Okt 152020
 

D-A-CH-Referenzwerte und vulnerable Bevölkerungsgruppen stehen im Fokus

Papiertüte mit Lebensmittel

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(dge) Am 19. und 20. November 2020 treffen sich die Ernährungsfachgesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erstmals zu einer digitalen Dreiländertagung. Auf der zweitägigen Online-Veranstaltung zum Thema „Update D-A-CH-Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – vulnerable Gruppen entlang des Lebenszyklus“ stellen namhafte Wissenschaftler*innen und Vertreter*innen der drei Fachorganisationen aktuelle Forschungsergebnisse und Erkenntnisse zu verschiedenen ernährungsrelevanten Themen vor.

Zu Beginn der Dreiländertagung geht es um die D-A-CH-Referenzwerte, das Herzstück der Zusammenarbeit der Fachgesellschaften: Wie ist die Vorgehensweise und wissenschaftliche Ableitung? Was ist neu? Anschließend geben DGE, ÖGE und SGE ein kurzes Update zu den Ernährungsberichten der Länder. Im zweiten Themenblock widmen sich die Referent*innen Ernährungsproblemen vulnerabler Gruppen entlang des Lebenszyklus – vom Säugling über Kinder und Jugendliche bis hin zu älteren Menschen. Der dritte Themenblock greift das aktuelle Thema Ernährung und COVID-19 auf und stellt es in Zusammenhang mit Übergewicht, Adipositas und Immunsystem. Auch die Frage, ob Ernährungssysteme neu gedacht werden müssen, wird diskutiert. Abschließend beschäftigt sich ein Themenblock mit aktuellen und zukünftigen Fragen u. a. zu Sporternährung, Ernährungsmustern und personalisierter Ernährung.

In Parallelsessions referieren Expert*innen zu transparenter Nährwertkennzeichnung, Nutri-Score, Herkunft von Lebensmitteln, Kaufentscheidungen sowie nachhaltiger Ernährung. Nachwuchswissenschaftler*innen haben in einer eigenen Session die Gelegenheit, Forschungsergebnisse zu aktuellen Themen zu präsentieren.

Ernährungswissenschaftler*innen, Mediziner*innen, Diätassistent*innen und Interessierte aus der Ernährungswirtschaft sowie Studierende können sich am 19. und 20. November virtuell über neue Erkenntnisse und aktuelle Fragestellungen austauschen. Die Tagungsgebühren für die zweitägige Online-Veranstaltung liegen für Frühbucher bis zum 24.10.2020 bei 50 bis 175 EUR. Weitere Informationen und Anmeldung unter www.dge.de/15-dlt.

Okt 062020
 

Ernährungswissenschaften aktiv und interdisziplinär

@DGE_ECS auf Twitter

Am 21. September startete die DGE-Fachgruppe Early Career Scientists (ECS) mit dem Handle @DGE_ESC auf Twitter. Der neue Kanal bietet Studierenden, Promovierenden sowie wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen in frühen Karrierephasen Raum für eine interdisziplinäre Vernetzung im Themenbereich Ernährung. Sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene findet sich hier unmittelbarer und aktueller Informationsaustauch sowie Hinweise auf Veranstaltungen.

„Die Nachwuchsförderung ist ein wichtiges Ziel der DGE, das mir auch persönlich sehr am Herzen liegt. Vor allem für Wissenschaftler*innen, die am Anfang ihrer Laufbahn stehen, ist die Vernetzung und der Austausch sowohl herausfordernd als auch extrem bereichernd. Um dieser sehr wichtigen Zielgruppe mehr Raum zu geben, haben wir für die DGE-Fachgruppe Early Career Scientist auf Twitter einen eigenen Kanal für den Austausch sowohl innerhalb der Ernährungswissenschaft als auch mit angrenzenden Disziplinen geschaffen“, erklärt DGE-Geschäftsführerin Dr. Kiran Virmani.

Betreut wird der Kanal von der DGE, Beitragsgestaltung und Community-Management leisten die Mitglieder der DGE-Fachgruppe weitestgehend eigenständig. „Spannend ist insbesondere der Erfahrungsaustausch, da werden auch schon mal Stellenangebote getwittert. Das bietet wertvolle Chancen und Möglichkeiten im Hinblick auf die Karriereplanung. Im besten Fall trägt es dazu bei, den Berufseinstieg und die ersten Karriereschritte in den Ernährungswissenschaften zu erleichtern und einfacher berufliche Ziele zu verfolgen“, erläutert Virmani.

Fachgruppen der DGE: Raum für lebendige und aktive Wissenschaftsarbeit

Die zehn Fachgruppen bieten DGE-Mitgliedern die Möglichkeit, sich zu engagieren und sich fachspezifisch auszutauschen. Ziel ist es, etablierten Wissenschaftler*innen und erfahrenen Praktiker*innen mit Studierenden und Berufsanfänger*innen zu vernetzen und eine inhaltliche Einbindung in die Arbeit der DGE zu ermöglichen.

Hier finden sich Informationen zur Mitgliedschaft bei der DGE sowie zum Engagement in einer der DGE-Fachgruppen.

Sep 282020
 

Klöckner fordert die verpflichtende Umsetzung der DGE-Qualitätsstandards

DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in Tageseinrichtungen für KinderDGE-Geschäftsführerin Dr. Kiran Virmani begrüßt die Forderung der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, dass Kita- und Schulessen wissenschaftlichen Ernährungsstandards genügen muss. Die Ministerin sagte dies auf der digitalen Fachtagung Kita- und Schulverpflegung der Vernetzungsstelle Rheinland-Pfalz am 23.9.2020.

„Essen in Gemeinschaftseinrichtungen soll nicht nur schmecken, sondern auch gesundheitsfördernd und nachhaltig verpflegen“, unterstreicht Virmani Klöckners Forderung nach einer verpflichtenden Umsetzung der praxisbezogen DGE-Qualitätsstandards. Sie sind wissenschaftlich basiert und spiegeln den neuesten Stand der Forschung wider. Was zu einer bedarfs- und bedürfnisorientierten Verpflegung gehört, was eine optimierte Lebensmittelauswahl und -häufigkeit ausmacht, und welche Details zur Speisenplanung und -herstellung zu beachten sind, beschreiben die DGE-Qualitätsstandards ausführlich. Damit unterstützt die DGE Verantwortliche in Kitas, Schulen, Betrieben, Krankenhäusern und Rehakliniken, Senioreneinrichtungen sowie Mitarbeiter*innen von „Essen auf Rädern“. Speisen in der Gemeinschaftsverpflegung können so ausgewogen gestaltet und zubereitet werden.

Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung können sich nach DGE-Qualitätsstandard überprüfen lassen. Sie erhalten bei Erfüllung der Qualitätskriterien ein DGE-Zertifikat für ihr Angebot. Verantwortliche und Fachkräfte in der Gemeinschaftsverpflegung können die DGE-Qualitätsstandards als Broschüre bestellen. Weitere Informationen, einen Film zu den DGE-Qualitätsstandards sowie Unterstützung bei ihrer Umsetzung finden Sie auf den Internetseiten der verschiedenen Lebenswelten.

Sep 242020
 

Still-Studie SuSe II zeigt Informationsbedarf auf

Schwangerschaft und Nahrungsergänzungmittel

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(dge) Bei der Supplementation wichtiger Nährstoffe für die kindliche Entwicklung in der Schwangerschaft und auch schon bei Frauen mit Kinderwunsch besteht weiterhin Aufklärungs- und Informationsbedarf. 81,7 % der 966 in der „Studie zur Erhebung von Daten zum Stillen und zur Säuglingsernährung in Deutschland – SuSe II“ befragten Frauen hatten zwar Folsäure in der Schwangerschaft supplementiert, nur 45,4 %, also knapp die Hälfte von ihnen, hatte damit bereits – wie empfohlen – vor der Schwangerschaft begonnen. Aufgrund des höheren Jodbebarfs sollten Schwangere auch Jod supplementieren. Nur die Hälfte der Studienteilnehmerinnen befolgte diese Empfehlung. „Diese Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig die ärztliche Beratung und Aufklärung von Frauen im gebärfähigen Alter, spätestens aber während der Schwangerschaft ist“, betont die Studienleiterin Prof. Dr. Mathilde Kersting, Forschungsdepartment Kinderernährung (FKE) der Universitätskinderklinik Bochum. Die Ergebnisse sind Teil der Studie SuSe II, die die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) zum 14. DGE-Ernährungsbericht vorveröffentlicht hat.

Schwangere Frauen brauchen wenig zusätzliche Energie, dafür aber mehr Vitamine und Mineralstoffe als vor der Schwangerschaft. Nährstoffe, auf die in der Schwangerschaft besonders geachtet werden sollte, sind Folsäure, Jod, Eisen und auch n-3-Fettsäuren. Pauschal empfohlen wird Schwangeren nur die Supplementation von Folsäure und Jod, da hier eine ausreichende Zufuhr über die normale Ernährung kaum oder nicht möglich ist.

bitte weiter unter:  https://www.dge.de/presse/pm/einnahme-von-nahrungsergaenzungsmitteln-in-der-schwangerschaft/

 

Sep 162020
 

WCRF-Empfehlungen zur Krebsprävention stimmen mit Empfehlungen der DGE überein

(dge) Eine vollwertige pflanzenbetonte Ernährung kann das Risiko einer Krebserkrankung senken. Zu diesem Ergebnis kommt der dritte Expertenbericht des WCRF1 (World Cancer Research Fund) und des American Institute for Cancer Research, aus der aktuelle Ernährungsempfehlungen zur Krebsprävention abgeleitet wurden.

Passend zum diesjährigen Motto der Krebspräventionswoche vom 14.–18. September 2020 bestätigt die Analyse den großen Einfluss der Ernährung für die Krebsprävention. Schätzungsweise 30 bis 50 % aller Krebsfälle könnten durch das Einhalten eines normalen Körpergewichts, ausreichend körperliche Aktivität, eine gesundheitsfördernde Ernährung sowie durch die Vermeidung von berufsbedingten Karzinogenen, Umweltschadstoffen und bestimmten langfristigen Infektionen reduziert werden. Die aktuellen WCRF-Empfehlungen zur Krebsprävention stimmen dabei überwiegend mit den DGE-Ernährungsempfehlungen überein.

https://www.dge.de/presse/pm/pflanzenbetonte-ernaehrung-und-viel-bewegung-sind-beste-krebspraevention/

Sep 142020
 

DGE präsentiert Filme in der virtuellen Ausstellung des VFED-Online-Kongresses 2020

VFED KongressVom 18. bis 20. September 2020 veranstaltet der Verein für Ernährung und Diätetik (VFED) seinen Kongress für Ernährungsfachkräfte – die Aachener Diätetik Fortbildung – erstmals als Online-Fortbildung. Das Schwerpunktthema in diesem Jahr lautet „Diabetes mellitus“. Auch DGE geht neue Wege bei der Teilnahme an der begleitenden, virtuellen Fachausstellung: Sie präsentiert zwei Filme zu ihren neuesten Medien sowie den DGE-Qualitätsstandards.

Die Teilnehmenden bekommen passend zum Kongress-Thema Informationen über das neue Medienpaket für die Beratung bei Gestationsdiabetes, über weitere beratungsrelevante, neue Medien und über die Vorteile einer Mitgliedschaft in der Fachgesellschaft. Im Erklärfilm zu den DGE-Qualitätsstandards für die Verpflegung erfahren die Zuschauer mehr darüber, wie Praktiker diese wissenschaftlichen basierten Kriterien konkret umsetzen.

Sep 112020
 

Der hohe Stellenwert ausgewogener und leckerer Mahlzeiten für den Erhalt und die Förderung der Gesundheit älterer Menschen ist schon lange kein Geheimnis mehr. Doch wie kann man die Verpflegung optimal gestalten? Und welche Rahmenbedingungen benötigen Verantwortliche und Fachkräfte, damit ältere Menschen in allen Lebenssituationen, d.h. im eigenen Wohnumfeld, durch Menülieferdienste oder offene Mittagstische, aber auch in der Tagespflege bzw. in stationären Senioreneinrichtungen vollwertige Mahlzeiten sowie soziale Teilhabe erleben können.

Diese zentralen Fragen werden im Rahmen der Fachtagung mit Expertinnen und Experten erörtert.

Wir freuen uns sehr, in diesem Rahmen die DGE-Vernetzungsstelle Seniorenernährung MV vorstellen zu können. Unter der Leitung von Simone Gladasch ist nun eine Anlaufstelle in Mecklenburg-Vorpommern für alle Fragen rund um die Ernährung und Verpflegung von älteren Menschen etabliert worden.

Die kostenfreie Veranstaltung findet als Präsenz-Veranstaltung in Güstrow am 22.9.2020 statt. Es ist eine Kooperationsveranstaltung der BAGSO mit der DGE und dem Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt in MV.

Anmeldung bitte unter:https://im-alter-inform.de/termine/tagungen/fachtagungen-gemeinschaftsverpflegung

Programm: https://im-alter-inform.de/fileadmin/user_upload/5_Termine/Tagungen/Tagungen_GV/GV_Tagung_2020_Guestrow_Programm.pdf

 

 

Sep 092020
 

DGE hat Publikationen neu gesichtet – Fachkräfte sind gefragt

Buddhabowl mit Gemüse, Kichererbsen und Kartoffeln

© saschanti – stock.adobe.com

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) hat ihre Position aus dem Jahr 2016 zur veganen Ernährung hinsichtlich der Bevölkerungsgruppen mit besonderem Anspruch an die Nährstoffversorgung wie Schwangere, Stillende und Kinder überprüft und ergänzt. Denn vegane Ernährung scheint im wahrsten Sinne des Wortes „in aller Munde“. So lassen es zumindest Aussagen von Influencer*innen, das immer größere Angebot an veganen Produkten sowie Berichte in den Medien nach der Veröffentlichung neuer Studien vermuten. Die Autorengruppe der Fachgesellschaft hat nun in einer systematischen Literaturrecherche überprüft, welche neuen Publikationen und Aussagen es zur veganen Ernährung bei Schwangeren, Stillenden, Kindern und Jugendlichen gibt. Das Ergebnis lautet: Aufgrund der unverändert unzureichenden Beurteilungsgrundlage bleibt die Position der DGE zur veganen Ernährung bei Personen mit besonderem Anspruch an die Nährstoffversorgung bestehen: Eine vegane Ernährung wird für diese Gruppen nicht empfohlen.

Veganer*innen sollten sich Profis anvertrauen

Schwangeren, Stillenden, Kindern, Jugendlichen und Eltern, die sich oder ihre Kinder dennoch vegan ernähren möchten, empfiehlt die DGE explizit das Gespräch mit Fachkräften. Diese sollen auf die Risiken hinweisen, aber auch Handlungsoptionen aufzeigen sowie gleichzeitig eine bestmögliche Unterstützung bei der Umsetzung einer bedarfsgerechten veganen Ernährungsweise bieten. Dazu kann auch die Kontaktvermittlung zur qualifizierten Ernährungsfachkraft gehören. Ein Nährstoffdefizit lässt sich durch bedarfsgerechte Ernährung vorbeugen und damit kann eine mögliche Fehlentwicklung vermieden werden. Die Versorgung mit den kritischen Nährstoffen sollten Veganer*innen bzw. Eltern zudem regelmäßig ärztlich überprüfen lassen. Ernährungsberater*innen, Fachkräfte und Multiplikator*innen wie Hebammen, Stillberater*innen, Kinderärzt*innen oder Frauenärzt*innen, die vegan ernährte Kinder, Jugendliche, Schwangere oder Stillende betreuen, sollten dabei wissenschaftlich fundierten Informationen in den Gesprächen mitberücksichtigen.

Anthropometrischen Daten zeigen, dass Kinder von vegan lebenden Schwangeren bei der Geburt bzw. vegan ernährte Kinder in den ersten Lebensjahren teilweise kleiner und leichter waren, als omnivor ernährte Kinder, die Werte aber meist im normalen Bereich lagen. Wenige, allerdings nicht repräsentative, Daten deuten auch darauf hin, dass sich der Vitamin-B12-Gehalt der Frauenmilch und die Energiezufuhr der Kinder statistisch nicht signifikant zwischen vegan, vegetarisch und omnivor ernährten Studienteilnehmerinnen unterscheiden. Auch essen vegan ernährte Kinder mehr Ballaststoffe und weniger zugesetzte Zucker, was ernährungsphysiologisch günstig ist.

Vergleich zum Ausland schwer möglich

Verschiedene internationale und nationale Stellungnahmen und Positionen spiegeln wider, dass die vorhandene wissenschaftliche Evidenz unterschiedlich bewertet und interpretiert wird. Alle Fachgesellschaften betonen allerdings die Notwendigkeit einer angemessenen Supplementation von Nährstoffen, v. a. Vitamin B12. Ein Vergleich zu anderen Positionen wird erschwert, da es in Deutschland keine flächendeckende Anreicherung von Lebensmitteln mit entsprechenden Nährstoffen gibt und sich daher eine andere Ausgangslage in der Bevölkerung ergibt.

Zur Methodik

Die systematische Literaturrecherche in den Datenbanken NCBI PubMed, Embase und Cochrane umfasste Publikationen in deutscher und englischer Sprache zwischen Januar 2016 und Januar 2020. Dabei wurden Originalarbeiten, Meta-Analysen, Systematische Reviews, Positionspapiere; aber keine Fallberichte miteinbezogen. Die Recherche ergab 818 Treffer ohne Duplikate; darunter entsprachen fünf Publikationen zu drei Studien und ein systematischer Review den Einschlusskriterien. Metaanalysen zur Thematik konnten nicht identifiziert werden. Zehn internationale Empfehlungen und Positionspapieren anderer Fachgesellschaften hat die DGE berücksichtigt.

Aug 272020
 

Bundesministerin Julia Klöckner übergibt Förderbescheide

(dge) Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft Julia Klöckner (BMEL) übergibt am 27. August 2020 in Berlin die Förderbescheide für die Einrichtung der DGE-Vernetzungsstellen Seniorenernährung in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen an den Minister für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern Dr. Till Backhaus und die Niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Barbara Otte-Kinast.

Bundesministerin Julia Klöckner übergibt den Förderbescheid für die Vernetzungsstelle Seniorenernährung für Mecklenburg-Vorpommern an Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus, Foto: © Felix Zahn/photothek.net

Die Gruppe der älteren Menschen ist sehr heterogen. Manche Senior*innen sind bis ins hohe Alter körperlich aktiv, manche eingeschränkt in der Alltagsbewältigung und Selbstversorgung oder pflegebedürftig. Durch körperliche, krankheitsbedingte oder soziale Veränderungen und Beeinträchtigungen nimmt mit steigendem Alter das Risiko einer Mangelernährung zu. Die Vorveröffentlichung zum 14. Ernährungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) zeigt auf, dass etwa 25 % der Bewohner*innen von Pflegeheimen mangelernährt sind. Zum anderen steigt der Anteil übergewichtiger und adipöser Personen im Alter. Durch einen unterschiedlichen Energiebedarf und Probleme beim Essen wie Kau- und Schluckstörungen spielt die Ernährung dabei eine wesentliche Rolle. Daher hat das BMEL eine Initiative für eine gesundheitsfördernde Ernährung im Alter gestartet und wird als eine Maßnahme in allen Bundesländern Vernetzungsstellen für Seniorenernährung einrichten.

Bundesministerin Julia Klöckner übergibt den Förderbescheid für die Vernetzungsstelle Seniorenernährung für Niedersachsen an die Ministerin Barbara Otte-Kinast, Foto: © Felix Zahn/photothek.net

DGE-Geschäftsführerin Dr. Kiran Virmani begrüßt die Einrichtung der Vernetzungsstellen und betont: „Der „DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in stationären Senioreneinrichtungen“ und der „DGE-Qualitätsstandard für Essen auf Rädern“ sind ein wichtiges Handwerkszeug für die praktische Umsetzung eines ausgewogenen und gesundheitsfördernden Verpflegungsangebotes. Dass sich der DGE-Qualitätsstandard positiv auf das Speisenangebot in stationären Senioreneinrichtungen auswirkt, zeigen die Daten des 13. DGE-Ernährungsberichtes. Gemüse und Salat, Obst, Fisch und Vollkornprodukte werden häufiger angeboten, der Einsatz von Fleisch wird reduziert.“

Ziel der Vernetzungsstellen für Seniorenernährung ist es, bundesweit das Speisenangebot von „Essen auf Rädern“ sowie in stationären Senioreneinrichtungen durch die flächendeckende Anwendung der DGE-Qualitätsstandards zu verbessern. Dies wirkt sich gleichzeitig positiv auf die Ernährungssituation der Senior*innen aus. Die Vernetzungsstellen bieten Beratung und Information für Senior*innen, ihre Angehörigen sowie die Verantwortlichen in der Verpflegung und Betreuung an.

Aug 212020
 
Eine zentrale Empfehlung: verbindliche DGE-Qualitätsstandards
4 Zentrale Ziele für Nachhaltige Ernährung(dge) Was macht eine nachhaltigere Ernährung aus und wie kann Politik dazu beitragen, dass sich Menschen nachhaltiger ernähren? Mit diesen Fragen hat sich der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz (WBAE) beschäftigt und ein aktuelles Gutachten „Politik für eine Nachhaltigere Ernährung: eine integrierte Ernährungspolitik entwickeln und faire Ernährungsumgebungen gestalten“ an Bundesministerin Julia Klöckner (BMEL) übergeben. Der WBAE definiert darin mit Gesundheit, Soziales, Umwelt und Tierwohl 4 zentrale Ziele einer nachhaltigeren Ernährung, die auch Bestandteil einer neu ausgerichteten und gestärkten Ernährungspolitik sein sollen, um die deutschen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

Auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Ernährung gibt das Gutachten 9 zentrale Politikempfehlungen. Darin kommt der Empfehlung, die DGE-Qualitätsstandards für die Gemeinschaftsverpflegung flächendeckend und verpflichtend umzusetzen, eine zentrale Rolle zu. „Es ist wünschenswert, dass Verbraucher*innen eine nachhaltige Ernährung für sich entdecken. Hier können spezifische Angebote in der Gemeinschaftsverpflegung richtungsweisend sein“, sagt Prof. Ulrike Arens-Azevêdo, Mitglied im WBAE und Wissenschaftlichen Präsidium der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE). Ziele sind unter anderen, einen Systemwechsel in der Kita- und Schulverpflegung herbeizuführen und insbesondere Kinder in den Fokus zu rücken, eine gesundheitsfördernde Ernährung für alle zu ermöglichen und Ernährungsarmut zu verringern, Angebote in öffentlichen Einrichtungen zu verbessern und Großküchen nachhaltiger zu gestalten.

Die Ernährung spielt dabei insgesamt eine wichtige Rolle. Die Art und Weise wie wir uns ernähren, beeinflusst wesentlich unseren individuellen Gesundheitsstatus, unser Wohlbefinden und unsere Lebensqualität. Die DGE hat hierzu in ihren 10 Regeln und lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen gesundheitlich relevante Aspekte für eine nachhaltige Ernährung berücksichtigt. Die Veröffentlichung dient auch als Leitfaden für die DGE nachhaltige Ernährungsempfehlungen weiter zu entwickeln.

Das Gutachten plädiert auch für die angemessene Gestaltung unserer Ernährungsumgebung, die das Konsum- und Essverhalten entscheidend prägt. Um diese zu verbessern, eignen sich nach Ansicht des WBAE Maßnahmen wie eine hochwertige Gemeinschaftverpflegung, insbesondere eine für alle Kinder zugängliche nachhaltigere Kita- und Schulverpflegung, werbefreie Räume, Trinkwasserspender in öffentlichen Gebäuden, angemessene Portionsgrößen und angenehmes Ess-Ambiente in Kitas, Schulen, Seniorenheimen und Krankenhäusern. Darüber hinaus spricht sich der WBAE dafür aus, kleinere Portionsgrößen zum Standard zu machen, den Konsum zuckerhaltiger Getränke zu reduzieren und den Leitungswasserkonsum zu fördern.

Bisher hat die deutsche Ernährungspolitik nach Auffassung der Gutachter die Verantwortung für eine nachhaltigere Ernährung zu sehr dem Einzelnen überlassen. „Unser Ernährungsverhalten ist nicht nur das Ergebnis von bewussten und reflektierten Entscheidungen, viele davon treffen wir habituell und unbewusst im „Auto-Pilot“ und sie werden wesentlich durch unsere Ernährungsumgebung geprägt“, betont Prof. Britta Renner, Ko-Leiterin des Gutachtens und Vizepräsidentin der DGE. Die vorgeschlagene integrierte Ernährungspolitik ist eine Chance und wichtiger Schritt hin zu fairen Ernährungsumgebungen, um unsere Gesundheit, unsere Umwelt und unser Klima zu schützen, Ernährungsarmut zurückzudrängen, soziale Mindeststandards einzuhalten und das Tierwohl zu erhöhen.

Dem WBAE gehören insgesamt 19 Mitglieder an. Aus dem Wissenschaftlichen Präsidium der DGE sind Vizepräsidentin Prof. Dr. Britta Renner und Prof. Ulrike Arens-Azevêdo in diesem interdisziplinär besetzten Gremium vertreten. Der WBAE berät das Ministerium bei der Entwicklung seiner Politik in diesen Bereichen. Er arbeitet auf ehrenamtlicher Basis, ist unabhängig und erstellt Gutachten und Stellungnahmen zu selbst gewählten Themen.