle Schulverpflegung in Mecklenburg-Vorpommern unterstützt bereits seit mehr als 10 Jahren Schulen bei der Gestaltung und Umsetzung einer gesundheitsfördernden und ausgewogenen Verpflegung. Dank der Förderung kann sie nun mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit auf die aktuellen Herausforderungen bei der Gestaltung der Schulverpflegung reagieren. Dabei will sie einerseits die Verwendung regionaler, saisonaler und ökologisch erzeugter Lebensmittel intensivieren. Andererseits sollen insbesondere Speisenanbieter*innen für die Umsetzung einer abwechslungsreichen, pflanzenbasierten Speisenplanung geschult werden.

„Unsere DGE-Qualitätsstandards geben Caterern und Anbieter*innen von Schul- bzw. Kindergartenspeisung Orientierung für eine schmackhafte, ernährungsphysiologisch ausgewogene und nachhaltige Ernährung“, sagte DGE-Geschäftsführerin Kiran Virmani anlässlich der Überreichung des BMEL-Förderbescheids. Seit Jahren treibt die DGE das Thema Nachhaltigkeit in der Gemeinschaftsverpflegung voran. Ihre kürzlich überarbeiteten DGE-Qualitätsstandards für die Verpflegung in den Bereichen Kita und Schule leiten vom ersten Planungsschritt bis zur Essensausgabe und Entsorgung dazu an, eine gesundheitsfördernde Verpflegung zugleich umweltschonender und klimafreundlicher zu gestalten.

Die DGE-Vernetzungsstelle Schulverpflegung in Mecklenburg-Vorpommern informiert zum Thema Verpflegung, organisiert Fortbildungsveranstaltungen, vermittelt Expert*innen für die Beratung von Schulen. Zudem vernetzt sie Behörden, Wirtschaftsbeteiligte, Träger*innen, Leitungen sowie Lehrkräfte und Eltern.


Dez 142020
 
Frontalunterricht, eine Teilnehmerin dreht sich um

©contrastwerkstatt – stock.adobe.com

Die DGE, ihre Sektionen und Vernetzungsstellen bieten auch 2021 wieder eine große Auswahl an Seminaren und Tagungen online und in Präsenz an. Neu sind Seminare zu Themen wie Online-Beratung, Einkaufstraining als Instrument für die Ernährungsberatung, Lebensmittelrecht und -hygiene in der Gemeinschaftsverpflegung, Ernährung und Sport sowie Ernährung bei COPD. Auch eine 6-teilige Fortbildungsreihe zu „Ernährung von Kindern in Kita, Schule und Co.“ ist hinzugekommen.

Für Ernährungsfachkräfte, die ihre Kompetenzen für eine Führungsposition im Bereich der Gemeinschaftsverpflegung erweitern möchten, startet im Januar der alle zwei Jahre stattfindende Zertifikatslehrgang Verpflegungsmanager*in/DGE.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme an unseren Fort- und Weiterbildungen!

Das DGE-Referat Fortbildung ist zertifiziert nach „Lernorientierter Qualitätstestierung in der Weiterbildung“ (LQW). Mit dem LQW-Qualitätssiegel verfügt die DGE über ein anerkanntes Qualitätstestierungsverfahren. Dadurch sind DGE-Fortbildungen in zahlreichen Bundesländern als Bildungsurlaub anerkannt. Eine Förderung durch Prämiengutscheine oder Bildungsschecks ist möglich.

Dez 142020
 
 
Tüte mit Lebensmitteln

© missmimimina – stock.adobe.com

Die alle vier Jahre stattfindende Dreiländertagung der DGE, ÖGE und SGE fand in diesem Jahr vom 19.-20. November 2020 unter dem Motto „Update D-A-CH-Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – vulnerable Gruppen entlang des Lebenszyklus“ erstmals digital statt. ÖGE-Präsident Prof. Dr. Karl-Heinz Wagner begrüßte die rund 400 Teilnehmer*innen mit den Worten: „Wir werden diese Dreiländertagung nutzen, um Wissen zu vermitteln, uns auszutauschen und zu diskutieren – was trotz der virtuellen Ausrichtung gut möglich ist.“ Prof. Dr. Jakob Linseisen, Präsident der DGE betonte: „Ich stehe komplett hinter dem Konzept der Dreiländertagung, auch für die zukünftige Zusammenarbeit der österreichischen, deutschen und schweizerischen Ernährungsfachgesellschaften. Die D-A-CH-Referenzwerte sind dabei das herausragende verbindende Element.“ Cornelia Conrad-Zschaber, Präsidentin der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE), verdeutlichte: „Jetzt gilt es, stärker einzelne Bevölkerungsgruppen in den Fokus zu nehmen, um Fehlernährung zu vermeiden. Die D-A-CH-Referenzwerte bieten hier eine verlässliche Orientierung auf dem neuesten Stand der Wissenschaft.“

20 Jahre D-A-CH-Referenzwerte

Die D-A-CH-Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr geben die drei Fachgesellschaften seit nunmehr zwei Jahrzehnten heraus. Pünktlich zur Dreiländertagung liegt die fünfte Ergänzungslieferung vor, mit überarbeiteten D-A-CH-Referenzwerten für Vitamin A und Biotin. Bei Vitamin A dient die Retinolaktivitätsäquivalente (RAE) und nicht länger die Retinoläquivalente (RE) als Berechnungsgrundlage, was eine genauere Bewertung der pflanzlichen Lebensmittel als Provitamin-A-Quelle zulässt. Die empfohlene Zufuhr für Vitamin A beträgt nun 700 µg RAE /Tag für Frauen und 850 µg RAE /Tag für Männer. Einen separaten Referenzwert für β-Carotin gibt es zukünftig nicht. Für Biotin wird der Referenzwert ab jetzt für alle Altersgruppen und nicht mehr als Spanne, sondern als konkreter Wert angegeben. Der neue Schätzwert für Erwachsene beträgt 40 µg/Tag.

Vulnerable Gruppen entlang des Lebenszyklus

Die Herausforderungen an die Ernährung in verschiedenen Lebensphasen – vom Säugling bis ins hohe Alter – waren weitere Schwerpunktthemen der Tagung: Im Leben sind die ersten 1000 Tage entscheidend, um den Grundstein für die zukünftige Ernährungsweise zu legen. Prof. Dr. Regina Ensenauer vom Max Rubner-Institut in Karlsruhe stellte fest: „Übergewicht beginnt bereits in utero“. Denn war die Mutter vor der Schwangerschaft übergewichtig, steigt auch das Risiko beim Kind später übergewichtig zu sein und ggf. einen Diabetes mellitus Typ 2 oder eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln. Weitere Faktoren sind hier das Stillen, die Stilldauer sowie die Gewichtszunahme des Kindes in den ersten zwei Lebensjahren. Für die Ernährung von Kindern und Jugendlichen ist außerdem eine gesundheitsfördernde und zugleich bezahlbare Gemeinschaftsverpflegung elementar, da ein Großteil der Kinder im Kindergarten oder in der Schule verpflegt wird.

Da der Anteil älteren Menschen in der Gesellschaft stetig zunimmt, steigt auch die Herausforderung für eine qualitativ hochwertige Ernährung und ausreichende Bewegung, bereits in jungem und mittlerem Alter. Denn ein gutes „Ausgangsniveau“ führt meist auch zu einer besseren Mobilität im Alter. Die ausreichende Versorgung mit im Alter oftmals kritischen Nährstoffen, wie Protein, Vitamin D oder Folsäure sollte zudem im Fokus bleiben. Eine Mangelernährung tritt mit zunehmenden kognitiven Einschränkungen und hoher Pflegebedürftigkeit vermehrt auf. Daher ist es sinnvoll bei älteren Menschen in stationären Einrichtungen, routinemäßig ein standardisiertes Screening auf Mangelernährung durchzuführen und rechtzeitig Interventionsmaßnahmen einzuleiten.

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Dez 012020
 

Aktualisierte DGE-Qualitätsstandards für die Verpflegung begleiten Praktiker*innen zu nachhaltigen Lösungen – Vorstellung im Online-Symposium am 30. November 2020

Die neuen DGE-QualitätsstandardsDie Ansprüche an die Gemeinschaftsverpflegung sind gestiegen: Gefordert wird eine Qualität zu angemessenen Kosten, die der Gesundheit dient und schmeckt, soziale Teilhabe ermöglicht, aber auch den Umweltaspekt einbezieht. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) fokussiert das in ihren neu überarbeiteten Qualitätsstandards. Sie wurden im Online-Symposium am 30. November 2020 einem Fachpublikum vorgestellt.

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, die die Überarbeitung der Qualitätsstandards mit ihrem Ministerium gefördert hat, betont: „Eine ausgewogene Ernährung von Kindern und Jugendlichen ist der Schlüssel für ein gesundes Leben. Denn Übergewicht von Kindesbeinen an wird häufig lange Jahre mit sich getragen. Dabei spielen Kita und Schule eine entscheidende Rolle: Für viele Kinder und Jugendliche ist die gesunde und ausgewogene Mittagsverpflegung hier die einzige Chance, das regelmäßig praktisch zu erfahren. Deshalb fördern wir seit Jahren intensiv Projekte zur Umsetzung und Bekanntmachung der DGE-Standards. Damit haben wir wichtige Weichen gestellt. Von allen Ländern erwarte ich, dass sie diese Standards nun auch überall verpflichtend anwenden. Das ist eine Investition in die Gesundheit unserer Kinder, hier darf es keine Ausreden mehr geben.“

Aktuell sind die DGE-Qualitätsstandards für die Schule in fünf Ländern – Berlin, Bremen, Hamburg, Saarland und Thüringen verbindlich – in Thüringen auch für Kitas.

Die DGE-Qualitätsstandards für die gemeinschaftliche und gesundheitsfördernde Verpflegung vom Kindes- bis zum Senior*innenalter berücksichtigen nun die aktualisierten Kriterien auch jeweils unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit. Dafür wurde eigens die Expertise des internationalen Think Tanks „Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie“ einbezogen. „Das ist jetzt ein roter Faden: Es wird deutlich sichtbar, wie sehr Gesundheitsförderung und Nachhaltigkeit miteinander verbunden sind“, sagt DGE-Geschäftsführerin Dr. Kiran Virmani.

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Nov 272020
 

Ernährungssituation und Handlungsempfehlungen für die Ernährungs- und Gesundheitspolitik

(dge) Heute stellte die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) ihren 14. DGE-Ernährungsbericht in einer Online-Pressekonferenz vor. Im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) erarbeitet die DGE den Bericht seit über 50 Jahren als wichtiger Impulsgeber für die Ernährungs- und Gesundheitspolitik in Deutschland. Beate Kasch, Staatssekretärin im BMEL bedankte sich bei Chefredakteur Prof. Dr. Helmut Heseker, DGE-Präsident Prof. Dr. Jakob Linseisen und DGE-Geschäftsführerin Dr. Kiran Virmani für den aktuellen Bericht: „Unser Ziel als Ministerium ist es, eine gesundheitsfördernde und nachhaltige Ernährung zu gewährleisten. Wir unterstützen Verbraucher*innen bei ihren Konsumentscheidungen, stärken ihre Ernährungskompetenzen und leisten mit unserer Nationalen Reduktions- und Innovationstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten einen weiteren Beitrag zur Prävention von ernährungsmitbedingten Krankheiten. Dabei gehen wir in doppelter Hinsicht ganzheitlich vor. Wir nutzen verschiedene Instrumente der Ernährungsbildung, lassen Raum für Forschung und Innovation, greifen aber auch ordnungsrechtlich ein, etwa mit dem Verbot des Zusatzes von Zucker und anderen süßenden Zutaten zu Säuglings- und Kleinkindertees. Und: Wir nehmen alle Lebensphasen und die jeweils unterschiedlichen Bedürfnisse in den Blick. Dabei sind die Forschungsarbeiten aus dem DGE-Ernährungsbericht eine wichtige Grundlage.“

Die alle vier Jahre erscheinenden Ernährungsberichte tragen dazu bei, die Ernährungssituation der deutschen Bevölkerung langfristig zu betrachten, Ergebnisse aus Forschungsvorhaben zu präsentieren, zu bewerten und Handlungsempfehlungen abzuleiten. Auch der 14. DGE-Ernährungsbericht schreibt die Trendanalysen zum Lebensmittelverbrauch und zur Entwicklung von Übergewicht und Adipositas in Deutschland fort und stellt die Evidenzlage für ausgewählte ernährungsrelevante Fragestellungen vor. Der vorliegende Bericht präsentiert außerdem die Ergebnisse von drei speziell dafür durchgeführten Forschungsvorhaben, die besonders vulnerable Bevölkerungsgruppen im Fokus haben: die nutritionDay-Auswertung, die SuSe-II-Studie und die VeChi-Youth-Studie.

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Nov 272020
 

Aktuelle Trends im Lebensmittelverbrauch im 14. DGE-Ernährungsbericht

Trends im Gemüseverbrauch 2007-2018(dge) Mehr Gemüse, Mineralwasser, Kräuter- und Früchtetees, weniger Schweinefleisch und Alkohol – die Ernährungssituation in Deutschland hat sich in einigen Punkten verbessert. Das zeigen die Trendanalysen zum Lebensmittelverbrauch auf Basis der Agrarstatistik, die die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) in ihrem 14. DGE-Ernährungsbericht veröffentlicht. „Die Rückgänge beim Verbrauch von Obst, Getreideerzeugnissen und frischen Kartoffeln sowie die Anstiege bei Käse, Rind-, Kalb- und Geflügelfleisch stehen allerdings im Widerspruch zu einer pflanzenbetonten Ernährung, wie sie die DGE in ihren 10 Regeln für eine vollwertige Ernährung empfiehlt“, bewertet Prof. Dr. Kurt Gedrich, TU München und Autor des Kapitels, die Entwicklungen auf einer Online-Pressekonferenz zur Vorstellung des Ernährungsberichts am 24. November 2020. Die meisten pflanzlichen Lebensmittel weisen eine hohe Nährstoffdichte auf, sind also bei einem geringen Energiegehalt reich an essenziellen Nährstoffen und liefern gleichzeitig wertvolle Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. „Es wäre sehr zu begrüßen, wenn der Verbrauch an Gemüse, Obst, Kartoffeln und Getreide konstant ein höheres Niveau erreicht als der Verbrauch von tierischen Lebensmitteln“, sagt Chefredakteur Prof. Dr. Helmut Heseker, Universität Paderborn. „Eine pflanzenbetonte Ernährung ist nicht nur gesundheitsfördernd, sondern auch klimafreundlich.“
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Nov 272020
 

Aktuelle Daten zur Übergewichtsentwicklung im 14. DGE-Ernährungsbericht

Abbildung: Übergewicht von Schwangeren bei der Erstuntersuchung(dge) Übergewicht und Adipositas sind in allen Altersgruppen weitverbreitet. Immer weniger Erwachsene sind normalgewichtig. Auch Schwangere sind zunehmend übergewichtig oder adipös und weisen immer häufiger Schwangerschaftsdiabetes auf. Das zeigt die Datenauswertung u. a. der großen nationalen Stichproben des Mikrozensus, die im 14. DGE-Ernährungsbericht veröffentlicht ist. Unter der Leitung von Prof. Dr. Helmut Heseker, Universität Paderborn, führt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) damit die Datenanalyse zu Übergewicht und Adipositas der vorherigen DGE-Ernährungsberichte mit repräsentativen Zahlen für Deutschland fort.

Normalgewicht in der Schwangerschaft schützt vor Komplikationen

Immer mehr Schwangere sind bei der Erstuntersuchung übergewichtig. Nach den jährlich durchgeführten Bundesauswertungen Geburtshilfe wurden 2017 fast 40 % der Schwangeren bei der Erstuntersuchung als übergewichtig eingestuft, 2007 waren es noch 34 %. Die Daten des Mikrozensus zeigen, dass ältere Frauen zu Beginn der Schwangerschaft häufiger übergewichtig sind als jüngere. „Das hat Folgen für Mutter und Kind“, sagt Prof. Heseker, Chefredakteur des aktuellen DGE-Ernährungsberichts. „Adipositas in der Schwangerschaft ist für die werdende Mutter unter anderem mit einem erhöhten Risiko für Gestationsdiabetes, Hypertonie und Präeklampsie verbunden und mit einem erhöhten Geburtsgewicht sowie einem späteren Übergewichtsrisiko des Kindes assoziiert. Eine zu hohe Gewichtszunahme in der Schwangerschaft erhöht auch das Risiko des Kindes für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus Typ 2, Bluthochdruck und das Metabolische Syndrom.“

Die empfehlenswerte Gewichtszunahme in der Schwangerschaft beträgt 10 bis 16 kg, für Übergewichtige maximal 10 kg. Der Energiebedarf von Schwangeren wird häufig noch deutlich überschätzt. Ab dem 4. Monat erhöht sich dieser um täglich 250 kcal und ab dem 7. Monat um 500 kcal. Dies gilt jedoch nur für normalgewichtige Frauen, die während der Schwangerschaft körperlich weiterhin aktiv sind.

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Nov 272020
 

Ergebnisse der VeChi-Youth-Studie im 14. DGE-Ernährungsbericht

VeChi-Youth Ergebnisse zu Vitamin B12, Jod-Versorgung, Ballaststoff- und Calciumzufuhr(dge) Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) veröffentlicht im 14. DGE-Ernährungsbericht die Studie „Vegetarische und vegane Ernährung bei Kindern und Jugendlichen“ (VeChi-Youth-Studie). Sie untersuchte den Einfluss verschiedener Ernährungsformen auf die Nährstoffversorgung von Kindern und Jugendlichen. „Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl bei veganer und vegetarischer Ernährung als auch bei einer Mischkost mit Fleisch die Versorgung mit den Hauptnährstoffen sowie den meisten Vitaminen und Mineralstoffen bei der überwiegenden Anzahl der Studienteilnehmer*innen ausreichend ist“, sagen Dr. Ute Alexy, Universität Bonn, und Dr. Markus Keller, Institut für alternative und nachhaltige Ernährung (Ifane), die die Studie geleitet haben. „Auch bei einer vegetarischen oder rein pflanzlichen Ernährung war bei den meisten Kindern die Versorgung mit Vitamin B12 ausreichend. Bei den vegetarischen Ernährungsformen war zudem die Zufuhr an Ballaststoffen sehr hoch.“ Bei allen Ernährungsformen war die Versorgung mit Vitamin B2 und Jod kritisch, auch die Zufuhrdaten von Calcium zeigen Handlungsbedarf auf.

Bislang gibt es keine aktuellen Daten zum Ernährungs- und Gesundheitsstatus von sich vegetarisch bzw. vegan ernährenden Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Aufgrund dieser unzureichenden Beurteilungsgrundlage befürwortet die DGE in ihrer Position zur veganen Ernährung und auch in der Ergänzung der Position vom September 2020 bei Kindern und Jugendlichen eine vegetarische Ernährung als Dauerkost, empfiehlt eine rein vegane Ernährung für diese Gruppen aber nicht. Die von der DGE initiierte VeChi-Youth-Studie soll zur Verbesserung der wissenschaftlichen Datenbasis beitragen. Die Querschnittsstudie verglich anthropometrische Daten, das Ernährungsverhalten sowie die Nährstoffzufuhr und -versorgung bei veganer, vegetarischer und omnivorer Ernährungsweise bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 18 Jahren. Von den 401 Proband*innen ernährten sich 150 vegetarisch, 114 vegan und 137 omnivor. Die Daten wurden von Oktober 2017 bis Januar 2019 erhoben.

Vegetarier punkten mit gesundheitsfördernder Lebensmittelauswahl

Die sich vegetarisch und vegan ernährenden Kinder und Jugendlichen zeigten ein insgesamt gesundheitsförderndes Lebensmittelmuster. Sie verzehrten mehr Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Nüsse. Insbesondere Veganer*innen hatten den geringsten Verzehr an Süßwaren, Knabberartikeln und Fertiggerichten.

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