Dez 182018
 

Die Bevölkerung des Bundeslandes Mecklenburg Vorpommern wird sich in den folgenden Jahren aus immer weniger jungen Menschen und deutlich mehr älteren Menschen zusammensetzten. Laut Demographie- Bericht von 2014 wird sich der Anteil der Bevölkerung  in der  Altersgruppe  der  20 bis  65 Jährigen  von  63 Prozent  auf  rund 50 Prozent reduzieren,  der Anteil  der  über  65 Jährigen  steigt  dagegen  von 22 Prozent  auf fast 32 Prozent. Während bei gesunden jüngeren Senioren Übergewicht/Adipositas und damit verbundene Erkrankungen dominieren, stellt für die Gruppe der Hoch- und Höchstbetagten Mangel- oder sogar Unterernährung aufgrund unbemerkter Nährstoff- und Flüssigkeitsdefizite, häufig einhergehend mit Erkrankungen wie Demenz, ein nicht zu unterschätzendes Problem dar. Die Ernährungssituation selbstständig lebender Senioren ist in der Regel besser als die von älteren Menschen in Heimen. Da die Therapie der Mangelernährung im hohen Alter sehr schwierig und mühsam ist, kommt der Prävention eine entscheidende Rolle zu. Continue reading »

Nov 272018
 

130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchten am 22.11.2018 die diesjährige Ernährungsfachtagung zu dem Thema „Süß im Geschmack – bitter in der Wirkung? Aktuelle Daten und Fakten zu Kohlenhydraten in der Ernährung“. Nach dem Grußwort von Dr. Dirk Freitag, Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt M-V, würdigte Dr. Kiran Virmani, Geschäftsführerin der DGE, das 25-jährige Jubiläum der DGE-Sektion MV mit einem interessanten Rückblick auf die Anfänge. Auch Prof. Dr. Jörg Meier, der seit 20 Jahren die DGE-Sektion ehrenamtlich wissenschaftlich leitet, wurde im Anschluss von Prof. Dr. Heseker geehrt. Continue reading »

Okt 232018
 

Am 18.Oktober 2018 veranstaltete die DGE-Sektion MV ein weiteres Seminar mit der erfahrenen Dozentin Dipl.-Ökotr. Christiane Schäfer. 20 Teilnehmerinnen erfuhren, wie klein die Zahl an gesicherten ernährungstherapeutischen Interventionsempfehlungen ist und welche Schwachstellen die aktuelle Leitlinie in diesem Bereich hat, sodass auch auf Erfahrungen zurückgegriffen werden musste.

Divertikel sind Darmausstülpungen, die größtenteils im absteigenden Dickdarm auftreten. Im Alter von über 60 Jahren trägt fast jeder Dritte Divertikel im Darm, ab 85 Jahren hat mehr als die Hälfte der Bevölkerung Divertikel. 75 % der Divertikelträger bleiben lebenslang ohne Symptome. Problematisch wird es erst, wenn sich die Divertikel entzünden (=Divertikulitis). Dann können Schmerzen, Blutungen, Stenosen und Fisteln zu anderen Darmabschnitten oder anderen Organen entstehen. Gesicherte Risikofaktoren sind zunehmendes Alter, ein hohes Körpergewicht, starkes Heben und Tragen und Immunsuppression; diskutiert werden aber auch Hypothyreose, arterielle Hypertonie, Diabetes und die chronische Einnahme von nichtsteroidalen antientzündlichen Medikamenten. Continue reading »

Jun 062018
 

Am 04.06.2018 veranstaltete die DGE-Sektion Mecklenburg-Vorpommern mit 26 Teilnehmerinnen aus dem Bereich der Ernährungstherapie, Ernährungsberatung sowie Seniorenpflege ein Seminar zur Hyperurikämie.

Diplom-Ökotrophologin Christiane Schäfer referierte über dieses wichtige Thema, welches für immer mehr Menschen, besonders auch in Mecklenburg-Vorpommern, relevant wird. Hyperurikämie bedeutet, dass der Harnsäurewert (Harnsäure entsteht durch den Abbau von Purinen) im Blut über den Grenzwert von 6,5 mg/dl gestiegen ist. Klinisch kann sich dies dann z.B. in einem akuten Gichtanfall manifestieren, bei dem Kristalle aus der Harnsäure in wenig durchbluteten Geweben (v.a. Knorpel) ausfallen und dort für sehr schmerzhafte Entzündungen sorgen. Typischerweise passiert das im Großzehen-Grundgelenk, aber auch andere Gelenkknorpel oder der knorpelige Anteil der Ohrmuschel können betroffen sein. Die Ursachen können sehr vielfältig sein, daher reicht es in der Ernährungstherapie nicht mehr aus, nur auf den Puringehalt der verzehrten Lebensmittel zu achten. Es muss zunächst überblickt werden, aus welchen körpereigenen Quellen vermehrt Harnsäure entsteht, denn nicht nur die übermäßige Zufuhr purinhaltiger Lebensmittel wie Fleisch, Innereinen, Haut oder Hülsenfrüchte können den Harnsäurespiegel erhöhen, sondern – und das teilweise in noch höherem Maß – auch übermäßige Zellabbauprozesse im Körper. Continue reading »

Apr 242018
 

Im Alter rückt der Ernährungszustand häufig ungewollt in den Hintergrund. Bestehende Erkrankungen zu behandeln hat meist Vorrang. Doch auch das Erkennen bzw. Vermeiden eines Mangelernährungs-Risikos trägt wesentlich zur Genesung bzw. Abmilderung eines Krankheitsverlaufes bei. Nicht zuletzt ist die Lebensqualität im Alter stark mit einem angemessenen Ernährungszustand verknüpft. Wie aber erkenne ich das Risiko einer Mangelernährung und wie kann ich dem entgegenwirken? Antworten auf diese Fragen, sowie die Themen Ernährung bei Krebserkrankungen, Demenz und Nierenerkrankungen wurden von der Referentin Svenja Huhndorf in dem Seminar „Vermeidung von Mangelernährung im Alter – Was können wir tun?“ ausführlich und praxisnah gegeben. Ein besonderes Highlight des Seminars war die Praxiseinheit. In der konnten die Teilnehmer die unterschiedlichen Formen der Zusatzkost probieren und durch eine Alterssimulation nachempfinden, welche Herausforderungen sich für ältere Personen beim Essen ergeben.

Das Seminar fand am 20.4.2018 in der Zeit von 10:00- 16:30 Uhr mit 13 Personen in Schwerin statt.

Mrz 232017
 

Was und wie viel wird in Deutschland gegessen? Wie verändert sich das Ernährungsverhalten und werden Ernährungsempfehlungen umgesetzt? Auf der Basis wissenschaftliche fundierter Beschreibungen und Bewertungen dokumentiert der Ernährungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung seit 1969 die Veränderungen der Ernährungssituation in Deutschland. Diese Dokumentation und die daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen sind Grundlage für die Ernährungs-und Gesundheitspolitik, sowie eine unverzichtbare, objektive Quelle für die Beratung, Bildung, Medien, Wirtschaft und Wissenschaft.

Im 13. Ernährungsbericht war neben den aktuellen Erkenntnissen zur Ernährungssituation – im Besonderen zur Versorgung mit kritischen Nährstoffen wie Jod, Vitamin D oder Folsäure auch die Chancen der Prävention durch die Ernährung von besonderem Interesse. Außerdem wurde die Wirkung bisheriger Verhaltens- und Verhältnisprävention von Adipositas sowie das Koch- und Essverhalten der Deutschen betrachtet.

Um die Bedeutung der Ergebnisse für die praktische Arbeit gemeinsam zu diskutieren und Fragen aus erster Hand  beantworten zu können, hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung Sektion MV am 15.3.2017 wichtige Autoren des 13. Ernährungsberichtes nach Schwerin in das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt eingeladen. Die Veranstaltung war mit 65 Personen aus den Bereichen der Ernährung, Bildung, Politik und Wissenschaft ausgebucht.

Mrz 202017
 

Fallbesprechungen mit der Referentin Christiane Schäfer von der Allergologischen Schwerpunktpraxis in Hamburg beim Seminar: „Gluten: Gemeingefährlich oder ein Hype um Nichts?“

Gluten ist die Ursache für eine Zöliakie. Keine neue Erkenntnis. Inzwischen überschlagen sich aber gastroenterologische Medien, Fachliteratur und die Laienpresse mit zunehmend kontroversen Diskussionen um das Thema Gluten und seine möglicherweise negativen Auswirkung auf die Gesundheit.

Was ist wirklich dran am Gluten, oder ist es doch nur der Weizen? Und was bedeutet „Nicht-Zöliakie-Weizensensitivität“? Bei gastrointestinaler Symptomatik erwarten Patienten förmlich einen glutenfreien Speiseplan. Die zahlreichen Publikationen und Diskussionen rund um das Gluten zwingen in der Gruppe der Ernährungsfachkräfte sowohl diejenigen, die beratend, als auch diejenigen, die lehrend tätig sind, sich mit dieser Thematik sehr kritisch auseinanderzusetzen.

Aus diesem Grund fand am 17.03.2017 unter der Leitung von Christiane Schäfer von der Allergologischen Schwerpunktpraxis in Hamburg das ganztägiges Seminar: „Gluten: Gemeingefährlich oder ein Hype um Nichts?“  statt, an dem 25 Ernährungsberater/innen sowie Mediziner aus Mecklenburg-Vorpommern und Umgebung teilnahmen.

So wurde den Teilnehmer/innen vermittelt, dass vor der Empfehlung einer solch rigiden Kostform, die Auseinandersetzung mit den möglichen pathologischen Auswirkungen einer Gluten-Karenz stehen sollte. Einfach weglassen wäre in den seltensten Fällen eine kluge Entscheidung. Außerdem wurden Fallbeispiele zu Patienten mit einer Zöliakie oder einer „Glutensensitivität“ bearbeitet, die S2K Leitlinie: „Zöliakie – Nichtzöliakie Weizensensitivität“ kritisch betrachtet sowie aktuelle Veröffentlichungen auch hinsichtlich ihrer Empfehlungen, der Inhaltstiefe und wissenschaftlichen Relevanz beleuchtet. Das Tagesseminar gab Einblicke, schärfte kritische Blickweisen und zeigte Ausblicke auf, die eine fundierte Basis für den therapeutischen Alltag liefern.

Nov 092016
 

Am 3. November 2016 lud die DGE-Sektion MV in Kooperation mit der Hochschule Neubrandenburg zur 19. Ernährungsfachtagung „Wenn Leber, Niere und Pankreas streiken – Welche Rolle spielt die Ernährung?“ nach Neubrandenburg ein. Rund 110 Ernährungswissenschaftler, Mediziner, sowie Ernährungsberater/innen und Diätassistenten/innen aus Mecklenburg-Vorpommern und Umgebung nahmen an der Veranstaltung teil.

Bei der diesjährigen Fachtagung wurden sowohl akute und chronische Krankheitsgeschehen von Leber, Niere und Pankreas als die auch Folgen sowie aktuelle diätetische Therapieansätze und neueste Forschungsergebnisse thematisiert. Auch in Bezug auf die Ernährung bei Krebs haben sich im Laufe der Zeit neue Erkenntnisse und Herausforderungen ergeben, wie Frau Dr. Hübner, Fachärztin für Innere Medizin, Hämatologie und Internistische Onkologie und Mitglied der Deutschen Krebsgesellschaft e. V, in ihrem Vortrag „Ernährung in der Onkologie – Eine vernachlässigte Chance?“ zu berichten weiß. So würden laut aktuellen Studien 20 – 30% aller Krebserkrankten an den Folgen einer Mangelernährung und nicht aufgrund ihrer Krebserkrankung versterben. Viele Menschen mit Krebs seien sich der Bedeutung der Ernährung bewusst, so Hübner. Mit ihren Fragen und Bedürfnissen würden sie jedoch allein gelassen, denn ein breites und flächendeckendes Angebot wissenschaftlich fundierter Ernährungsinformation, Ernährungsschulungen und individuellen Ernährungsberatungen sowie gezielten Ernährungstherapien sei in Deutschland kaum vorhanden. Zwar gaben 70% der Krebserkrankten in einer Umfrage an eine Ernährungsberatung erhalten zu haben, allerdings wären 68,5 der Informationsquellen Printmedien und 58,7% Selbsthilfegruppen gewesen. Bei jüngeren Patienten auch häufig das Internet oder die Pflegekraft/ der Arzt. In der Konsequenz griffen Betroffene auf Internetquellen oder Beratungsangebote mit fraglicher Seriosität zurück und das therapeutische Potential von Ernährung bliebe ungenutzt. Dr. Hübner sieht hier einen großen Handlungsbedarf und appelliert auch an die Ernährungsberater/innen sich in diesem Rahmen stärker einzusetzen. Durch die gesamte Fachtagung moderierte Prof. Dr. Jörg Meier, Sektionsleiter der DGE-Sektion MV.

Die Fachvorträge stehen unter folgendem Link zum Download bis Ende März 2017 zur Verfügung.

www.dge-mv.de/html/downloads/

Okt 182016
 

Die Wasserstoff-Atemtests (H2-Tests) sind zur Diagnostik einer Kohlenhydratmalabsorption und- unverträglichkeit sowie einer bakteriellen Fehlbesiedlung klinisch etabliert. Für die Ernährungstherapeuten ist das Lesen und Interpretieren dieser Testverläufe sehr relevant, um für die Patienten eine entsprechende Ernährungstherapie einzuleiten, ohne auf restriktive Kostformen zurückgreifen zu müssen. Unter der Leitung von Christiane Schäfer fand am 10.10.2016 ein ganztägiges Seminar zu diesem Thema statt. Den Teilnehmern wurden viel Fachwissen rund um die Kohlenhydratverdauung, so wie wichtige Hintergrundinformationen über die Lebensmittel und die saubere Durchführung der unterschiedlichen Tests vermittelt. Im Praxisteil konnten die Teilnehmer anschließend dieses Fachwissen an unterschiedlichen Fallbeispielen anwenden. An dem ausgebuchten Seminar nahmen 20 Ernährungsfachkräfte teil.

Sep 232016
 

14. Dreiländertagung der DGE, ÖGE und SGE

(dge) Am 6. und 7. Oktober 2016 lädt die DGE zur 14. Dreiländertagung der Ernährungsgesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nach Hamburg ein. Auf der zweitägigen Veranstaltung stellen namhafte Wissenschaftler aus den drei Ländern und den USA aktuelle Forschungsergebnisse zu kontroversen Ernährungsthesen in drei verschiedenen Themenblöcken vor.

Im ersten Block geht es um Makronährstoffe wie Zucker und die Referenzwerte für die Zufuhr von Fett und Protein. Auf der Ebene der Mikronährstoffe gehen Experten auf die Knochengesundheit und den Zusammenhang mit Vitamin D, Calcium und Bewegung ein. Auch die Speisesalzzufuhr und Prävention chronischer Krankheiten sowie der Sinn oder Unsinn von Nahrungsergänzungsmitteln werden beleuchtet. Der dritte Themenblock widmet sich kontrovers diskutierten Lebensmitteln wie Milch und Milchprodukten, rotem Fleisch und „Frei von“-Produkten.

In einer abschließenden Podiumsdiskussion mit dem Titel „Geschmack versus Gesundheit – Brauchen wir neue Lebensmittel?“ diskutieren Vertreter aus Politik, Verbraucherschutz, Wirtschaft und Wissenschaft, ob veränderte Produktrezepturen zu einer gesundheitsfördernden Ernährung beitragen können.

Ernährungswissenschaftler, Mediziner, Diätassistenten und Interessierte aus der Ernährungswirtschaft können sich am 6. und 7. Oktober über aktuelle Forschungsergebnisse zu kontrovers diskutierten Ernährungsthesen in Hamburg austauschen. Die Tagung findet an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Berliner Tor 5 und 21, 20099 Hamburg statt. Die Tagungsgebühren für Frühbucher liegen bis zum 25.09.2016 bei 60 bis 150 EUR. Weitere Informationen und Anmeldung bei der DGE, Godesberger Allee 18, 53175 Bonn, Tel.: +49 228 3776-631, E-Mail: veranstaltung(at)dge.de.