Feb 012017
 

(dge) DGE-Präsidentin Prof. Ulrike Arens-Azevêdo, Chefredakteur Prof. Dr. Peter Stehle und Geschäftsführer Dr. Helmut Oberritter überreichen heute den 13. DGE-Ernährungsbericht an Bundesernährungsminister Christian Schmidt. Die DGE hat den Bericht im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) erarbeitet. Seit 1969 dokumentieren die DGE-Ernährungsberichte auf der Basis fundierter Beschreibungen und Bewertungen die aufgetretenen Veränderungen der Ernährungssituation in Deutschland. Diese Dokumentation und daraus abgeleitete Handlungsempfehlungen sind eine wichtige Grundlage für die Ernährungs- und Gesundheitspolitik. Der vorliegende Bericht beschreibt traditionell langfristige Ernährungstrends anhand der Daten der Agrarstatistik, analysiert die Versorgung der deutschen Bevölkerung mit ausgewählten Nährstoffen und schreibt die Entwicklung der Verbreitung von Übergewicht über die gesamte Lebensspanne fort. Auch eine evidenzbasierte Bewertung des Zusammenhangs zwischen Ernährung und Krebskrankheiten, Diabetes mellitus Typ 2 sowie kardiovaskulären Krankheiten erfolgt. Ein Schwerpunkt in diesem Ernährungsbericht liegt auf der stark an Bedeutung zunehmenden

Gemeinschaftsverpflegung: Zwei Studien haben untersucht, welchen Einfluss die DGE-Qualitätsstandards auf die Verpflegung in Kindertagesstätten und stationären Senioreneinrichtungen haben. Beide zeigen, dass der DGE-Qualitätsstandard sich positiv auf das Verpflegungsangebot auswirkt.

„Damit unterstreicht der 13. DGE-Ernährungsbericht das Potenzial und die Bedeutung von Maßnahmen, die dazu beitragen, dass mehr Menschen von einem vollwertigen Essensangebot in der Gemeinschaftsverpflegung profitieren.“ sagt DGE-Präsidentin Prof. Ulrike Arens-Azevêdo. Continue reading »

Jan 042017
 

Die Nährstoffe Natrium, Chlorid und Kalium sind lebensnotwendig und gehören zu den wichtigsten Elektrolyten im menschlichen Körper. Doch wofür brauchen wir diese drei Mengenelemente konkret? Sie halten den Wasser,- Elektrolyt- und Säure-Basen-Haushalt sowie die Gewebespannung im Körper aufrecht. Natrium und Kalium tragen zudem zum Aufbau der elektrischen Spannung an den Zellmembranen bei und sind daher für die Weiterleitung von Nervenimpulsen und somit für Muskelkontraktionen, Herzfunktion und die Regulation des Blutdrucks von großer Bedeutung. Natrium ist darüber hinaus an aktiven Zelltransporten beteiligt. Chlorid ist Bestandteil der Magensäure, die der Verdauung und der Abwehr von Krankheitserregern dient. Kalium ist als Cofaktor von Enzymen an der Bildung von Protein und Glykogen beteiligt und somit für das Wachstum von großer Bedeutung.

Auf Basis neuer wissenschaftlicher Daten hat die DGE die Referenzwerte für die Zufuhr der drei Mengenelemente aktualisiert. Die aktuellen Schätzwerte werden jetzt nicht mehr für eine minimale, sondern für eine angemessene Zufuhr angegeben. Für Natrium liegt der Schätzwert für eine angemessene tägliche Zufuhr bei 1.500 mg für Erwachsene. Die überarbeiteten Schätzwerte für eine angemessene Chloridzufuhr betragen für Erwachsene 2.300 mg/Tag. Für Kalium wird ein Schätzwert für eine angemessene Zufuhr für Frauen und Männer von 4.000 mg/Tag angegeben. Bei Stillenden beträgt der Schätzwert aufgrund eines erhöhten Bedarfs 4.400 mg/Tag.

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Nov 162016
 

(dge) Am 10. November 2016 vergab die DGE erstmals die Auszeichnung „Nachhaltige Verpflegung“. Neun Einrichtungen der DB Gastronomie GmbH erhielten diese als zusätzliches Plus zum DGE-Zertifikat für ein vollwertiges Verpflegungsangebot. DGE-Präsidentin Prof. Ulrike Arens-Azevêdo, verlieh die Auszeichnung auf der Fachtagung „Gemeinschaftsverpflegung optimieren – nachhaltig handeln“ in Hannover. „Damit setzen wir einen neuen Akzent in der Gemeinschaftsverpflegung. Die Betriebe zeigen, dass eine zeitgemäße und verantwortungsvolle Ernährung beides beinhaltet: Gesundheitsförderung und nachhaltiges Handeln“, betonte sie während der feierlichen Übergabe.

Betriebe, die sich über die Gesundheitsförderung hinaus aktiv in Sachen Nachhaltigkeit einsetzen möchten, können sich parallel zum bisherigen DGE-Zertifikat oder auch nachträglich mit der Zusatz-Auszeichnung „Nachhaltige Verpflegung“ zertifizieren lassen. Hierfür müssen sie aus den vier Dimensionen Gesundheit, Ökologie, Gesellschaft und Wirtschaft Nachweise erbringen. Zu den Kriterien für nachhaltige Ernährung zählen u.a. ökologisch erzeugt, gering verarbeitet, regional und saisonal, umweltverträglich verpackt, fair gehandelt. Die DGE weitet damit ihre Bestrebungen im Bereich Nachhaltigkeit aus. Sowohl in der vollwertigen Ernährung als auch in den DGE-Qualitätsstandards für die Gemeinschaftsverpflegung finden sie bereits seit mehreren Jahren Berücksichtigung. Continue reading »

Nov 092016
 

Am 3. November 2016 lud die DGE-Sektion MV in Kooperation mit der Hochschule Neubrandenburg zur 19. Ernährungsfachtagung „Wenn Leber, Niere und Pankreas streiken – Welche Rolle spielt die Ernährung?“ nach Neubrandenburg ein. Rund 110 Ernährungswissenschaftler, Mediziner, sowie Ernährungsberater/innen und Diätassistenten/innen aus Mecklenburg-Vorpommern und Umgebung nahmen an der Veranstaltung teil.

Bei der diesjährigen Fachtagung wurden sowohl akute und chronische Krankheitsgeschehen von Leber, Niere und Pankreas als die auch Folgen sowie aktuelle diätetische Therapieansätze und neueste Forschungsergebnisse thematisiert. Auch in Bezug auf die Ernährung bei Krebs haben sich im Laufe der Zeit neue Erkenntnisse und Herausforderungen ergeben, wie Frau Dr. Hübner, Fachärztin für Innere Medizin, Hämatologie und Internistische Onkologie und Mitglied der Deutschen Krebsgesellschaft e. V, in ihrem Vortrag „Ernährung in der Onkologie – Eine vernachlässigte Chance?“ zu berichten weiß. So würden laut aktuellen Studien 20 – 30% aller Krebserkrankten an den Folgen einer Mangelernährung und nicht aufgrund ihrer Krebserkrankung versterben. Viele Menschen mit Krebs seien sich der Bedeutung der Ernährung bewusst, so Hübner. Mit ihren Fragen und Bedürfnissen würden sie jedoch allein gelassen, denn ein breites und flächendeckendes Angebot wissenschaftlich fundierter Ernährungsinformation, Ernährungsschulungen und individuellen Ernährungsberatungen sowie gezielten Ernährungstherapien sei in Deutschland kaum vorhanden. Zwar gaben 70% der Krebserkrankten in einer Umfrage an eine Ernährungsberatung erhalten zu haben, allerdings wären 68,5 der Informationsquellen Printmedien und 58,7% Selbsthilfegruppen gewesen. Bei jüngeren Patienten auch häufig das Internet oder die Pflegekraft/ der Arzt. In der Konsequenz griffen Betroffene auf Internetquellen oder Beratungsangebote mit fraglicher Seriosität zurück und das therapeutische Potential von Ernährung bliebe ungenutzt. Dr. Hübner sieht hier einen großen Handlungsbedarf und appelliert auch an die Ernährungsberater/innen sich in diesem Rahmen stärker einzusetzen. Durch die gesamte Fachtagung moderierte Prof. Dr. Jörg Meier, Sektionsleiter der DGE-Sektion MV.

Die Fachvorträge stehen unter folgendem Link zum Download bis Ende März 2017 zur Verfügung.

www.dge-mv.de/html/downloads/

Okt 182016
 

Die Wasserstoff-Atemtests (H2-Tests) sind zur Diagnostik einer Kohlenhydratmalabsorption und- unverträglichkeit sowie einer bakteriellen Fehlbesiedlung klinisch etabliert. Für die Ernährungstherapeuten ist das Lesen und Interpretieren dieser Testverläufe sehr relevant, um für die Patienten eine entsprechende Ernährungstherapie einzuleiten, ohne auf restriktive Kostformen zurückgreifen zu müssen. Unter der Leitung von Christiane Schäfer fand am 10.10.2016 ein ganztägiges Seminar zu diesem Thema statt. Den Teilnehmern wurden viel Fachwissen rund um die Kohlenhydratverdauung, so wie wichtige Hintergrundinformationen über die Lebensmittel und die saubere Durchführung der unterschiedlichen Tests vermittelt. Im Praxisteil konnten die Teilnehmer anschließend dieses Fachwissen an unterschiedlichen Fallbeispielen anwenden. An dem ausgebuchten Seminar nahmen 20 Ernährungsfachkräfte teil.

Sep 282016
 

(dge) In einer qualifizierten Ernährungsberatung helfen Lebensmittelfotos, grafische Abbildungen oder Modelle, eine vollwertige Ernährung zu veranschaulichen und konkrete Empfehlungen zu geben. Die dreidimensionale DGE-Lebensmittelpyramide ist ein solches Modell, das den intensiven Austausch zwischen Berater und Klient fördert.

Die DGE hat für Ernährungsfachkräfte die Broschüre „Die Dreidimensionale DGE-Lebensmittelpyramide – Fachinformation“ überarbeitet. Auf 24 Seiten erläutert sie den Aufbau und die inhaltlichen Aussagen der Pyramide. Neu sind vorformulierte Beratungstipps, die der Fachkraft bei der Vermittlung von Empfehlungen helfen. Beispiele zeigen, wie das Modell in Einzel- oder Gruppenberatungen, bei Veranstaltungen oder Vorträgen einsetzbar ist. Arbeitsblätter erleichtern dem Klienten die Beratungsziele festzulegen und einzuhalten. Jeder Broschüre liegt ein ca. 14 cm hohes Faltmodell zum Zusammenkleben bei. Continue reading »

Sep 232016
 

14. Dreiländertagung der DGE, ÖGE und SGE

(dge) Am 6. und 7. Oktober 2016 lädt die DGE zur 14. Dreiländertagung der Ernährungsgesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nach Hamburg ein. Auf der zweitägigen Veranstaltung stellen namhafte Wissenschaftler aus den drei Ländern und den USA aktuelle Forschungsergebnisse zu kontroversen Ernährungsthesen in drei verschiedenen Themenblöcken vor.

Im ersten Block geht es um Makronährstoffe wie Zucker und die Referenzwerte für die Zufuhr von Fett und Protein. Auf der Ebene der Mikronährstoffe gehen Experten auf die Knochengesundheit und den Zusammenhang mit Vitamin D, Calcium und Bewegung ein. Auch die Speisesalzzufuhr und Prävention chronischer Krankheiten sowie der Sinn oder Unsinn von Nahrungsergänzungsmitteln werden beleuchtet. Der dritte Themenblock widmet sich kontrovers diskutierten Lebensmitteln wie Milch und Milchprodukten, rotem Fleisch und „Frei von“-Produkten.

In einer abschließenden Podiumsdiskussion mit dem Titel „Geschmack versus Gesundheit – Brauchen wir neue Lebensmittel?“ diskutieren Vertreter aus Politik, Verbraucherschutz, Wirtschaft und Wissenschaft, ob veränderte Produktrezepturen zu einer gesundheitsfördernden Ernährung beitragen können.

Ernährungswissenschaftler, Mediziner, Diätassistenten und Interessierte aus der Ernährungswirtschaft können sich am 6. und 7. Oktober über aktuelle Forschungsergebnisse zu kontrovers diskutierten Ernährungsthesen in Hamburg austauschen. Die Tagung findet an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Berliner Tor 5 und 21, 20099 Hamburg statt. Die Tagungsgebühren für Frühbucher liegen bis zum 25.09.2016 bei 60 bis 150 EUR. Weitere Informationen und Anmeldung bei der DGE, Godesberger Allee 18, 53175 Bonn, Tel.: +49 228 3776-631, E-Mail: veranstaltung(at)dge.de.

Aug 022016
 

Herz-Kreislauf-Krankheiten sind in Deutschland immer noch die Todesursache Nummer 1. Die Ernährung ist ein Faktor, der diese Krankheiten beeinflussen kann. Insbesondere n-3 Fettsäuren können das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten mindern. Welchen gesundheitlichen Nutzen hat der Verzehr von Fisch, der reich an langkettigen n-3 Fettsäuren ist? Grund für die DGE, das Lebensmittel genauer unter die Lupe zu nehmen.

In einer umfassenden Literaturrecherche analysierte sie mehr als 50 Studien zum Fischverzehr und deren Einfluss auf ernährungsmitbedingte Krankheiten und kommt zu dem Schluss: Ein regelmäßiger Fischverzehr – insbesondere von fettreichem Fisch – kann das Risiko für tödlichen Herzinfarkt, ischämischen Schlaganfall und Fettstoffwechselstörungen mindern.

Letzteres ist dadurch bedingt, dass regelmäßiger Fischverzehr die Triglyceridkonzentration im Blut reduziert und die HDL-Cholesterolkonzentration erhöht. Der Einfluss auf das Bluthochdruckrisiko ist derzeitig nicht eindeutig. Hierzu sind weitere Studien nötig, um mögliche Effekte nachzuweisen. Die DGE empfiehlt ein bis zwei Portionen Fisch pro Woche, davon 70 g fettreichen Seefisch wie Lachs, Makrele oder Hering. Continue reading »

Jun 282016
 

IMG_0555_kleinIn Greifswald bot die DGE e. V. am 23. Juni 2016 eine Regionalveranstaltung zum Thema „DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in stationären Senioreneinrichtungen“ des Projekts „Fit im Alter“ an. Die kostenfreie Veranstaltung fand in Kooperation mit der DGE-Sektion MV in der Beruflichen Schule an der Universitätsmedizin Greifswald statt.

Mit der Veranstaltung wurden allen Teilnehmenden grundlegende Informationen zu dem DGE-Qualitätsstandard sowie die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch geboten. Die Veranstaltung richtete sich an alle Verantwortlichen für die Verpflegung in stationären Senioreneinrichtungen, wie Heimleiter/ -innen, Küchenleiter/ -innen, Küchenfachkräfte, Ernährungsfachkräfte und Personal aus Hauswirtschaft und Pflege. Die Veranstaltung war mit etwa 40 Personen ausgebucht.

Jun 222016
 

Sie punkten mit Proteinen und Ballaststoffen

Ein Einkauf auf dem Markt lohnt sich an einem wolkenlosen Sommermorgen besonders. Denn nur in den Monaten Juni und Juli bieten heimische Landwirte frische Erbsen, dicke Bohnen oder Zuckerschoten an. Buschbohnen sind noch bis in den September hinein zu haben. Aber auch Hülsenfrüchte in getrockneter Form haben einiges zu bieten.Gerade die klassischen Vertreter Linsen, Bohnen und Erbsen sind nährstoffreich, lassen sich vielfältig zubereiten und eignen sich gut für die Vorratshaltung. Sie haben einen hohen Anteil an Protein, was sie zu einer guten Fleischalternative macht. Die ebenfalls enthaltenen Ballaststoffe sorgen für eine lang anhaltende Sättigung. Deshalb rät die DGE, Hülsenfrüchte häufiger in den Speisenplan zu integrieren. Ihre Vielfalt lädt zum Ausprobieren ein und lässt uns kulinarisch um die Welt reisen: Weiße Bohnen bereichern die italienische Minestrone. Kidneybohnen kennt jeder aus Tex-Mex-Gerichten, wie Chili con Carne oder auch als „sin“ Carne. Schwarze Bohnen gehören in eine brasilianische Feijoada. Der Erbseneintopf ist ein traditionelles Gericht aus Omas Zeiten. Linsen eignen sich, um Suppen zu binden, als Salat und bekommen in orientalischen Gerichten einen völlig neuen Geschmack. Auch Kichererbsen sind mittlerweile bei uns als Hummus, Falafel oder in Curry-Gerichten beliebt. Für eine Portion werden 60 bis 70 g rohe getrocknete bzw. 125 g gegarte Hülsenfrüchte benötigt. Continue reading »