Feb 072019
 
Die DGE hat die D-A-CH-Referenzwerte für die Zufuhr von Folat überprüft und aktualisiert. Dafür wurden aktuelle Zahlen des 13. DGE-Ernährungsberichts zur Versorgung der Bevölkerung herangezogen. Die empfohlene Zufuhr für Folat ist für alle Altersgruppen gleich geblieben.

Jugendlichen und Erwachsenen empfiehlt die DGE weiterhin eine Zufuhr von 300 µg Folat pro Tag. Schwangere und Stillende haben einen erhöhten Bedarf. Die empfohlene Zufuhr für Schwangere beträgt wie bisher 550 µg und für Stillende 450 µg Folat pro Tag.

Die Aussagen zur Supplementation von Folsäure für Frauen, die schwanger werden wollen oder könnten wurden im Kapitel Folat zusätzlich an die aktuellen Aussagen der Handlungsempfehlungen des Netzwerks „Gesund ins Leben“ angepasst. Diesen Frauen empfiehlt die DGE zusätzlich zu einer folatreichen Ernährung die Einnahme von 400 µg synthetischer Folsäure pro Tag oder äquivalente Dosen anderer Folate in Form eines Präparates, um Neuralrohrdefekten bei Embryos vorzubeugen. Diese zusätzliche Einnahme eines Folsäure- oder Folatpräparats sollte mindestens vier Wochen vor Beginn der Schwangerschaft beginnen und während des ersten Drittels der Schwangerschaft beibehalten werden.

 Folat ist ein wasserlösliches Vitamin, das an einer Reihe von Stoffwechselprozessen, u.a.  der Zellteilung und dem Wachstum beteiligt ist. Der Referenzwert für die Folatzufuhr kann über eine folatreiche Ernährung erreicht werden. Grünes Gemüse, insbesondere Blattgemüse wie Spinat und Salate liefern viel Folat. Tomaten, Hülsenfrüchte, Nüsse, Orangen, Sprossen, Weizenkeime und Vollkornprodukte sowie Kartoffeln, Leber und Eier sind ebenfalls reich an Folat.

Eine ausführlichere Darstellung der Risikogruppen bei der Überversorgung mit der synthetischen Form Folsäure wurde anhand der Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung ergänzt.

Die Gesellschaften für Ernährung in Deutschland (DGE), Österreich (ÖGE) und der Schweiz (SGE) geben gemeinsam die D-A-CH- Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr heraus.

Weitere Informationen zu Folat finden Sie im FAQ-Papier und in der Referenzwerttabelle.

Die wissenschaftliche Ausarbeitung zu den aktuellen Referenzwerten für Folat ist als 3. Ergänzungslieferung, Artikel-Nr. 120015 zum Preis von 3,70 EUR erhältlich. Die 2. Auflage, 4. aktualisierte Ausgabe 2018 des Ringordners „Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr“ kann unter der Artikel-Nr. 120012  kann für 35,00 EUR, jeweils zzgl. Versandkosten beim DGE-MedienService bestellt werden.

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Feb 042019
 

Das DGE-Projekt „IN FORM in der Gemeinschaftsverpflegung“ bietet ab sofort einen neuen Service: Im Rahmen der telefonischen Sprechzeiten beantwortet das Projekt-Team Fragen rund um die Gemeinschaftsverpflegung. Per    E-Mail bzw. Kontaktformular, das auf den Webseiten der jeweiligen IN FORM Lebenswelten hinterlegt ist, sind die Ansprechpartner weiterhin erreichbar. Nicht nur zur Verpflegung Angehöriger in Senioreneinrichtungen oder zur Umsetzung der DGE-Qualitätsstandards in Gemeinschaftseinrichtungen berät Sie das DGE-Projektteam mit den Schwerpunkten Kita-, Schul-, Betriebs-, Klinik- und Seniorenverpflegung kompetent. Auch bei der Auswahl des passenden Inhouse-Seminares zu Themen der Gemeinschaftsverpflegung steht Ihnen das erfahrene Team zur Seite.

Das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderte DGE-Projekt „IN FORM in der Gemeinschaftsverpflegung“ unterstützt Gemeinschaftseinrichtungen verschiedener Lebenswelten dabei, ihre Verpflegung zu optimieren. Basis hierfür sind die DGE-Qualitätsstandards, die konkrete Empfehlungen für ein ausgewogenes Mahlzeitenangebot geben. Zudem hält das DGE-Projekt fachspezifische Medien, Seminarangebote, Internetpräsenzen, Rezeptdatenbanken und Speisepläne für den Bereich Gemeinschaftsverpflegung bereit.

 

Bild:©Antonioguillem

Jan 252019
 

(dge) Die DGE hat gemeinsam mit den Ernährungsgesellschaften aus Österreich und der Schweiz den Referenzwert für die Vitamin-B12-Zufuhr[1] überarbeitet. Der abgeleitete Schätzwert für eine angemessene Zufuhr für Erwachsene liegt mit 4,0 µg pro Tag höher als die bisher empfohlene Zufuhr von 3,0 µg pro Tag. Bekannt ist Vitamin B12 vor allem als kritischer Nährstoff für Veganer. In ausreichenden Mengen kommt es nur in tierischen Lebensmitteln vor. Daher müssen Veganer dauerhaft ein Vitamin-B12-Präparat[2] einnehmen, um Defizite zu vermeiden. Aber auch Vegetarier nehmen teilweise zu wenig Vitamin B12 auf. Insbesondere bei erhöhtem Nährstoffbedarf, z. B. in Schwangerschaft und Stillzeit, sollten Vegetarier auf eine ausreichende Zufuhr von Vitamin B12 achten und ggf. ebenfalls Vitamin-B12-Supplemente einnehmen. Unabhängig von der Zufuhr können Magen-Darm-Erkrankungen wie anhaltende Gastritis, Morbus Crohn und einige Medikamente zu einem Vitamin-B12-Mangel führen. Auch die Entfernung von Teilen des Magens oder Darms kann die Aufnahme erschweren. Vor allem ältere Menschen haben ein erhöhtes Risiko für eine ungenügende Aufnahme des Vitamins aus der Nahrung.

Vitamin B12 ist lebensnotwendig und u. a. an der Zellteilung, der Blutbildung, der DNA-Synthese sowie am Abbau von Fettsäuren und Aminosäuren wie Homocystein beteiligt. Bei einem Mangel an Vitamin B12 kann es zu Blutarmut, neurologischen Störungen und psychischen Auffälligkeiten wie Ermüdungserscheinungen und depressiven Verstimmungen kommen.

Für eine ausreichende Vitamin-B12-Zufuhr empfiehlt die DGE, regelmäßig Milch und Milchprodukte, Eier, Fisch, Meeresfrüchte, Geflügel sowie mageres Fleisch zu verzehren. Eine bedarfsdeckende Vitamin-B12-Zufuhr nur mit pflanzlichen Lebensmitteln ist nicht möglich. Der Schätzwert lässt sich beispielsweise mit einem kleinen Glas Milch, einem Becher Jogurt, einem Ei und 60 g Camembert erreichen.

Jan 182019
 
IGW LogoDas DGE-Projekt „IN FORM in der Gemeinschaftsverpflegung“ präsentiert sich mit Themen von der Kita- und Schulverpflegung über Essen in der Betriebskantine bis hin zur Kost in Kliniken und Senioreneinrichtungen auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 18. bis 27. Januar 2019.

Am DGE-Stand in Halle 23a steht „Snacking“ im Mittelpunkt. Snacks sind mittlerweile jederzeit in Caféterias, Kiosken oder Mensen verfügbar. Welche Alternativen es zu den oft zucker-, salz- und fettreichen Zwischenmahlzeiten gibt, erfahren Sie in unserem Parcours vor Ort.

Kommen Sie mit DGE-Experten zum Thema Ernährung und Verpflegung in Kantinen und Mensen ins Gespräch!

Der Parcours zum Snacking, vom 21. bis 27. Januar, eingebettet in das Schülerprogramm, ist offen für alle Interessierten.

Snack-Rezepte und weitere Hinweise zur Verpflegung finden Sie in der Rubrik Fachinformationen auf den Internetseiten aller Lebenswelten. Zusätzliche Medien stehen im DGE-MedienService oder unter www.in-form.de bereit.

Jan 182019
 
Verpflegung von Menschen mit Kau- und Schluckbeschwerden

Kristin Hasebrink, Oecotrophologin und Mitarbeiterin beim DGE-Projekt „IN FORM in der Gemeinschaftsverpflegung“, erläutert in dem DGE-Blog-Beitrag „Denn das Auge isst mit – Rezepte für Menschen mit Kau- oder Schluckbeschwerden“, wie entscheidend es ist, die Lebensqualität der Betroffenen und die Freude am Essen und Trinken zu erhalten.

Das Thema ist wichtig: Denn 11 bis 24 % der Bewohner in stationären Senioreneinrichtungen leiden an Kau- und bis zu 19 % an Schluckbeschwerden. Aus diesem Grund hat die DGE im Rahmen von „Fit im Alter – Gesund essen, besser leben“ sieben Rezepte für die Mittagsverpflegung bei Kau- oder Schluckstörungen entwickelt“.

Jan 082019
 

Mit aktuellen Erkenntnissen der Ernährungsforschung unterstützte die DGE die Überarbeitung der Handlungsempfehlungen des Netzwerks „Gesund ins Leben“

Anhand neuer wissenschaftlicher Studien überprüfte und aktualisierte das Netzwerk „Gesund ins Leben“ die deutschlandweit einheitlichen Handlungsempfehlungen für die Schwangerschaft[1] . Dabei wurde die Beratungsgrundlage um wichtige Empfehlungen für die präkonzeptionelle Phase erweitert. Als Mitglied des Netzwerkes lieferte die DGE umfassendes wissenschaftlich fundiertes Know-how zu allen Ernährungsfragen.

„Die gemeinsamen Handlungsempfehlungen sorgen dafür, dass Ernährungsberater, Diätassistenten, Hebammen, Ärzte und viele weitere relevanten Berufsgruppen, die sich um Kinder und Familien kümmern, an einem Strang ziehen und einheitlich informieren“, sagte Kiran Virmani, Geschäftsführerin der DGE.

Ernährung und Lebensstil stehen im Mittelpunkt der wissenschaftlich fundierten Empfehlungen. Erstmals wird die Schwangerschaft umfassend betrachtet: vom Zeitpunkt des Kinderwunsches bis zur Geburt des Kindes.

„Unser Ziel ist es, Menschen von Anfang an die besten Grundlagen mitzugeben. Frauen mit Kinderwunsch oder werdende Eltern sollen befähigt werden, sich gesundheitsfördernd nach aktuellem Stand der Wissenschaft zu ernähren. Die Handlungsempfehlungen bieten hierfür eine hervorragende Basis“, führte Virmani aus.

Die übersichtlich strukturierten und kurzgefassten Empfehlungen sprechen Themen wie den Energie- und Nährstoffbedarf und die Ernährungsweise, inklusive einer vegetarischen und veganen Ernährung an. Alkohol, koffeinhaltige Getränke, das Körpergewicht sowie eine eventuelle Gewichtsreduktion vor der Schwangerschaft oder die Rolle der Väter in Bezug auf eine gesundheitsfördernde Ernährung werden darin ebenso behandelt. Continue reading »

Jan 072019
 

DGE, DAG und DDG veröffentlichen gemeinsames Konsensuspapier

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE), die Deutsche Adipositas-Gesellschaft e. V. (DAG) und die Deutsche Diabetes Gesellschaft e. V. (DDG) veröffentlichen heute gemeinsam ein Konsensuspapier[1] mit einer Empfehlung zur maximalen Zufuhr freier Zucker in Deutschland. Mit dem Konsensuspapier schließen sich die drei Fachgesellschaften der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 2015 an und sprechen sich für eine maximale Zufuhr freier Zucker von weniger als 10 % der Gesamtenergiezufuhr aus. Bei einer Gesamtenergiezufuhr von 2 000 kcal/Tag entspricht diese Empfehlung einer maximalen Zufuhr von 50 g freien Zuckern/Tag. Dazu zählen Monosaccharide und Disaccharide, die Hersteller oder Verbraucher Lebensmitteln zusetzen sowie in Honig, Sirupen, Fruchtsäften und Fruchtsaftkonzentraten natürlich vorkommende Zucker. Die quantitative Empfehlung der drei Fachgesellschaften ist nicht im Sinne einer empfohlenen Zufuhr zu verstehen, sondern als maximale Obergrenze. Continue reading »

Dez 182018
 

Die Bevölkerung des Bundeslandes Mecklenburg Vorpommern wird sich in den folgenden Jahren aus immer weniger jungen Menschen und deutlich mehr älteren Menschen zusammensetzten. Laut Demographie- Bericht von 2014 wird sich der Anteil der Bevölkerung  in der  Altersgruppe  der  20 bis  65 Jährigen  von  63 Prozent  auf  rund 50 Prozent reduzieren,  der Anteil  der  über  65 Jährigen  steigt  dagegen  von 22 Prozent  auf fast 32 Prozent. Während bei gesunden jüngeren Senioren Übergewicht/Adipositas und damit verbundene Erkrankungen dominieren, stellt für die Gruppe der Hoch- und Höchstbetagten Mangel- oder sogar Unterernährung aufgrund unbemerkter Nährstoff- und Flüssigkeitsdefizite, häufig einhergehend mit Erkrankungen wie Demenz, ein nicht zu unterschätzendes Problem dar. Die Ernährungssituation selbstständig lebender Senioren ist in der Regel besser als die von älteren Menschen in Heimen. Da die Therapie der Mangelernährung im hohen Alter sehr schwierig und mühsam ist, kommt der Prävention eine entscheidende Rolle zu. Continue reading »

Nov 272018
 

130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchten am 22.11.2018 die diesjährige Ernährungsfachtagung zu dem Thema „Süß im Geschmack – bitter in der Wirkung? Aktuelle Daten und Fakten zu Kohlenhydraten in der Ernährung“. Nach dem Grußwort von Dr. Dirk Freitag, Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt M-V, würdigte Dr. Kiran Virmani, Geschäftsführerin der DGE, das 25-jährige Jubiläum der DGE-Sektion MV mit einem interessanten Rückblick auf die Anfänge. Auch Prof. Dr. Jörg Meier, der seit 20 Jahren die DGE-Sektion ehrenamtlich wissenschaftlich leitet, wurde im Anschluss von Prof. Dr. Heseker geehrt. Continue reading »

Nov 142018
 

(BZfE) – Zwar wissen die meisten Menschen, dass es sich bei Diabetes mellitus um die sogenannte „Zuckerkrankheit“ handelt, nicht aber, dass es bei Diabetes um weit mehr als nur um Zucker geht. Durch verändertes Essverhalten und gezielte Lebensmittelauswahl wird die Basis für eine Lebensstilveränderung gelegt. Eine Ernährungsfachkraft kann diesen Prozess hilfreich begleiten.

Für die Ernährungstherapie bei nicht-insulinpflichtigem Diabetes mellitus Typ 2 gibt es pünktlich zum Weltdiabetestag ein neues Medienpaket, das gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und dem Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) entwickelt und herausgegeben wird. „Gebündelte Ernährungskompetenz, verlässliche Ernährungsinformationen, wissenschaftliche Forschungsförderung, aber auch die praktische Wissensvermittlung im Alltag. Dafür stehen wir beide, das BZfE in der BLE und die DGE. Das neu entwickelte Medienpaket zu Diabetes mellitus ist nur ein Beispiel für die intensive und gute Zusammenarbeit unserer Institutionen“, betont BLE-Präsident Dr. Hanns-Christoph Eiden. „Es zeigt einmal mehr, dass sich die Kompetenzen des BZfE im Bereich der Ernährungsbildung und Didaktik und die wissenschaftliche Expertise der DGE erfolgreich ergänzen.“ Continue reading »