Mai 082019
 
Koordinierungskreis definiert Qualität für Ernährungsberatung und Ernährungsbildung
Ernährungsberatung FrontalunterrichtDer Koordinierungskreis „Qualitätssicherung in der Ernährungsberatung und Ernährungsbildung“ formierte sich neu und aktualisierte seine Rahmenvereinbarung, die für mehr Transparenz und Schutz der Verbraucher sorgt.

„Unser gemeinsames Ziel ist, die Qualität in der Ernährungsberatung zu sichern und Verbraucher bei ihrer Suche nach einer Ernährungsfachkraft zu unter­stützen. Denn die Bezeichnung Ernährungsberater ist in Deutschland rechtlich nicht geschützt. Das macht es schwierig, seriöse von unseriösen Angeboten in der Ernährungsberatung und Ernährungsbildung voneinander zu unterscheiden. Die Qualifikation der Ernährungsfachkraft ist ein wesentliches Kriterium für eine bestmögliche Beratung“, sagte DGE-Geschäftsführerin Dr. Kiran Virmani in ihrer Funktion als neue Sprecherin des Koordinierungskreises.

„Ernährungsfachkräfte wie Diätassistenten werden über drei Jahre mit mehr als 4 000 Unterrichtsstunden theoretisch und praktisch ausgebildet. Im Gegensatz dazu beinhalten Fortbildungen für Interessierte ohne spezifische Grund­qualifikation zum Ernährungsberater, Ernährungscoach oder Gesundheits­berater nur einige Tage oder Wochen. Auch mehrmonatige Fernkurse mit etwa 500 Stunden bieten keine umfassende Ausbildung“, erklärte Virmani.

Mit dem Verband für Ernährung und Diätetik (VFED) und der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) haben sich dem Koordinierungs­kreis zwei neue Mitglieder angeschlossen. Das Gremium setzt sich nun aus zwölf Institutionen verschiedener Fachgebiete – Berufsverbände, Fachgesellschaften, Fort­bildungs­träger und Verbraucherschutzorganisationen – zusammen.

Aktualisierte Rahmenvereinbarung veröffentlicht

Die Rahmenvereinbarung des Koordinierungskreises, die Standards für die Qualitätssicherung und den Verbraucherschutz in der Ernährungsberatung beinhaltet, wurde am 29. April 2019 aktualisiert veröffentlicht. Sie definiert die Anforderungen an Fachkräfte, die Ernährungsberatung bzw. -therapie sowie Maßnahmen der Ernährungsbildung durchführen. Für die primärpräventive Ernährungsberatung kommen beispielsweise folgende Berufsgruppen in Frage: Diätassistenten, Ernährungsmediziner und Absolventen eines Studiums der Oecotrophologie, Ernährungswissenschaften oder eines fachverwandten Studien­ganges entsprechend der DGE-Zulassungskriterien.

Eine kontinuierliche Fort- und Weiterbildung erachtet der Koordinierungskreis für die anspruchsvollen Tätigkeitsbereiche der Ernährungsberatung als zwingend notwendig. Er fordert zudem, dass Maßnahmen der Ernährungsberatung und Ernährungsbildung frei von Produktwerbung und/oder Produktverkauf sein müssen.

Bundesweite Adressen von Fachkräften und Angaben zu ihren Beratungs­schwerpunkten sowie Checklisten zu einer produktneutralen Beratung finden Interessierte über www.wegweiser-ernaehrungsberatung.de.

Apr 302019
 

BfR und MRI sehen keine evidenzbasierten Erkenntnisse für kausalen Zusammenhang


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Laut Deutschem Krebsforschungszentrum (DKFZ) könnten neuartige Infektionserreger, die sogenannten „Bovine Milk and Meat Factors“ (BMMF), chronische Entzündungen verursachen, die die maligne Entartung von Zellen in Brust und Dickdarm und damit die Krebsentstehung fördern könnten 1.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und das Max Rubner-Institut (MRI) kommen allerdings zu dem Ergebnis, dass eine Bewertung möglicher Gefahren durch sogenannte BMMF als potentielle Krebsrisikofaktoren aufgrund unzureichender Datenlage derzeit nicht möglich ist 2.

Analog zur Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) empfehlen BfR und MRI daher

  • den Fleischverzehr zu begrenzen. Wer Fleisch isst, sollte nicht mehr als 300 bis 600 g pro Woche verzehren. Grundlage hierfür sind die bisherigen Evidenzbewertungen zum Zusammenhang zwischen dem Konsum von rotem sowie verarbeitetem Fleisch und einem erhöhten Darmkrebsrisiko.
  • Kuhmilch und daraus hergestellte Produkte weiterhin zu essen.

Entsprechend den 10 Regeln der DGE sollten tierische Lebensmittel wie Milch- und Milchprodukte, Fleisch, Ei und Fisch grundsätzlich in kleineren Mengen ergänzend zu hauptsächlich pflanzlichen Lebensmittel wie Gemüse, Obst und Vollkornprodukte verzehrt werden.

Bislang wurden BMMF laut DKFZ in Kuhmilch, Kuhmilchprodukten und Blutserum gesunder Rinder nachgewiesen. Das Krebszentrum vermutet, dass Säuglinge mit noch nicht ausgereiftem Immunsystem innerhalb ihres ersten Lebensjahres beim Zufüttern von Kuhmilch mit BMMF infiziert werden. Sie schlussfolgern, Säuglinge nicht zu früh mit Kuhmilch zu ernähren. Für die Ernährung von Säuglingen ist das Stillen zur Vorbeugung gegen verschiedene Krankheiten grundsätzlich zu befürworten. Laut offizieller Handlungsempfehlungen sollen Säuglinge im 1. Lebenshalbjahr gestillt werden, mindestens bis zum Beginn des 5. Monats ausschließlich 3.

Die vorliegenden Ergebnisse aus epidemiologischen Beobachtungen können als vorläufige Hinweise auf einen gegebenenfalls indirekten Zusammenhang zwischen dem Konsum verschiedener boviner (vom Rind stammender) Lebensmittel und dem Auftreten einiger Krebsarten beim Menschen interpretiert werden. Ein ursächlicher Zusammenhang (direkte Kausalität) besteht nicht, wie auch das DKFZ schlussfolgert. Zur Abschätzung des potenziellen Risikos fehlen bislang aussagekräftige Untersuchungen.

Der vermutete Zusammenhang zwischen BMMF und dem Auftreten von Krebserkrankungen beim Menschen sollte weiter erforscht werden. Laut BfR und MRI fehlen beispielsweise Daten zum Vorkommen von BMMF in anderen Lebensmitteln nicht-bovinen Ursprungs, zum Vorkommen von BMMF in gesunden Menschen im Vergleich zu Krebspatienten, zum Mechanismus der Entzündungs- und Krebsinduktion durch BMMF sowie zur Infektiosität und Inaktivierung von BMMF in Lebensmitteln.


1 Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ). Pressekonferenz „Neuartige Infektionserreger als Krebsrisikofaktoren“. Heidelberg, 26. Februar 2019, online verfügbar unter https://www.dkfz.de/de/presse/download/Hintergrund-PK-Plasmidome_final.pdf

2 Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Neuartige Erreger in Rind und Kuhmilchprodukten: Weitere Forschung notwendig. Stellungnahme Nr. 014/2019 des BfR vom 18. April 2019, DOI 10.17590/20190418-102619, online verfügbar unter https://www.bfr.bund.de/cm/343/neuartige-erreger-in-rind-und-kuhmilchprodukten-weitere-forschung-notwendig.pdf

3 Koletzko et al.: Ernährung und Bewegung von Säuglingen und stillenden Frauen. Monatsschrift Kinderheilkunde, Sonderheft September 2016; siehe auch https://www.gesund-ins-leben.de/inhalt/handlungsempfehlungen-29389.html

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Apr 172019
 
Eiersuche Kind

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Zur Osterzeit werden Eier nicht nur liebevoll gefärbt und versteckt, sondern auch mit Appetit verzehrt. Laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) verbrauchte im Jahr 2017 im Durchschnitt jeder Einwohner in Deutschland 230 Eier, das entspricht umgerechnet etwa viereinhalb Eier pro Woche. Anhand aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse im Zusammenhang mit Krankheitsrisiken kann derzeit keine Obergrenze für den Eierverzehr abgeleitet werden. Maßvoll genossen, können Eier den Speiseplan ergänzen und Bestandteil einer vollwertigen Ernährung sein. Wenn gesunde Menschen zu Ostern mehrere Eier essen, ist das gesundheitlich wohl nicht bedenklich. Eier enthalten wichtige Nährstoffe wie biologisch hochwertiges Protein, Vitamin A, D und B-Vitamine sowie Mineralstoffe. Eine unbegrenzte Menge ist im Rahmen einer pflanzenbetonten Ernährung dennoch nicht zu empfehlen. Das Eigelb ist fett- und cholesterinreich. Der DGE-Ernährungskreis bietet eine einfache und schnelle Orientierung für eine gesundheitsfördernde Lebensmittelauswahl. Tierische Lebensmittel wie Eier ergänzen hier in kleinen Mengen den Speiseplan. Im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung gibt die DGE einen Orientierungswert von bis zu drei Eiern wöchentlich an. Den größten Anteil einer gesundheitsfördernden Lebensmittelauswahl machen Gemüse, Obst und Getreideprodukte, am besten aus Vollkorn, aus.

Weitere Informationen, wie man die Lebensmittelvielfalt bewusst und ausgewogen genießen kann, geben die 10 Regeln der DGE.

 

Mrz 252019
 

 „Ich habe nicht geahnt, dass ich noch so viel zum Thema Obstipation dazu lernen würde“, so der abschließende Kommentar einer Teilnehmerin des Seminar am vergangenen Freitag. Feste harte knotige Stühle sind Verursacher von starken gastrointestinalen Beschwerden und vielen Folgeerkrankungen. Die Leitlinie Obstipation gibt nur spärliche Hinweise auf mögliche ernährungstherapeutische Hilfestellungen. Für eine erfolgreiche und  individuelle Ernährungstherapie ist es daher besonders wichtig, die unterschiedlichen  Formen der Obstipation, deren Ursachen und Therapiemöglichkeiten zu kennen. Christiane Schäfer vermittelte den Teilnehmern praxisnah die unterschiedlichen Tools der Ernährungstherapie, wie Ballaststoffe, Mikrobiom und Ernährungsmuster – auch im Zusammenspiel mit medikamentöser Therapie. Gängige ernährungstherapeutische Vorgehensweisen wurden genauer unter die Lupe genommen und passend zu den Ursachen modifiziert. So schärfte Christiane Schäfer immer wieder den Blick für die Verdauungsphysiologie und die Warenkunde, die wesentlichen Elemente für eine erfolgreiche Ernährungstherapie von Patienten mit gastrointestinalen Beschwerden sind. An dem ganztägigen Seminar nahmen 20 Ernährungsfachkräfte teil.  

Mrz 212019
 

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) ernannte Dr. Helmut Oberritter am 19. März 2019 auf dem Wissenschaftlichen Kongress in Gießen zu ihrem Ehrenmitglied. In ihrer Laudatio würdigte die DGE-Präsidentin Prof. Ulrike Arens-Azevêdo den ehemaligen Geschäftsführer der Fachgesellschaft: „Er hat eine Institution mitgeprägt, die wahrgenommen und geachtet wird, ein guter Teil dieser Achtung und Wertschätzung gebührt auch seinem Einfluss und seiner Arbeit.“

Dr. Helmut Oberritter

DGE-Präsidentin Prof. Ulrike Arens-Azevêdo verleiht die Ehrenmitgliedschaft an Dr. Helmut Oberritter. © DGE / Foto: Thomas Hauss

Seine berufliche Laufbahn führte den promovierten Ernährungswissenschaftler 1985 zur DGE, als er die Leitung des damaligen Referats „Ernährungsberatungsdienst Haushalt und Heime“, heute Referat Fachmedien und Sektionskoordination, übernahm. Er beschäftigte sich u. a. mit der Herausgabe des gleichnamigen Informationsdienstes, der als Vorläufer des DGEinfo gilt. Fünf Jahre später wurde er zum Wissenschaftlichen Leiter ernannt und war für die Fachreferate und Fachaufgaben verantwortlich. Ab 1993 lenkte Helmut Oberritter zusammen mit dem Verwaltungsleiter die Geschicke der Fachgesellschaft. Von 2007 bis 2018 stand er als allein verantwortlicher Geschäftsführer an der Spitze der DGE.

In seiner 33-jährigen Tätigkeit für die DGE, davon 25 Jahre als Geschäftsführer, arbeitete der Wissenschaftler an der Vernetzung der DGE und pflegte eine gute Zusammenarbeit mit Fachgesellschaften im In- und Ausland. Er war eingebunden in die Aktivitäten der International Union of Nutritional Sciences (IUNS), bei der Vereinigung europäischer Ernährungsfachgesellschaften FENS hatte er das Amt des stellvertretenden Schriftführers inne. Auch die Internationalisierung der „Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr“, die lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen der DGE mit Dreidimensionaler Lebensmittelpyramide, Ernährungskreis und 10 Regeln und nicht zuletzt die Herausgabe der DGE-Ernährungsberichte waren ihm sehr wichtig.

Darüber hinaus engagierte sich Helmut Oberritter als Mitglied verschiedenster Organisationen wie im Vorstand des 5 am Tag e. V. oder im wissenschaftlichen Beirat des Verbands der Diätassistenten (VDD) und der Ernährungs Umschau.

Mit seiner ruhigen und besonnenen Art hatte er die Ziele der Fachgesellschaft immer im Blick. Prof. Arens-Azevêdo sprach Helmut Oberritter im Namen des Wissenschaftlichen Präsidiums, des Verwaltungsrates und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DGE ihren Dank für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und den jahrzehntelangen Einsatz für die wissenschaftliche Fachgesellschaft aus.

Mrz 212019
 

56. DGE-Kongress in Gießen


In einer immer älter werdenden Gesellschaft gewinnen altersabhängige Erkrankungen zunehmend an Bedeutung. Mit welchen Strategien man ihnen begegnen und vorbeugen kann, diskutieren Ernährungswissenschaftler, Oecotrophologen und Wissenschaftler angrenzender Fachgebiete vom 19. bis 21. März 2019 auf dem 56. Wissenschaftlichen DGE-Kongress an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Hier blickt man auf eine lange Tradition der Ernährungswissenschaften zurück. Während es in den Zeiten von Liebigs Fleischextrakt und auch zur Zeit der Gründung des ersten Instituts für Ernährungswissenschaften vor rund 60 Jahren vor allem darum ging, Mangelkrankheiten vorzubeugen, stehen heute eher die Fehlernährung im Nahrungsüberfluss und ihre Folgen im Fokus. „In einer Gesellschaft, die dem demographischen Wandel unterworfen ist, rückt die Prävention altersbedingter Erkrankungen immer stärker in den Fokus der Wissenschaft. Hierbei kann die richtige Ernährung einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie altersbedingte Veränderungen positiv beeinflusst“, sagt Prof. Gunter Eckert, Institut für Ernährungswissenschaft (IfE), Universität Gießen. Gemeinsam mit Prof. Dr. Uwe Wenzel, ebenfalls IfE, hat er die wissenschaftliche Leitung des Kongresses inne.

Kongresseröffnung

Prof. Dr. Joybrato Mukherjee spricht Begrüßungsworte beim 56. Wissenschaftlichen Kongress der DGE. © DGE / Foto: Thomas Hauss

Über 600 Teilnehmer informieren sich an den 2 ½ Veranstaltungstagen über aktuelle Forschungsergebnisse u. a. zur Analytik und biologischen Wirkung verschiedener Lebensmittelinhaltsstoffe und Lebensmittel, zur Ernährung spezifischer Bevölkerungsgruppen, zur Ernährungsbildung, Gesundheitsförderung und zum Ernährungsverhalten sowie zu Herausforderungen in der Gemeinschaftsverpflegung. Insbesondere die Vortragsreihe „Ernährung und chronische Krankheiten“ sowie die Postersession „Chemoprävention“ vertiefen das Kongressthema. In den Minisymposien geht es beispielsweise um den Einfluss Sozialer Medien auf unsere Ernährung, die Vermeidung von Mangelernährung in der Gemeinschaftsverpflegung, die Chronobiologie der Nahrungsaufnahme und Mahlzeitenmuster mit Bezug zu metabolischen Erkrankungen sowie funktionelle Lebensmittel. Die drei Plenarvorträge greifen das Leitthema „Lebensjahre in Gesundheit – was leistet die Ernährung?“ am Beispiel von Alzheimer-Krankheit, Parkinson und Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf.

Energiestoffwechsel des Gehirns im Alter – Können Ketone das Fortschreiten von Alzheimer verlangsamen?

Prof. Dr. Stephen Cunnane, Universität Sherbrooke, Kanada, spricht über den Keton- und Hirnenergiestoffwechsel während des Alterns und Auswirkungen auf die Alzheimer-Krankheit. Ein chronisches Energiedefizit des Gehirns ist ein wichtiges Präsymptom dieser Krankheit, dem bei der Entwicklung von Medikamenten gegen Alzheimer und andere neurodegenerative Erkrankungen mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. Um das Energiedefizit des Gehirns zu überwinden, sind derzeit Ketone als Nahrungsergänzungsmittel das vielversprechendste Mittel, fasst Cunnane den aktuellen Forschungsstand zusammen.

Hypothese Hormesis – warum ist das für Biogerontologen ein Thema?

Inwieweit geringe Dosen schädlicher oder giftiger Substanzen positive Wirkungen auf Organismen haben können, betrachtet Prof. Dr. Vittorio Calabrese von der Universität Catania, Italien. Die Hormesis beinhaltet die Anpassungsfähigkeit, endogene und umweltbedingte Einwirkungen durch toxische Substanzen zu neutralisieren und damit das Überleben zu steigern. Lebensmittelinhaltsstoffe wie Polyphenole wirken ebenfalls über hormetische Prozesse auf den Körper ein. Anhand hormetischer Ansätze stellt Calabrese Perspektiven und Möglichkeiten zur Einflussnahme auf die Qualität des Alterungsprozesses und die Lebensdauer sowie die Behandlung der Parkinson-Krankheit und anderer neurodegenerativer Krankheiten wie Demenzen vor.

Wie lassen sich kardiovaskuläre Alterserkrankungen vorbeugen?

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in Deutschland und ihre Entstehung kann durch Faktoren wie Lebensstil einschließlich Ernährung beeinflusst werden. Einen kritischen Blick auf Ernährungsstrategien zur Prävention kardiovaskulärer Alterserkrankungen wirft daher Prof. Dr. Andreas Simm von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie weist darauf hin, dass eine ausgewogene Ernährung, wie sie beispielsweise in einer mediterranen Ernährungsweise umgesetzt wird, zur Prävention von kardiovaskulären Erkrankungen empfohlen werden kann. Studien zu Nahrungsergänzungsmitteln lassen hingegen momentan keinen Nutzen erkennen. Grundsätzlich können Ernährungsempfehlungen nur dann erfolgreich umgesetzt werden, wenn neben der „medizinischen“ auch die „soziale“ Bedeutung der Ernährung beachtet wird, betont Simm.

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Mrz 112019
 

Welche Methoden verhelfen zu dauerhafter Gewichtsabnahme?

(dge) Nach der Karnevalszeit hat das Abnehmen wieder Hochkonjunktur. Doch welche Methoden versprechen langfristigen Erfolg? Die DGE bewertete Diäten, Abnehmprogramme und Fastenmethoden[1] unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten. Das Ergebnis: Nur drei der neun bewerteten Diäten sind geeignet, um dauerhaft das Körpergewicht zu reduzieren. Zudem sind Diäten und Fasten auseinanderzuhalten. Denn im Gegensatz zur Diät soll Fasten Körper und Seele reinigen. Zum Abnehmen ist Fasten nur bedingt zu empfehlen. Es kann aber den Einstieg in eine gesundheitsfördernde Ernährung erleichtern.

Blitzdiäten wirken nicht auf Dauer

Diäten und Abnehmprogramme versprechen oft eine schnelle Gewichtsabnahme. Etwa 5 % der Deutschen gaben laut Nationaler Verzehrsstudie II an, gerade aus diesem Grund eine Diät zu machen. Wissenschaftliche Studien belegen allerdings: Diäten, bei denen der Körper schnell viel Gewicht verliert, wirken nicht dauerhaft. Das Körpergewicht steigt, sobald Abnehmwillige in alte Ernährungsgewohnheiten zurückfallen. Nach der Diät nehmen sie genauso schnell wieder zu, manchmal sogar mehr als sie abgenommen hatten, was auch als Jojo-Effekt bezeichnet wird. Wer abnehmen will, muss weniger Kalorien aufnehmen, als der Körper verbraucht. Die Kalorienzufuhr lässt sich leichter in den Griff bekommen, wenn die Energiedichte[2] der Nahrung gering ist. Der Grund: Von Lebensmitteln mit niedriger Energiedichte können größere Mengen gegessen werden. Da größere Portionen in der Regel besser sättigen, fallen das Abnehmen und das Halten des Gewichts leichter. Gemüse und Obst können die Energiedichte von Speisen besonders gut senken. Durch ihr großes Volumen und den meist hohen Ballaststoffgehalt sättigen sie schneller. Eine dauerhafte Gewichtsabnahme gelingt nur dem, der seine Ernährung sowie sein Verhalten langfristig ändert und täglich etwa 30-60 Minuten körperlich aktiv ist.

Gewicht verlieren und halten: Drei wirksame Methoden Continue reading »

Feb 072019
 
Die DGE hat die D-A-CH-Referenzwerte für die Zufuhr von Folat überprüft und aktualisiert. Dafür wurden aktuelle Zahlen des 13. DGE-Ernährungsberichts zur Versorgung der Bevölkerung herangezogen. Die empfohlene Zufuhr für Folat ist für alle Altersgruppen gleich geblieben.

Jugendlichen und Erwachsenen empfiehlt die DGE weiterhin eine Zufuhr von 300 µg Folat pro Tag. Schwangere und Stillende haben einen erhöhten Bedarf. Die empfohlene Zufuhr für Schwangere beträgt wie bisher 550 µg und für Stillende 450 µg Folat pro Tag.

Die Aussagen zur Supplementation von Folsäure für Frauen, die schwanger werden wollen oder könnten wurden im Kapitel Folat zusätzlich an die aktuellen Aussagen der Handlungsempfehlungen des Netzwerks „Gesund ins Leben“ angepasst. Diesen Frauen empfiehlt die DGE zusätzlich zu einer folatreichen Ernährung die Einnahme von 400 µg synthetischer Folsäure pro Tag oder äquivalente Dosen anderer Folate in Form eines Präparates, um Neuralrohrdefekten bei Embryos vorzubeugen. Diese zusätzliche Einnahme eines Folsäure- oder Folatpräparats sollte mindestens vier Wochen vor Beginn der Schwangerschaft beginnen und während des ersten Drittels der Schwangerschaft beibehalten werden.

 Folat ist ein wasserlösliches Vitamin, das an einer Reihe von Stoffwechselprozessen, u.a.  der Zellteilung und dem Wachstum beteiligt ist. Der Referenzwert für die Folatzufuhr kann über eine folatreiche Ernährung erreicht werden. Grünes Gemüse, insbesondere Blattgemüse wie Spinat und Salate liefern viel Folat. Tomaten, Hülsenfrüchte, Nüsse, Orangen, Sprossen, Weizenkeime und Vollkornprodukte sowie Kartoffeln, Leber und Eier sind ebenfalls reich an Folat.

Eine ausführlichere Darstellung der Risikogruppen bei der Überversorgung mit der synthetischen Form Folsäure wurde anhand der Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung ergänzt.

Die Gesellschaften für Ernährung in Deutschland (DGE), Österreich (ÖGE) und der Schweiz (SGE) geben gemeinsam die D-A-CH- Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr heraus.

Weitere Informationen zu Folat finden Sie im FAQ-Papier und in der Referenzwerttabelle.

Die wissenschaftliche Ausarbeitung zu den aktuellen Referenzwerten für Folat ist als 3. Ergänzungslieferung, Artikel-Nr. 120015 zum Preis von 3,70 EUR erhältlich. Die 2. Auflage, 4. aktualisierte Ausgabe 2018 des Ringordners „Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr“ kann unter der Artikel-Nr. 120012  kann für 35,00 EUR, jeweils zzgl. Versandkosten beim DGE-MedienService bestellt werden.

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Feb 042019
 

Das DGE-Projekt „IN FORM in der Gemeinschaftsverpflegung“ bietet ab sofort einen neuen Service: Im Rahmen der telefonischen Sprechzeiten beantwortet das Projekt-Team Fragen rund um die Gemeinschaftsverpflegung. Per    E-Mail bzw. Kontaktformular, das auf den Webseiten der jeweiligen IN FORM Lebenswelten hinterlegt ist, sind die Ansprechpartner weiterhin erreichbar. Nicht nur zur Verpflegung Angehöriger in Senioreneinrichtungen oder zur Umsetzung der DGE-Qualitätsstandards in Gemeinschaftseinrichtungen berät Sie das DGE-Projektteam mit den Schwerpunkten Kita-, Schul-, Betriebs-, Klinik- und Seniorenverpflegung kompetent. Auch bei der Auswahl des passenden Inhouse-Seminares zu Themen der Gemeinschaftsverpflegung steht Ihnen das erfahrene Team zur Seite.

Das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderte DGE-Projekt „IN FORM in der Gemeinschaftsverpflegung“ unterstützt Gemeinschaftseinrichtungen verschiedener Lebenswelten dabei, ihre Verpflegung zu optimieren. Basis hierfür sind die DGE-Qualitätsstandards, die konkrete Empfehlungen für ein ausgewogenes Mahlzeitenangebot geben. Zudem hält das DGE-Projekt fachspezifische Medien, Seminarangebote, Internetpräsenzen, Rezeptdatenbanken und Speisepläne für den Bereich Gemeinschaftsverpflegung bereit.

 

Bild:©Antonioguillem

Jan 252019
 

(dge) Die DGE hat gemeinsam mit den Ernährungsgesellschaften aus Österreich und der Schweiz den Referenzwert für die Vitamin-B12-Zufuhr[1] überarbeitet. Der abgeleitete Schätzwert für eine angemessene Zufuhr für Erwachsene liegt mit 4,0 µg pro Tag höher als die bisher empfohlene Zufuhr von 3,0 µg pro Tag. Bekannt ist Vitamin B12 vor allem als kritischer Nährstoff für Veganer. In ausreichenden Mengen kommt es nur in tierischen Lebensmitteln vor. Daher müssen Veganer dauerhaft ein Vitamin-B12-Präparat[2] einnehmen, um Defizite zu vermeiden. Aber auch Vegetarier nehmen teilweise zu wenig Vitamin B12 auf. Insbesondere bei erhöhtem Nährstoffbedarf, z. B. in Schwangerschaft und Stillzeit, sollten Vegetarier auf eine ausreichende Zufuhr von Vitamin B12 achten und ggf. ebenfalls Vitamin-B12-Supplemente einnehmen. Unabhängig von der Zufuhr können Magen-Darm-Erkrankungen wie anhaltende Gastritis, Morbus Crohn und einige Medikamente zu einem Vitamin-B12-Mangel führen. Auch die Entfernung von Teilen des Magens oder Darms kann die Aufnahme erschweren. Vor allem ältere Menschen haben ein erhöhtes Risiko für eine ungenügende Aufnahme des Vitamins aus der Nahrung.

Vitamin B12 ist lebensnotwendig und u. a. an der Zellteilung, der Blutbildung, der DNA-Synthese sowie am Abbau von Fettsäuren und Aminosäuren wie Homocystein beteiligt. Bei einem Mangel an Vitamin B12 kann es zu Blutarmut, neurologischen Störungen und psychischen Auffälligkeiten wie Ermüdungserscheinungen und depressiven Verstimmungen kommen.

Für eine ausreichende Vitamin-B12-Zufuhr empfiehlt die DGE, regelmäßig Milch und Milchprodukte, Eier, Fisch, Meeresfrüchte, Geflügel sowie mageres Fleisch zu verzehren. Eine bedarfsdeckende Vitamin-B12-Zufuhr nur mit pflanzlichen Lebensmitteln ist nicht möglich. Der Schätzwert lässt sich beispielsweise mit einem kleinen Glas Milch, einem Becher Jogurt, einem Ei und 60 g Camembert erreichen.