Jun 302020
 

Rückblick auf ernährungswissenschaftliche Themenvielfalt

Cover Jahresbericht 2019Der aktuelle DGE-Jahresbericht informiert über die vielfältigen Aktivitäten und Projekte der wissenschaftlichen Fachgesellschaft, ihrer Sektionen und Vernetzungsstellen des letzten Jahres.

Eine optimale ernährungsmedizinische Versorgung wird zunehmend wichtiger. Daher stand 2019 das Thema Ernährung in Kliniken und Pflegeeinrichtungen im Fokus. Der Beitrag „Mangelernährung in deutschen Kliniken und Pflegeeinrichtungen“ mit der Auswertung der nutritionDay-Daten erschien als erste Vorveröffentlichung zum 14. DGE-Ernährungsbericht. Die Daten zeigten, dass Mangelernährung ein unterschätztes Gesundheitsproblem ist, denn danach waren in deutschen Kliniken und Pflegeheimen bis zu 30 % der Patienten und bis zu 25 % der Bewohner mangelernährt.

Zum gleichen Themenschwerpunkt erschien Ende 2019 die Neufassung des „Leitfaden Ernährungstherapie in Klinik und Praxis (LEKuP)“, den die DGE und die Deutsche Akademie für Ernährungsmedizin e. V. (DAEM) in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachverbänden erarbeiteten. Er bietet für alle in der Klinik, Praxis und Pflege Tätigen eine einfache Orientierungshilfe für eine moderne ernährungsmedizinische Versorgung.

Ein weiteres Themenhighlight war die Sporternährung. Die gleichnamige Arbeitsgruppe der DGE veröffentlichte fünf Positionspapiere zu verschiedenen Themen und erarbeitete damit erstmals gesicherte Empfehlungen und Standards zu den besonderen Ernährungs-bedürfnissen von Leistungssportlern und ambitionierten Freizeitsportlern im deutschsprachigen Raum.

Im wissenschaftlichen Bereich wurden die Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr weiter überarbeitet und die aktuellen Daten zur Zink- und Vitamin B6-Zufuhr veröffentlicht.

Die Entwicklung der mobilen Technologien verläuft rasant und wirkt sich auch auf unser Ernährungsverhalten und die Ernährungsberatung aus. Die DGE-Arbeitstagung 2019 „Ernährungsberatung und Ernährungsverhalten im digitalen Zeitalter“ auf den Bonner Ernährungstagen thematisierte daher die Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung für die Ernährungserhebung, -beratung und die Verhaltensänderung.

Darüber hinaus gab es 2019 drei Jubiläen: die Vernetzungsstellen Schulverpflegung feierten ihr 10-jähriges Bestehen, der Ernährungsbericht seinen 50. Geburtstag und der Journalisten-Preis wurde zum 30. Mal vergeben.

Lesen Sie mehr dazu im  Jahresbericht 2019


Jun 302020
 

Kooperation mit Special Olympics Deutschland


Wasser in ein Glas gießen

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Ein neues Infoblatt „Wasser trinken und gesund bleiben“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) klärt in Leichter Sprache über das richtige Trinken auf. Auf zwei Seiten Infoblatt beschreibt es kurz, leicht verständlich und handlungsorientiert, warum es wichtig ist, ausreichend und regelmäßig zu trinken, welche Konsequenzen ein Flüssigkeitsmangel hat und welche Getränke die besten Durstlöscher sind. Das Infoblatt wurde gemeinsam mit Special Olympics Deutschland erstellt. Die DGE führt damit ihre Kooperation mit der Organisation Special Olympics Deutschland fort. Schon die 10 Regeln in Leichter Sprache wurden mit der weltweit größten Sportbewegung für Menschen mit geistiger Behinderung und Mehrfachbehinderung erstellt. Ziel der Zusammenarbeit ist es, diese Menschen stärker an der eigenen Gesundheitsfürsorge zu beteiligen. Dadurch können sie selbstbestimmter leben und sich gesundheitsfördernd sowie nachhaltig ernähren und bewegen. Die Botschaft „Ernährung und Bewegung gehören bei einem gesundheitsfördernden Lebensstil zusammen“ kommt auch dank der neuen Medien zielgruppengenau an.

Das Infoblatt kann kostenfrei als PDF heruntergeladen werden. Eine ausführliche Version findet sich auf der Internetseite gesundheit-leicht-verstehen.de.

Beim DGE-MedienService ist es für 0,10 € erhältlich, bis 45 Blatt werden 100 % Rabatt gewährt (DIN A4 zweiseitig, Art.-Nr. 123707).

Hintergrund

Rund 1,5 Liter pro Tag sollten Erwachsene trinken. In Leichter Sprache lautet diese Empfehlung mindestens 6 normal große Gläser Wasser zu trinken. Trinken ist lebensnotwendig, denn Wasser erfüllt im Körper viele Funktionen. Der Körper braucht Wasser, um beispielsweise seine Temperatur zu regulieren oder Nährstoffe zu transportieren. Auch über die Atmung und bei der Ausscheidung von Abbauprodukten über die Nieren verliert er Wasser. Diese Verluste müssen regelmäßig durch Trinken ausgeglichen werden.

Bei großer Hitze oder sportlichen Aktivitäten können ein halber bis ein Liter Wasser pro Stunde zusätzlich nötig sein. Ideale Durstlöscher und Flüssigkeitslieferanten sind Wasser und ungezuckerte Kräuter- und Früchtetees. Saftschorlen mit drei Teilen Wasser und einem Teil Saft eignen sich ebenfalls.

Menschen mit einem geringeren Energiebedarf, wie Kinder oder Erwachsene mit einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit, können durch den Konsum zuckergesüßter Getränke wie Limonaden oder Fruchtsaftgetränke leicht zu viele Kalorien aufnehmen. Gezuckerte Getränke sind also nicht empfehlenswert, da sie oft viel Zucker und damit unnötige Kalorien enthalten. Das Risiko für Übergewicht, Diabetes mellitus Typ 2 und Karies steigt dadurch.

Jun 222020
 

Berufspolitische und fachliche Schnittstellen

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„Wir möchten mit unserem Beitritt zeigen, dass es berufspolitisch und fachlich einige Schnittstellen zwischen der DGE und dem VDOE gibt.“ sagt DGE-Geschäftsführerin Dr. Kiran Virmani anlässlich der Aufnahme der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) als korporatives Mitglied zum Berufsverband Oecotrophologie e.V. (VDOE). „Zudem sind wir attraktive Arbeitgeberin für viele Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaftler*innen, Oecotropholog*innen sowie Diätassistent*innen“, so Virmani weiter. Studierenden bietet die Fachgesellschaft in den unterschiedlichen Referaten spannende Praktika an.

Die Menschen hinter der DGE

Für die DGE arbeiten bundesweit über 100 Personen in Voll- und Teilzeit, davon über 60 Personen in der Hauptgeschäftsstelle in Bonn. In den Bundesländern setzen Mitarbeitende aus den (un-)selbstständige Sektionen die Ziele der DGE mit Blick auf regionale Anforderungen um. In den Teams der Projekte wie der übergreifenden Kommunikation für die vier bundesweiten Kompetenzcluster der Ernährungsforschung oder „IN FORM in der Gemeinschaftsverpflegung“, „Geprüfte IN FORM-Rezepte“ arbeiten weitere engagierte Kolleginnen und Kolleginnen für die Fachgesellschaft.

Die am Studienstandort Bonn ansässige unabhängige Fachgesellschaft hat über 4000 Mitglieder, davon zahlreiche Studierende. Sie alle profitieren von den Leistungen der DGE und können sie gleichzeitig über verschiedene Gremien mitgestalten.

„Uns ist es wichtig, nicht nur die Ergebnisse unserer Arbeit zu zeigen, sondern auch transparent zu machen, wie die DGE arbeitet und wer die Vielzahl an Aufgaben umsetzt,“ unterstreicht Oecotrophologin Virmani. „Die neue Mitgliedschaft im VDOE ist ein Baustein dieser Kommunikationsarbeit“.

Über die DGE:

Die DGE beschäftigt sich mit allen auf dem Gebiet der Ernährung auftretenden Fragen und stellt Forschungsbedarf fest. Auf Grundlage von Forschungsergebnissen erarbeitet sie die für Deutschland gültigen sowie wissenschaftlich fundierten Ernährungsempfehlungen und Aussagen.

Ziel der DGE ist es, Ernährungsaufklärung, -beratung und -erziehung zur vollwertigen Ernährung voranzubringen, deren Qualität zu sichern und dadurch die Gesundheit der Bevölkerung zu fördern. Die DGE als eingetragener Verein verfolgt unmittelbar gemeinnützige Zwecke.

Kernaufgabe ist die wissenschaftlich gesicherte Information von Multiplikator*innen, Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und interessierten Verbrauche*innen über neue Erkenntnisse und Entwicklungen der Ernährungswissenschaft. Die DGE setzt sich für die Qualitätssicherung in der Gemeinschaftsverpflegung sowie von Inhalten der Ernährungsberatung und -aufklärung ein. Ihre Botschaften transportiert sie über verschiedene Wege und Instrumente: So veröffentlicht sie im Auftrag der Bundesregierung die DGE-Ernährungsberichte, zeichnet für Leitlinien und die D-A-CH-Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr sowie die DGE-Beratungsstandards verantwortlich. Als Plattform für die Wissenschaft und den wissenschaftlichen Nachwuchs bietet sie Kongresse und Tagungen an. Zahlreiche Fortbildungen und Seminare für Multiplikator*innen ergänzen das Angebot. Verbraucher*innen finden Orientierung in den 10 Regeln der DGE zur gesundheitsfördernden Ernährung. Zielgruppenorientierte Medien, Pressearbeit, der Webauftritt sowie die Kommunikation über die sozialen Medien vervollständigen die methodische Öffentlichkeitsarbeit der DGE.

Jun 112020
 

Nährwertberechnungsprogramm DGExpert gibt es jetzt kostenfrei*


DGExpertBildungseinrichtungen, die eine DGExpert-Bildungslizenz besitzen, können ab sofort für ihre Studierenden/Schüler*innen kostenlose Einzelplatzlizenzen bestellen. Die DGE vergibt sie ausschließlich an Bildungseinrichtungen. Diese geben sie wiederum an ihre Studierenden/Schüler*innen weiter.

Das Nährwertberechnungsprogramm DGExpert deckt für die Gemeinschaftsverpflegung Aufgabenbereiche von der Speiseplanberechnung bis hin zur Beratung von Einzelpersonen und Gruppen ab – ideal z. B. für den Einsatz in Kliniken und Wohnheimen. In der Ernährungsberatung und -therapie unterstützt DGExpert bei allen anfallenden Aufgaben: von der Anamnese über die Dokumentation bis hin zum Erstellen von Speiseplänen sowie der Auswertung von Verzehrprotokollen. Das leistungsstarke Programm ist intuitiv zu bedienen.

Studierende der HAW Hamburg profitieren schon jetzt davon: Für sie stellte die DGE insgesamt 140 Lizenzen zur Verfügung. In Zeiten, in denen angehende Ernährungsfachkräfte vermehrt von zu Hause arbeiten, unterstützt sie die DGE besonders in der Erreichung ihrer Studienziele.

Nehmen Sie Kontakt zu uns auf unter schaebethal(at)dge.de. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.


*Für Unis, Diätschulen und Fachhochschulen mit DGExpert-Bildungslizenzen (Art.-Nr. 900240) generiert die DGE kostenlos Lizenzen für Schüler*innen und Studierende. Sie sind für ein Jahr gültig.

Jun 082020
 
Wie hilft Mathe bei der Erstellung von Ernährungsempfehlungen? Was ist Nudging und wie kann man es in der Gemeinschaftsgastronomie einsetzten? Wie ausgeprägt ist die Obsession für gesundes Essen in verschiedenen Kulturen?

Antworten zu diesen Fragen geben die Referentinnen beim ersten virtuellen Science Slam der DGE-Fachgruppe Early Career Scientists am 8. Juni 2020 ab 11.00 Uhr. Der einstündige Science Slam ist ein Format bei dem es darum geht, das eigene Forschungsgebiet kurz und unterhaltsam zu präsentieren. Also vorbeischauen, Neues lernen und Early Career Scientists unterstützen. Die Teilnahme ist kostenfrei, aber eine Registrierung erforderlich.

Jun 032020
 

Ausgewogen ernährt mit Gemüse und Obst

5 am Tag LogoFür eine gesundheitsfördernde Ernährung mit Gemüse und Obst setzt sich seit 20 Jahren erfolgreich der Verein „5 am Tag“ ein. Sein Ziel ist, den Gemüse- und Obstverzehr der Bevölkerung in Deutschland zu erhöhen. Der gemeinnützige Verein wurde von der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V.(DGE), Krankenkassen, Ministerien, Stiftungen und Vertretern der Obst- und Gemüsebranche gegründet. Seit 2002 existiert die gleichlautende Kampagne, die von der Europäischen Union (EU) und teilweise dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft finanziell gefördert wird.

DGE unterstützt den Einsatz für mehr Gemüse und Obst

Kiran Virmani, DGE-Geschäftsführerin, lobt das Engagement des Vereins „5 am Tag“ anlässlich seines Jubiläums: „Dass die Menschen mehr Gemüse und Obst essen, ist auch uns von der DGE wichtig. Denn neben vorbeugenden Effekten bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall und Diabetes mellitus Typ 2 bietet ein hoher Gemüse- und Obstverzehr ernährungsphysiologische Vorteile. Das ist gut für die Gesundheit der Bevölkerung – und die will die DGE unter nachhaltigen Aspekten langfristig fördern und erhalten“. Gemüse und Obst zeichnen sich durch eine niedrige Energiedichte, in aller Regel einen geringen Fettgehalt und gleichzeitig einen hohen Gehalt an Vitaminen (B-Vitamine, Vitamin C, ß-Carotin), Mineralstoffen, sekundären Pflanzenstoffen und Ballaststoffen aus.

Daten der Ernährungsberichte untermauern Ziel von „5 am Tag“

Die Fortschreibung der Daten zum Lebensmittelverbrauch zeigen seit 1990 einen kontinuierlichen Anstieg im Gemüseverbrauch. Dies dürfte zu einer besseren Versorgung unserer Bevölkerung mit Vitaminen, sekundären Pflanzenstoffen, Mineralstoffen und Ballaststoffen beitragen. Ich freue mich über diese positive Entwicklung, die auch zeigt, dass die Kampagne wirkt“, erklärt Virmani.

Zuletzt haben die Deutschen allerdings insgesamt weniger Obst verbraucht, durchschnittlich 1,2 kg pro Kopf und Jahr; sie entfallen vor allem auf Äpfel, Birnen, Pfirsiche und Tafeltrauben sowie Apfelsinen. „Dieser Rückgang zeigt, dass wir nicht nachlassen dürfen, der Bevölkerung eine pflanzenbetonte Ernährung mit Gemüse und Obst schmackhaft zu machen. Die „5 am Tag“-Kampagne ist heute wichtiger denn je. Einer ausgewogenen, vollwertigen und gesundheitsfördernden Ernährung kommt vor allem jetzt, wo jede*r vierte Erwachsene in Deutschland adipös ist, ein besonderes Augenmerk zu“, so Virmani weiter. Aktuelle Daten zum Gemüse- und Obstverbrauch werden mit dem 14. DGE-Ernährungsbericht im Herbst vorliegen.

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt als Teil einer gesundheitsfördernden Ernährung, mehr als 400 g Gemüse und Obst am Tag zu essen. Gemüse und Obst kommt damit eine wichtige Rolle zu – auch in der sogenannten „Planetary Health Diet“. Sie beinhaltet größtenteils pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte, Nüsse und hochwertiges Pflanzenöl und stimmt weitgehend mit den gesundheitsfördernden und ökologisch nachhaltigen DGE-Empfehlungen zur vollwertigen Ernährung überein.

Empfehlung der DGE „Nimm 5 am Tag“ bleibt aktuell

Die DGE empfiehlt – wie auch in ihren 10 Regeln – weiterhin mindestens 5 Portionen unterschiedliche Gemüse- und Obstarten zu essen. Sie sollten sich möglichst aus 3 Portionen Gemüse (rund 400 Gramm) und 2 Portionen Obst (rund 250 Gramm) zusammensetzen. Täglich jeweils 1 Portion Gemüse in Form von Rohkost, Salat und gegarten Gemüse, garantiert vielfältigen Genuss. Die Maßeinheit für eine Portion Gemüse oder Obst ist die eigene Hand. Das garantiert, dass die Portionsgröße dem Alter entsprechend ausfällt.

Seit 2019 setzt „5 am Tag“ zusammen mit einem österreichischen Partner die EU geförderte Kampagne Snack5 um, die den Trend zur Snackification – dem bevorzugten Verzehr kleiner Mahlzeiten und Snacks, aufgreift und Zwischenmahlzeiten und Außer-Haus-Verzehr in den Mittelpunkt stellt.

Mai 292020
 

Cluster-Sprecher waren bei öffentlichem Fachgespräch mit EL-Ausschuss zur Stärkung von Ernährungsforschung

Logos Kompetenzcluster der Ernährungsforschung(Berlin) Die Sprecher der Kompetenzcluster der Ernährungsforschung in Deutschland, Prof. Dr. Tilman Grune (Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam‐Rehbrücke & NutriAct), Prof. Dr. Stefan Lorkowski (Friedrich‐Schiller‐Universität Jena & nutriCARD) sowie Prof. Dr. Hans Hauner (Technische Universität München & enable) haben ein öffentliches Fachgespräch mit dem Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft des Deutschen Bundestages (EL-Ausschuss) geführt. Clustersprecherin Prof. Dr. Ute Nöthlings (Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn & DietBB) konnte nicht persönlich teilnehmen und wurde von den anwesenden Sprechern vertreten.

Ernährungsforschung als einen Schlüssel zu mehr Gesundheit in Deutschland und die zukünftigen Herausforderungen auf diesem Gebiet waren die vorrangigen Themenschwerpunkte. Dazu gehörten auch nachhaltige Ernährung und der Auftrag der Kompetenzcluster für vernetzte interdisziplinäre Forschung zu aktuellen und zukünftig relevanten Schwerpunkten.

Ein Ziel bei dem Gespräch war es, auf die Notwendigkeit zukünftiger langfristiger Förderstrategien für Ernährungsforschung in Deutschland aufmerksam zu machen. Damit sollen transdisziplinäre, multizentrische Studien durchgeführt werden. Erreicht werden soll eine bessere internationale Sichtbarkeit, Perspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs sowie die Entwicklung von langfristig angelegten Forschungs- und Entwicklungsvorhaben mit der Möglichkeit, aus den Ergebnissen gesellschaftlich nutzbare Konzepte und Maßnahmen abzuleiten.

Dass solche Strukturen wichtig sind, wurde bei den Fragerunden der Parlamentarier sichtbar, die vielfältige weitere Themen der Ernährung anschnitten: So ging es anfangs um die Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten, die von den Experten kritisiert wurde. Denn die Ernährung in Deutschland entspricht nach wie vor nicht dem, was etwa die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) empfiehlt. So stellte Prof. Dr. Hauner heraus, dass das Essen der Deutschen im Durchschnitt immer noch viel zu energiereich und zu fett sei, es enthalte zu viel Zucker und Stärke in hochverarbeiteten Lebensmitteln. Die Reduktionsstrategie kritisierte er als Selbstverpflichtung ohne Überprüfbarkeit und Sanktionsmöglichkeiten. Fastfood gesünder zu machen und echte Präventionspolitik bringe mehr.

Prof. Dr. Lorkowski machte klar, dass ohne ein Bildungskonzept eine Reduktionsstrategie an ihre Grenzen stoßen würde. Er sprach sich allerdings gegen ein vollständig kostenloses Kita- und Schulessen aus, um die Eltern nicht aus der Verantwortung zu entlassen und im Sinne der Nachhaltigkeit Abfall zu vermeiden. Grundsätzlich sollte ein wissenschaftlich evaluierbares Gesamtpaket dazu entstehen, wie man mit Ernährung ganz gezielt Prävention betreiben kann.

Ernährungsempfehlungen fußen auf epidemiologischen Kohortenstudien und Interventionsstudien, wie sie die Kompetenzcluster durchführen. Größere multizentrische Interventionsstudien gebe es aber in den Ernährungswissenschaften bisher kaum, merkte Prof. Dr. Grune an. Es gehe darum, mit Hilfe solcher Studien eine bessere Translation von Ernährungsempfehlungen in die Gesellschaft zu schaffen. Dies sei kein schneller Prozess.

Die Aufzeichnung des zweistündigen Fachgesprächs ist abrufbar in der Mediathek des Deutschen Bundestages über den Link: https://dbtg.tv/cvid/7446486

Weitere Informationen: www.dge.de/wir-ueber-uns/projekte/

Mai 142020
 
RingordnerAb sofort bietet die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) den bewährten Ringordner „ICH nehme ab“ als 9. korrigierten Nachdruck an. Der grundsätzliche Aufbau und die Inhalte dieses Mediums wurden beibehalten, überwiegend handelt es sich um Layout- und Formulierungsänderungen. Der Ringordner enthält das wissenschaftlich basierte und evaluierte Gewichtreduktions-Programm in zwölf Schritten, ein Ernährungs- und Bewegungstagebuch, einen Notizblock und eine Broschüre mit Rezepten. Das Programm „ICH nehme ab“ ist verhaltenstherapeutisch ausgerichtet. Es richtet sich an übergewichtige Personen (BMI 25 – 29,9 kg/m2), die keine Komorbiditäten aufweisen sowie nach ärztlicher Rücksprache auch an Menschen mit Adipositas Grad I (BMI 30 – 34,9 km/m2).

Ziel des Programms ist es, das Körpergewicht schrittweise und nachhaltig zu senken und eine vollwertige Ernährungsweise gemäß den Empfehlungen der DGE umzusetzen. Das Konzept basiert auf einem ganzheitlichen Ansatz und berücksichtigt neben ernährungsphysiologischen und psychologischen Aspekten auch Bewegung und Entspannung. In 12 Schritten werden Teilnehmende durch das Programm begleitet und u. a. bei der Analyse und Optimierung ihres Essverhaltens unterstützt.

Das von der DGE entwickelte Kurskonzept „ICH nehme ab“ wurde aktuell von der Zentralen Prüfstelle Prävention (ZPP) geprüft und ist bis April 2023 rezertifiziert. Damit können Kursteilnehmer*innen auch zukünftig eine anteilige Kostenübernahme von ihrer gesetzlichen Krankenkasse erhalten.

Der 207 Seiten umfassende Ringordner ist im DGE-Medienshop zum Preis von 35 Euro zzgl. Versandkosten unter der Artikelnummer 121507, ISBN 978-3-88749-224-3, bestellbar.

Mai 072020
 

Einfach mal öfters Selber kochen – gesund ernähren und es schmeckt trotzdem

Was sollen wir heute essen? Diese Frage ist nach einem Blick in das Familienkochbuch QUERBEET & KUNTERBUNT schnell beantwortet: Abwechslungsreich und lecker. Die Frage müsste daher eher heißen: Wie wollen wir kochen? Das Buch ist entstanden nach einer Idee des Projektteams von „Geprüfte IN FORM-Rezepte“ mit Carina Frick, Lisa Scholz, Michaela Sosna und Shirin Shafiei Saber, ansässig bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE). Den Beitrag dazu lesen Sie hier auf DGE-Blog.

Angelehnt an die vier Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter enthält QUERBEET & KUNTERBUNT insgesamt 52 Rezeptideen, für jede Woche im Jahr eines plus drei Basic-Rezepte. Das Kochbuch bietet praxisorientierte Hilfe, um auf einen Blick ein gesundes Rezept zu erkennen.

Die DGE entwickelte eigens einen Kriterienkatalog, mit dem die Ernährungswissenschaftler*innen die Rezepte prüfen. Entspricht ein Rezept diesen Kriterien, erhält es das Logo „Empfohlen von IN FORM in Kooperation mit der DGE“. So haben Verbraucher*innen eine Orientierungshilfe, mit der sie auf einen Blick ein gesundheitsförderndes Rezept erkennen können.

Das Kochbuch QUERBEET & KUNTERBUNT ist erhältlich im DGE-Medienshop und kostet 12,90 Euro.

Mai 052020
 

Lecker und ausgewogen: so einfach geht’s

Die Lebenswelten der QualitätsstandardsBilder sagen mehr als Worte. Dies macht sich das DGE-Projekt „IN FORM in der Gemeinschaftsverpflegung“ zunutze und bündelt die zentralen Botschaften der DGE-Qualitätsstandards in einem Film. Wissenschaftlich basierte Kriterien sind die Grundlage der DGE-Qualitätsstandards für die Verpflegung. Doch wie setzen Praktiker diese konkret um? Das zeigt der neue Erklärfilm anhand von Beispielen aus der Praxis.

Vielfältige Verpflegung – anschaulich erklärt in vier Minuten

Im Film kommen vor allem Fachleute zu Wort, die den DGE-Qualitätsstandard bereits erfolgreich anwenden. In ihren Einrichtungen hat sich dadurch vieles verbessert. So ist in der Bochumer Kita Pusteblume, in der der DGE-Qualitätsstandard als Basis für die Mittagsverpflegung dient, nicht nur der Gemüseanteil gestiegen, das Essen hat auch eine sinnliche Rolle eingenommen, es ist zum Erlebnis geworden. Der Caterer Rebional in Herdecke lobt, dass die Standards die Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr als Basis für eine ausgewogene und gesundheitsfördernde Verpflegung zugrunde legen, das werde oft nachgefragt. Die Frankfurter Markus Diakonie AGAPLESION beobachtet: „Die Bewohner sind seit der Einführung des Qualitätsstandards zufriedener, weil einfach die Auswahl der Speisen größer ist“, berichtet die Wohnbereichsleiterin Nina Kauf. Die Geschäftsführerin Hannelore Rexroth ergänzt: „Der DGE-Qualitätsstandard bedeutet für mich, dass das ganze Team interdisziplinär zusammenarbeitet und sich Gedanken macht, was den Bewohnern schmeckt und Freude macht.“ Schließlich soll das Angebot nicht nur abwechslungsreich sein, sondern auch gut schmecken. Dafür lassen die DGE-Qualitätsstandards viel Spielraum.

Der DGE-Qualitätsstandard – eine Erfolgsgeschichte

Das DGE-Projekt „IN FORM in der Gemeinschaftsverpflegung“ hat nachhaltige praxisnahe DGE-Qualitätsstandards entwickelt, die die Umsetzung einer gesundheitsfördernden Verpflegung in den verschiedenen Lebenswelten ermöglichen. Sie richten sich vor allem an Verantwortliche für die Verpflegung in Kindertageseinrichtungen, Schulen, Betrieben, Krankenhäusern, Reha- und Senioreneinrichtungen sowie Mitarbeitende von „Essen auf Rädern“.

Die erste Publikation für Schulen entwickelte die DGE bereits 2007. In den Folgejahren kamen weitere DGE-Qualitätsstandards für verschiedene Lebenswelten hinzu. Inzwischen sind die jeweils rund 60 Seiten umfassenden Veröffentlichungen die zentrale Referenz in Fachdiskussionen über die Gemeinschaftsverpflegung.

DGE-Qualitätsstandard für die Schulverpflegung teilweise verbindlich

In einigen Bundesländern ist der DGE-Qualitätsstandard für die Schulverpflegung mittlerweile im Gesetz verankert und damit bindend. Kommunen und Träger nutzen ihn als Grundlage für die Ausschreibung der Verpflegungsleistung. In vielen Einrichtungen dient er als Basis für die Umsetzung einer gesundheitsfördernden Verpflegung.

DGE-Film zeigt, wie die gesunde Wahl zur einfachen Wahl wird

Mit dem Erklärfilm spricht das DGE-Projekt noch gezielter alle Verantwortlichen und Fachkräfte an, die ihren Tischgästen eine gesundheitsfördernde Wahl in der Gemeinschaftsverpflegung erleichtern möchten. Das neue Medium wird vorrangig auf Messen sowie Kongressen gezeigt, an denen sich die bundesweite Initiative IN FORM beteiligt. Als Impuls bei Fachvorträgen kann der Film zu vertieften Gesprächen, weiteren Hintergrundinformationen und den eigentlichen DGE-Qualitätsstandards hinleiten/führen.