Okt 082021
 
Extraportion Protein hat keinen gesundheitlichen Nutzen

Frau nimmt Milchprodukt aus einem Kühlregal.

©Sergey Ryzhov – stock.adobe.com

„High Protein“, „reich an Protein“, „Proteinquelle“ – so werben Hersteller für eiweißreiche Produkte. Im letzten Jahrzehnt hat sich der Trend vom Fitnessstudio über das Eiweißbrot auf ein breites Lebensmittelangebot ausgeweitet. „Aus ernährungsphysiologischer Sicht sind High-Protein-Produkte überflüssig. Wer die Vielfalt herkömmlicher Lebensmittel nutzt, bekommt genug Protein und spart sich das Geld für die meist teureren Produkte“, sagt Antje Gahl, Pressesprecherin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE). „Lediglich einzelne Innovationen können sinnvoll sein, etwa Nudeln aus Linsen oder Erbsen für Menschen mit Zöliakie“, ergänzt Gahl. Protein (Eiweiß) ist lebenswichtig für Muskeln, Knochen, Bindegewebe, Immunsystem und Blutgerinnung. Eine gesundheitsfördernde, nachhaltige Ernährung liefert eine ausreichende Menge an Nährstoffen mit weitgehend naturbelassenen oder wenig verarbeiteten und abwechslungsreich ausgewählten Lebensmitteln. Hochverarbeitete Produkte wie Chips und Schokoriegel sind kein „gesunder Genuss“, nur weil viel Protein zugesetzt wurde.

Mit „Protein“ beworbene Lebensmittel reichen von Müsli über High-Protein-Pudding und Proteineis bis hin zu Linsenchips. Lebensmittel dürfen die Angabe „Proteinquelle“ tragen, wenn mindestens 12 % des Energiegehalts aus Protein stammen. Bei Angaben wie „High Protein“ müssen mindestens 20 % des Energiegehalts aus Protein sein. Das ist z. B. bei Pudding der Fall, der 80 Kilokalorien (kcal) und 10 g Protein enthält. Mit 4 kcal pro Gramm Protein liegt der Proteinanteil (40 kcal) bei 50 % des Energiegehalts.

Hersteller nutzen den Trend und loben Lebensmittel mit natürlicherweise hohem Proteingehalt wie zum Beispiel Quark als Proteinquelle aus. Weitere proteinreiche Lebensmittel sind z. B. Skyr, Nudeln aus Linsen und Produkte aus Insekten und Algen. Daneben kreieren Hersteller High-Protein-Produkte wie Fertiggerichte durch Kombination proteinreicher Zutaten. Und es gibt mit Protein angereicherte Produkte: An sich kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Brot werden mit Eiweißkonzentraten z. B. aus Weizen, Soja oder Lupinen versetzt. Auch bereits proteinreiche Lebensmittel wie Milch werden z. B. mit Milcheiweiß angereichert, um Label wie „High Protein“ zu tragen.

weiter unter:https://www.dge.de/presse/pm/high-protein-produkte-sind-ueberfluessig/

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