Apr 082020
 
FortbildungWir, die relevanten Verbände und Institutionen der Ernährungsberatung und -therapie (DGE, VDD, VDOE, VFED und QUETHEB), haben uns auf folgende Sonderregelung verständigt: 30 % der Punkte, die in einem Dreijahreszeitraum für die kontinuierliche Fortbildung für Ernährungsberater*innen/DGE und Verpflegungsmanager*innen/DGE nachzuweisen sind, werden über Selbststudium anerkannt.

Wir reagieren damit auf die infolge der Corona-Pandemie abgesagten Kongresse und Weiterbildungsseminare. Gleichzeitig machen wir auf die Möglichkeiten aufmerksam, über die Teilnahme an Webinaren, über Online-Fortbildungsangebote der Fachzeitschriften und informelles Lernen etc. Wissen und Kompetenzen zu erweitern. Ein Reflexionsbogen zur Dokumentation des Selbststudiums wird in Kürze zur Verfügung stehen

Apr 022020
 
Ringordner ICH nehme abDas von der DGE entwickelte und bewährte Kurskonzept „ICH nehme ab“ wurde erfolgreich von der Zentralen Prüfstelle Prävention (ZPP) geprüft und ist bis April 2023 rezertifiziert. Teilnehmer*innen an ICH-nehme-ab-Präventionskursen profitieren von dem wissenschaftlich fundierten und evaluierten Programm. Durch die Rezertifizierung erhalten sie auch weiterhin eine anteilige Kostenübernahme durch ihre gesetzliche Krankenkasse.

Damit Ernährungsfachkräfte das „ICH nehme ab“-Konzept nutzen können, ist eine Einweisung ins Programm laut „Leitfaden Prävention“ des GKV-Spitzenverbands erforderlich. Der Leitfaden definiert die inhaltlichen Handlungsfelder und qualitativen Kriterien für die Leistungen der Krankenkassen in der Primärprävention. Die 3-tägige Kursleiterschulung zu „ICH nehme ab“ entspricht dieser Einweisung. Sie wird an verschiedenen Standorten angeboten. Über 1.300 Oecotropholog*innen und Diätassistent*innen haben sie bereits absolviert. Kontaktdaten zahlreicher Kursleiter*innen stehen zur Verfügung.

Das Konzept basiert auf einem ganzheitlichen Ansatz in zwölf Schritten. Diese Schritte thematisieren in jeweils 90-minütigen Kurseinheiten die Bereiche persönliche Ziele, Trink- und Bewegungsverhalten, Lebensmittelauswahl und Wissenswertes zu Nährstoffen, den Umgang mit Krisen und Stress sowie Entspannung. Die einzelnen Schritte bauen aufeinander auf. Ziel des Programms ist es, Klient*innen zu unterstützen, ihr Körpergewicht durch eine vollwertige Ernährung langfristig zu verringern und halten zu können.

Die Teilnehmer*innen an ICH-nehme-ab-Präventionskursen erhalten mit dem 207-seitigen Ringordner ein praktisches Manual, das neben Informationen und Arbeitsmaterialien wertvolle Tipps für die Praxis, außerdem eine Rezeptbroschüre sowie ein Ernährungs- und Bewegungstagebuch umfasst.

Die aktuelle Auflage des ICH-nehme-ab-Ringordners wurde in Layout und Formulierungen den Bedürfnissen der Nutzer*innen angepasst. Der 9. korrigierte Nachdruck ist für 35 Euro zzgl. Versandkosten über den DGE-Medienservice www.dge-medienservice.de , Artikel-Nr. 121507, ISBN 978-3-88749-224-3 frei verkäuflich erhältlich.

Mrz 312020
 

Studie SuSe II für den 14. DGE-Ernährungsbericht zeigt positive Entwicklung zum Stillen und zur Säuglingsernährung auf

Mutter beim Stillen der Brust

©Juan Aunión – stock.adobe.com

(dge) Die Ergebnisse der bundesweiten „Studie zur Erhebung von Daten zum Stillen und zur Säuglingsernährung in Deutschland – SuSe II“ zeigen, dass die meisten der befragten deutschen Kliniken die nationalen Empfehlungen für die Stillförderung in Geburtskliniken umsetzen. Die Stillquoten der Mütter sind mit 82 % für Stillen überhaupt und 56 % für ausschließliches Stillen vier Monate nach der Geburt (s. Infografik) erfreulich hoch. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) gibt die SuSe-II-Studie als Vorveröffentlichung zum 14. DGE-Ernährungsbericht1 heraus.

Weiter unter:https://www.dge.de/presse/pm/stillquoten-in-deutschland-erfreulich-hoch/

Mrz 302020
 

Lecker essen trotz Mehrfachbelastung

Gnoc­chi mit bun­tem Ge­mü­se

© Gnoc­chi mit bun­tem Ge­mü­se. Bild: DGE/JOB&FIT

In Zeiten von Corona wird nun ganz oft zu Hause gekocht und gegessen. Familien stehen vor der Herausforderung, neben Homeoffice und Kinderbetreuung auch mehrmals täglich Essen aufzutischen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) hat Rezeptvorschläge sowie alltagstaugliche Tipps zusammengestellt, damit insbesondere Familien schnell und einfach ausgewogene Gerichte nachkochen können. Damit will die DGE Familien in Zeiten der Coronakrise bei einer gesundheitsfördernden Ernährung unterstützen. Auch die 10 Regeln der DGE für eine vollwertige Ernährung geben hier Orientierung. „Auch einfache Gerichte können gesundheitsfördernd sein und Ihrer Familie schmecken. Als wichtigste Zutat für alle Rezepte empfehle ich Gelassenheit. Jeden Tag eine warme Mahlzeit ist zwar wünschenswert, aber nicht zwingend nötig, um sich ausgewogen zu ernähren“, sagt DGE-Geschäftsführerin Dr. Kiran Virmani angesichts der Mehrfachbelastungen von Familien aufgrund der Coronakrise und dem Wegfall der bewährten Verpflegung in Kitas, Schulen und Betrieben.

Gut geplant – welche Vorräte sinnvoll sind

Ein grober Wochen-Plan, der Lieblingsrezepte aller Familienmitglieder mit einbezieht, hilft beim Einkaufen. Im Moment ist es weder sinnvoll, täglich in Lebensmittelgeschäfte zu gehen, noch zu „hamstern“. Eine fehlende Zutat oder ein fehlendes Gewürz sollte nicht daran hindern, ein Rezept zu kochen. Bei einer Gemüsepfanne ist es nicht entscheidend, ob sie zwei oder drei Gemüsearten enthält. Experimentieren macht auch Kindern Freude: Im Vorratsschrank und in der Tiefkühltruhe finden sich dafür immer passende Zutaten.

Fertiggerichte pfiffig ergänzen

Es ist in Ordnung, ab und zu Fertigprodukte und -gerichte zu verwenden. Fehlernährung entsteht nicht durch den gelegentlichen Verzehr eines Lebensmittels. Belegen Sie z. B. Fertigpizza zusätzlich mit frischem Gemüse oder Tiefkühlgemüse. Pommes frites sollte man am besten im Backofen zubereiten und mit knackigem Salat, Gemüse oder einem Fischfilet kombinieren. Fertig zubereiteter Salat, der schon gewaschen und zerkleinert angeboten wird, lässt sich mit Möhren, Tomaten, Gurken und Kräutern ergänzen. Pasta aus dem Kühlregal (z. B. Tortellini, Gnocchi) kann anstatt mit Sahnesoße mit einer Gemüsesoße verfeinert, zum Beispiel mit klein geraspelten Möhren oder Zucchini, angerichtet werden. Suppen aus der Konservendose oder so genannte „Tütensuppen“ kann man ebenfalls gut mit Gemüse aufpeppen. So lässt sich beispielsweise eine fertige Hühnersuppe mit Mais aus der Dose oder Tiefkühlerbsen aufwerten. Und wer mehr Wasser zugibt, als angegeben, verringert damit den oft hohen Salzgehalt vieler Fertigprodukte. Allerdings sollte vor dem Hintergrund eines möglicherweise verringerten Familienbudgets gut überlegt werden, wie häufig Fertigprodukte gekauft werden: So sind beispielsweise Kartoffeln, Reis oder Nudeln günstiger als so manches daraus hergestellte Fertigprodukt.

Mehlvorrat leer? – Es muss nicht immer Vollkorn sein

Bevorzugen Sie auch jetzt eher Vollkornprodukte je nach Geschmack – zum Beispiel Vollkornnudeln, Vollkornbrot oder Müsli – und kombinieren Sie diese mit Weißmehlprodukten. Denn Vollkornprodukte halten länger satt und enthalten mehr Vitamine und Mineralstoffe als sogenannte „Weißmehlprodukte“ (Mehl Type 405). Aber auch jetzt gilt: Kochen Sie mit dem, was der Vorrat und die Lebensmittelgeschäfte bieten.

Gemeinsam essen und in Bewegung bleiben

Gemeinsames Kochen und Essen zu den gleichen Tageszeiten gibt einen festen Rahmen, strukturiert den Tag und schafft gute Gewohnheiten. Wenn möglich, starten Sie schon morgens gemeinsam mit Ihrer Familie in den Tag. Bleiben Sie auch in dieser Zeit in Bewegung, denn eine vollwertige Ernährung und körperliche Aktivität gehören zusammen. Dabei ist nicht nur regelmäßiger Sport hilfreich, sondern auch die Bewegungsaktivitäten während des Tages: Gehen Sie zu Fuß oder nutzen Sie vermehrt das Fahrrad.

Mrz 272020
 

© VectorMine – stock.adobe.com

Gerade jetzt, in der Zeit von März bis Oktober, reicht in Deutschland die Stärke der Sonnenbestrahlung aus, um eine ausreichende Versorgung durch die körpereigene Bildung von Vitamin D über die Haut zu gewährleisten. Kurze Aufenthalte wie Spaziergänge an der frischen Luft mit 15 – 25 Minuten Sonneinstrahlung pro Tag reichen dafür aus.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) weist darauf hin, dass die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten nur dann empfohlen wird, wenn eine unzureichende Versorgung nachgewiesen wurde und eine gezielte Verbesserung der Versorgung durch die körpereigene Vitamin-D-Bildung durch Sonnenbestrahlung und Ernährung nicht erreicht wird.

Für frei verkäufliche Nahrungsergänzungsmittel existieren derzeit weder auf nationaler noch auf internationaler Ebene verbindliche Höchstmengen für den Vitamin D-Gehalt. Allerdings sind nach Ansicht einer Expertenkommission (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) / Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)) Produkte nur bis zu einer Tagesdosis von 20 µg Vitamin D (= 800 i. E.) als Nahrungsergänzungsmittel einzustufen. Höher dosierte Präparate sind als Arzneimittel anzusehen.

Eine andauernde Überdosierung mit Vitamin-D-Präparaten, die eine Dosis von über 100 µg  (ca. 4.000 i. E.) pro Tag enthalten, kann unerwünschte Nebenwirkungen wie Nierensteine oder Nierenverkalkungen hervorrufen. Daher spricht die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) eine tolerierbare Gesamtzufuhr für Vitamin D in Höhe von 100 µg/Tag für Erwachsene und 50 µg/Tag für Kinder von 1-11 Jahren aus. Diese tolerierbaren Gesamtzufuhrmengen pro Tag beziehen sich auf die Vitamin-D-Zufuhr aus allen Lebensmitteln, einschließlich Vitamin-D-Präparate und angereicherte Lebensmittel.

Hat Vitamin D eine präventive Wirkung auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 bzw. eine Erkrankung an COVID-19?

Aufgrund der Neuartigkeit des Corona-Virus gibt es noch keine wissenschaftlichen Studien, die den Zusammenhang der Behandlung oder der Prävention von Vitamin D auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 bzw. eine Erkrankung an COVID-19 untersucht haben. Daher kann diese Frage aus wissenschaftlicher Sicht derzeit nicht beantwortet werden.

Die DGE führte im Rahmen des 14. DGE-Ernährungsberichts eine systematische Literaturrecherche durch. Sie ging der Frage nach, ob es einen Zusammenhang zwischen der Vitamin-D-Versorgung für bestimmte Krankheiten bzw. deren Verlauf, unter anderem akute Atemwegsinfektionen, gibt.

Epidemiologische Studien geben erste Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Vitamin-D-Status und dem Auftreten von akuten Atemwegsinfekten. Insbesondere bei Personen, die einen Vitamin-D-Mangel (Serumkonzentration von 25(OH)D: < 25 nmol/L) aufweisen, könnte die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten in niedriger Dosierung (7,5-100 µg/Tag oder 35-500 µg/Woche) die Häufigkeit von akuten Atemwegsinfekten verringern. Für hohe Einmalgaben an Vitamin D (> 750 µg/Tag) konnte kein Zusammenhang beobachtet werden. In der Behandlung akuter Atemwegsinfekte gab es keinen Einfluss durch die Einnahme von Vitamin–D-Präparaten.

Anhand der bisherigen Studienergebnisse kann keine generelle Empfehlung für die Einnahme von Vitamin D-Präparaten zur Vorbeugung akuter Atemwegsinfekten ausgesprochen werden. Akute Atemwegsinfekte können verschiedene Ursachen haben, beispielsweise virale oder bakterielle Infektionen. Darüber hinaus ist die Wirksamkeit einer Vitamin-D-Supplementation abhängig vom Vitamin-D-Status. Vielmehr gilt: Eine gute Vitamin-D-Versorgung soll am besten durch die Eigensynthese der Haut und über die Ernährung erreicht werden. Nur wenn das nicht ausreichend ist, sollten Supplemente genommen werden. Dabei wird von der DGE eine Zufuhrmenge von 20 µg Vitamin D pro Tag bei fehlender körpereigenen Bildung als adäquat angegeben.

Die vollständige Analyse wird als Bestandteil des 14. DGE-Ernährungsberichts Ende 2020 erscheinen.

Mrz 232020
 
 
Todo-Liste abhaken

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Das DGE-Projekt „IN FORM in der Gemeinschaftsverpflegung“ bietet ab sofort einen Online-Speiseplancheck. Mit dem kostenlosen Tool lässt sich schnell überprüfen, inwieweit Verpflegungsangebote den Kriterien der DGE-Qualitätsstandards entsprechen.

Wenn Studien den Wert gesundheitsfördernder Ernährung mit neuen Erkenntnissen untermauern, wie zuletzt in der 5. Care-Studie des Deutschen Krankenhaus Institutes, blicken Verantwortliche in Einrichtungen bisweilen verstärkt auf die DGE-Qualitätsstandards für die Verpflegung. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) hat sie im Rahmen der bundesweiten Initiative IN FORM nach wissenschaftlichen Kriterien entwickelt.

Soll sich die Verpflegung nach den DGE-Qualitätsstandards richten, wollen Verpflegungsverantwortliche unter anderem wissen: Stehen genügend Vollkornprodukte auf dem Speiseplan? Gibt es ausreichend frisches oder tiefgekühltes Obst im Speiseangebot? Wie lässt sich das Angebot an Gemüse oder Fleisch verbessern? Solche Fragen kann jetzt der neue Online-Speiseplancheck schnell und anschaulich beantworten.

Der Check ist so angelegt, dass die einzelnen Mahlzeiten eines Speiseplans nachgestellt werden. Dafür stehen stilisierte Zeichen für Lebensmittelgruppen zur Verfügung, die die Nutzer*innen in einzelne Felder je nach Mahlzeit und Wochentag ziehen können. Dabei werden mehrere Details abgefragt, etwa: die Art der Zubereitung, die Qualität des Lebensmittels oder die Häufigkeit des Einsatzes. Entspricht ein Lebensmittel nicht der gewünschten Qualität, verfärbt sich der Eintrag sofort rot.

Ergebnisse mit Alternativen auf einen Blick – auch zum Download

Sind alle Mahlzeiten einer Woche vollständig eingetragen, wertet das Tool die Einträge automatisch aus. Auf der Internetseite erscheinen danach optimierte Vorschläge. Benutzer*innen können sie als PDF-Dokument auch herunterladen.

„Man kann mit dem neuen Tool schnell erkennen, inwieweit ein Speiseplan den Kriterien der DGE-Qualitätsstandards entspricht,“ sagt Kristin Hasebrink vom DGE-Projekt „IN FORM in der Gemeinschaftsverpflegung.“ Ein kurzes Video demonstriert die Funktionen des neuen Speisechecks. „Oftmals zeigt sich, dass gar nicht das gesamte Konzept umgestellt werden muss, sondern kleine Veränderungen ausreichen, um das Speiseangebot ausgewogen zu gestalten.“

Der Check ist je nach Lebenswelt für die Mittagsverpflegung (Kitas, Schulen, Betriebe, „Essen auf Rädern“) – oder für die Vollverpflegung (Kliniken, stationäre Senioreneinrichtungen) angelegt und beispielhaft für eine Woche ausgerichtet.

Hintergrundinformationen

Die DGE-Qualitätsstandards für die Verpflegung in Kitas, Schulen, Betrieben, Kliniken, stationären Senioreneinrichtungen und für „Essen auf Rädern“ unterstützen seit über zehn Jahren Verantwortliche für die Verpflegung dabei, ein ausgewogenes Speisenangebot zu planen und umzusetzen. Auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse geben sie u. a. Empfehlungen zu Lebensmittelqualitäten und -häufigkeiten für die Mittags- oder Vollverpflegung.

Autorin: Dr. Karla Sponar

Mrz 062020
 

Aufgrund der aktuellen Situation und Entwicklung bezüglich des Erregers COVID-19 (Coronavirus SARS-CoV-2) wird der DGE-Kongress in Jena abgesagt. Alle bereits angemeldeten Teilnehmer werden per E-Mail informiert. Wir bedauern dies sehr und bitten um Ihr Verständnis.

Stand: 05.03.2020, 16:30 Uhr

Feb 282020
 

Ernährung heute – individuelle Gesundheit und gesellschaftliche Verantwortung


©1STunningART – stock.adobe.com

Vom 11.-13. März 2020 lädt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) zusammen mit dem Institut für Ernährungswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena zum 57. Wissenschaftlichen Kongress ein.

Auf dem jährlichen Ernährungskongress für Nachwuchswissenschaftler*innen präsentieren dieses Jahr über 190 Referent*innen in 71 Vorträgen und 122 Postern neue Forschungsergebnisse. Im Mittelpunkt der Tagung und der Plenarvorträge steht die Frage, welche Rolle die Ernährung heute zwischen individueller Gesundheit und gesellschaftlicher Verantwortung spielt. Prof. em. Dr. Hannelore Daniel aus München gibt einen Überblick zum Sachstand und die Perspektiven personalisierter Ernährung. Über die Bedeutung der Ernährung für eine nachhaltige Welt spricht Dr. Alexander Popp vom Potsdam Institute for Climate Impact Research. Peter von Philipsborn vom Lehrstuhl für Public Health und Versorgungsforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität München hält einen Impulsvortrag zur Evidenz regulatorischer Maßnahmen und Nachhaltigkeitsaspekte in der Ernährung. Darin geht es u.a. auch um Aspekte, was Politik und Gesellschaft für eine gesündere und nachhaltigere Ernährung tun können.

Unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Stefan Lorkowski, Prof. Dr. Anna Kipp und Prof. Dr. Lars-Oliver Klotz bietet das 2 ½-tägige Kongressprogramm eine Plattform zum wissenschaftlichen Austausch und Netzwerken. Die DGE selbst präsentiert sich mit einem Minisymposium zum Thema: „Wie entstehen Aussagen der DGE? – Aus der Arbeit des Referates Wissenschaft.“ Weitere acht Minisymposien bieten die DGE-Fachgruppen zu aktuellen Ernährungsthemen wie Sarkopenie: Ist Muskel wichtiger als Fett? oder Essen der Zukunft – Public Health Nutrition und Agenda 2030 an. Die neue Fachgruppe Early Career Scientists präsentiert einen Science Slam und ein Career Panel. Die Kompetenzcluster der Ernährungsforschung Diet-Body-Brain, enable, NutriAct und nutriCARD laden zu einem World-Café ein, in dem Herausforderungen und Chancen der deutschen Ernährungsforschung diskutiert, gemeinsame Perspektiven entwickelt und zukünftige Forschungsschwerpunkte identifiziert werden.

Weitere Informationen und Anmeldung sowie das ausführliche Programm zur Veranstaltung sind zu finden unter https://www.dge.de/va/kongresse/wk57.

Feb 282020
 

Studienlage zeigt keine eindeutigen Auswirkungen des Eierverzehrs auf kardiometabolische Erkrankungen


Ei im Eierbecher

© babimu – Fotolia

Eier sind reich an biologisch hochwertigem Protein und weiteren essenziellen Nährstoffen wie fettlöslichen Vitaminen und Mineralstoffen. Gleichzeitig ist das Eigelb fett- und cholesterinreich. Ein Ei von etwa 60 g enthält 240 mg Cholesterin.

Lange Zeit wurde ein hoher Verzehr von Eiern als kritisch, hauptsächlich wegen des hohen Cholesteringehalts und dem damit verbundenen Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, angesehen. Eine aktuelle Übersichtsarbeit Teil 1 und Teil 2 hat die Ergebnisse bisheriger Metaanalysen und systematischer Reviews sowie neuerer Kohorten- und Interventionsstudien zum Zusammenhang zwischen Eierverzehr und dem Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und für Diabetes mellitus Typ 2 sowie die Effekte auf kardiovaskuläre Risikofaktoren untersucht. Dabei zeigen die Studienergebnisse weder eindeutig negative, noch eindeutig positive Auswirkungen des Eierverzehrs auf die untersuchten Endpunkte. Aufgrund dieser widersprüchlichen Ergebnisse kann aktuell keine konkrete Verzehrsmenge für Eier abgeleitet werden. Der Fokus sollte daher nicht auf einer Diskussion über Grenzwerte für den Eierverzehr bzw. die damit verbundene Cholesterinzufuhr, sondern auf der Gesamtqualität der Ernährung und einem gesunden Lebensstil liegen.

Tierische Lebensmittel wie Eier ergänzen in kleinen Mengen den Speiseplan

Eine unbegrenzte Menge an Eiern ist im Rahmen einer pflanzenbetonten Ernährung dennoch nicht zu empfehlen. Eier können als tierische Lebensmittel den Speiseplan ergänzen und Bestandteil einer vollwertigen Ernährung sein. Weniger tierische Lebensmittel zu essen hat nicht nur gesundheitliche Vorteile, sondern vermindert auch die negativen Einflüsse auf Umwelt und Klima. Bei der Produktion tierischer Lebensmittel ist der Verbrauch von Ressourcen und der Ausstoß schädlicher Treibhausgase höher als bei der Produktion pflanzlicher Lebensmittel.

Eine einfache und schnelle Orientierung für eine gesundheitsfördernde Lebensmittelauswahl bietet der DGE-Ernährungskreis.

Weitere Informationen, wie man die Lebensmittelvielfalt bewusst und ausgewogen genießen kann, geben die 10 Regeln der DGE.

Feb 042020
 

DGE-Projekt „Geprüfte IN FORM Rezepte“ veröffentlicht Familienkochbuch


Kochbuch

“Unsere Rezepte servieren leicht verständlich wissenschaftlich fundiertes Ernährungs-Know-How direkt auf den Teller. Vollwertiges Essen schmeckt, hält gesund und ist nachhaltig“, erklärt Kiran Virmani, DGE-Geschäftsführerin.

Mit 52 leckeren und erprobten Rezepten, die den Kriterien einer gesundheitsfördernden Ernährung entsprechen, bringt „QUERBEET & KUNTERBUNT – Das Familienkochbuch fürs ganze Jahr“ Abwechslung in jede Küche. Herausgegeben vom DGE-Projekt „Geprüfte IN FORM-Rezepte“ setzt es die Ernährungsempfehlungen der DGE, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren, in die Praxis um.

Rezepte setzen DGE-Ernährungsempfehlungen um

Die 10 Regeln für eine vollwertige Ernährung und der DGE-Ernährungskreis bilden die Grundlage der Kriterien für die Rezeptauswahl des Kochbuchs. Auch die Umsetzung der D-A-CH-Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr trägt dazu bei, Wachstum, Entwicklung und Leistungsfähigkeit sowie die Gesundheit ein Leben lang zu fördern bzw. zu erhalten. Die Referenzwerte werden insbesondere beim Energiegehalt sowie den Mengen für Fett- und Ballaststoffe berücksichtigt. Zudem zeichnen sich die Rezepte durch den sparsamen Einsatz von Fett, Salz und Zucker aus. Bevorzugt kommen pflanzliche Öle, wie Rapsöl als Standardöl, Walnuss- und Weizenkeimöl (beide nur für kalte Gerichte), Soja- sowie Olivenöl zum Einsatz. Alle Gerichte werden ohne Zusatz von Alkohol zubereitet. Damit ist gesundheitsfördernder Genuss garantiert.

Die Rezeptauswahl fällt kinderleicht

„Mit unseren „QUERBEET & KUNTERBUNT“- Rezepten liegen Familien immer richtig, wenn sie zu Hause abwechslungsreich genießen wollen. Sie ernähren sich damit clever nach den DGE-Empfehlungen. Das schmeckt und ist gut für´s Klima“, sagt Virmani. Die Rezeptauswahl fällt kinderleicht: Alle Gerichte sind köstlich und ausgewogen zugleich sowie schnell und einfach nachzukochen. Übersichtlich nach Frühling, Sommer, Herbst und Winter sortiert, gelingt es auch Nicht-Botaniker*innen, schmackhaft saisonal zu kochen. Nährwertangaben zu den Gerichten, Kurzinfos zu einzelnen Zutaten sowie Tipps und Informationen zu mehr Nachhaltigkeit beim Einkaufen, Kochen und Essen machen „QUERBEET & KUNTERBUNT“ in jedem Haushalt unverzichtbar.

„QUERBEET & KUNTERBUNT – Das Familienkochbuch fürs ganze Jahr“ ist im DGE-MedienService zum Preis von 12,90 Euro zzgl. Versandkosten und im Handel, ISBN 978-3-88749-266-3, erhältlich.

„Geprüfte IN FORM-Rezepte“ ist ein Gemeinschaftsprojekt von DGE und IN FORM. Beide entwickelten gemeinsam das Logo „Empfohlen von IN FORM in Kooperation mit der DGE“. Projektmitarbeiter*innen von „Geprüfte IN FORM-Rezepte“ prüfen nach einem eigens entwickelten Kriterienkatalog Rezepte. Sie sind zudem Ansprechpartner*innen für Kooperationspartner*innen und Interessierte.