Aug 052019
 

Objektive wissenschaftliche Informationen zur Ernährungssituation – wichtiger denn je


50 Jahre DGE-Ernährungsbericht

Der DGE-Ernährungsbericht feiert 50. Geburtstag: Im Juli 1969 wurde die erste Ausgabe dieses Werks veröffentlicht. „Für Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Medien sowie Fachkräfte sind die 13 bisher erschienenen DGE-Ernährungsberichte eine fundierte, objektive Informationsquelle zu aktuellen relevanten Themen aus den Bereichen Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaft. Das ist heute und zukünftig in Anbetracht der Informationsflut, widersprüchlichen Aussagen und Fake News wichtiger denn je“, sagt Dr. Angela Bechthold, Leiterin des Referats Wissenschaft der DGE. „Ziel des Berichts war und ist es, aktuelle Daten zur Ernährungssituation in Deutschland sowie Ergebnisse von Forschungsvorhaben zu präsentieren, zu bewerten und Handlungsempfehlungen abzuleiten.“ Es handelt sich nicht nur um eine Momentaufnahme, sondern die DGE-Ernährungsberichte schreiben auch Daten wie z.B. den Lebensmittelverbrauch und die Häufigkeit von Adipositas über die Zeit fort. Damit dienen die Forschungsergebnisse und Aussagen dieses Mediums seit 50 Jahren als Entscheidungshilfe und Impulsgeber für ernährungs- und gesundheitspolitische Maßnahmen in Deutschland.

Vor einem halben Jahrhundert, heute und in Zukunft

1968 beauftragen die damaligen Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie für Gesundheitswesen die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) als neutrale Fachgesellschaft mit der Erstellung eines periodisch erscheinenden Berichts, der über die Situation der Ernährung der Bevölkerung Auskunft gibt. Den ersten Ernährungsbericht legte die DGE schon ein Jahr später vor. Neben der Grundlage für politische Entscheidungen rund um Ernährung und Gesundheit sollte er mit den Informationen zum Lebensmittelverbrauch Basis für die agrarpolitische Ausrichtung vor dem Hintergrund ernährungsphysiologischer Notwendigkeiten sein. Heute wird er im Auftrag und mit finanzieller Förderung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) herausgegeben. Ergänzend zur kontinuierlichen Berichterstattung sind im Laufe der Zeit zahlreiche Forschungsvorhaben im Rahmen der DGE-Ernährungsberichte gefördert worden.
 
Die Themen des alle vier Jahre erscheinenden Mediums spiegelten so immer den Zeitgeist und die neuen Herausforderungen für die Oecotrophologie, Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften wider. Im ersten, 140 Seiten starken Ernährungsbericht wurde beispielsweise die Bedeutung der Frau als „Hüterin der Ernährung der Familie und ihrem Eintritt ins Berufsleben“ diskutiert. Schon 1972 im zweiten Bericht ging es um die „Ernährungserziehung in der Schule, der Erwachsenenbildung und in der beruflichen Weiterbildung“. Hinzu kamen im Laufe der Zeit weitere Themen wie Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Gentechnik, Strahlenbelastung, Diätformen, demografischer Wandel oder Gemeinschaftsverpflegung. Im nächsten, dem 14. DGE-Ernährungsbericht, erscheinen die Ergebnisse von Forschungsvorhaben zu veganer und vegetarischer Ernährung bei Kindern und Jugendlichen, zum Stillen sowie zur Mangelernährung in Krankenhäusern und Pflegeheimen.
 
Für die umfangreiche Erstellung des Periodikums arbeitet das Team aus DGE-Mitarbeiterinnen und Chefredakteur eng mit Wissenschaftlern und Forschungsnehmern von Universitäten und außeruniversitären Einrichtungen zusammen, deren Arbeit die Grundlage für den Bericht ist.

Jeder der seit 1969 erschienenen DGE-Ernährungsberichte ist als Buch veröffentlicht. Im Jahr 2004 gab es erstmals ergänzend eine CD-ROM. Mit der 13. Ausgabe im Jahr 2016 ist die DGE zu online-Vorveröffentlichungen einzelner Kapitel übergegangen. Sie sind auf der DGE-Internetseite frei verfügbar. Vor dem Hintergrund eines veränderten Mediennutzungsverhaltens arbeitet die Redaktion an neuen Konzepten für die Veröffentlichung zukünftiger DGE-Ernährungsberichte.
 
Verlässliche Aussagen – wissenschaftlich fundiert
„Was und wie viel wird in Deutschland gegessen? Welche Trends sind zu beobachten? Welche Maßnahmen sind notwendig, um die Ernährungssituation und Gesundheit der Menschen zu fördern? Und wo besteht Forschungsbedarf? Auf diese Fragen gibt der DGE-Ernährungsbericht auch in Zukunft wissenschaftlich fundierte und verlässliche Antworten“, sagt Dr. Angela Bechthold.

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