Sep 232022
 
Warum das Essen in der Schule Einfluss auf das Klima hat
Logo: Tage der Schulverpflegung

©BMEL

Mehr als neun Millionen Schüler*innen haben täglich die Möglichkeit eine warme Mittagsmahlzeit in der Schule zu essen. Auch Zwischenmahlzeiten werden vielfach angeboten. Damit ist die Schule einer der zentralen Orte für Prävention und Gesundheitsförderung bei Kindern und Jugendlichen. „Sie können durch das Essensangebot nicht nur anschaulich erfahren, was gesundheitsfördernd, wohlschmeckend und abwechslungsreich ist, sondern auch, welches Gewicht das Thema Nachhaltigkeit in der Schulverpflegung haben kann und sollte“, sagt Dr. Kiran Virmani, Geschäftsführerin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) anlässlich des Tages der Schulverpflegung am 23. September 2022. Er wurde im Jahr 2010 vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) initiiert. Zusammen mit den Vernetzungsstellen Schulverpflegung (VeSch) der Länder und ihren zahlreichen Aktionen begeht das BMEL begeht diesen Tag unter dem Motto „Vielfalt schmecken und entdecken“. Neben Genuss und Qualität stehen Gesundheit und Nachhaltigkeit als zentrale Themen im Mittelpunkt der Aktivitäten. Die DGE ist Projektträgerin dreier Vernetzungsstellen in Deutschland:

Zudem hat die wissenschaftliche Fachgesellschaft den „DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in Schulen“ im Auftrag des BMEL entwickelt. Er beschreibt auf der aktuellen wissenschaftlichen Datenlage die Kriterien für eine optimale, gesundheitsfördernde und nachhaltige Verpflegung. Nachhaltigkeit hat darin mit den vier Dimensionen Gesundheit, Soziales, Umwelt und Tierwohl eine tragende Rolle.

Gestaltet wird werden die Aktionen von den einzelnen Vernetzungsstellen Schulverpflegung in den Bundesländern, um Kinder und Jugendliche für Mensa, Snackbar und Co. zu begeistern und zur Mitgestaltung einzuladen. Aber auch auf die Leistungen und Herausforderungen von verantwortlichen Akteuren wird aufmerksam gemacht. Dazu zählen neben Schulträgern, -leitungen und Lehrkräften genauso Küchen- und Servicepersonal sowie Caterer und Eltern. Gleichzeitig sollen diese, genau wie die Schülerschaft, noch stärker sensibilisiert und ermutigt werden, sich für die Gesundheitsförderung und mehr Nachhaltigkeit des Speisenangebots einzusetzen. Je nach Bundesland feiern die Vernetzungsstellen von September bis November mit unterschiedlichen Formaten. Eine Übersicht gibt es beim Nationalem Qualitätszentrum für Ernährung in Kita und Schule (NQZ). Allen gemein ist, dass der „DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in Schulen“ im Mittelpunkt steht.

„Für Schüler*innen und Verpflegungsverantwortliche sollten Klimaschutz und Nachhaltigkeit ebenfalls Gründe sein, noch mehr Aufmerksamkeit auf das Essen in der Schule zu richten“, sagt Dr. Kiran Virmani. „Denn Klimaschutz bedeutet auch, mitzugestalten, was in der eigenen Schule auf den Tisch kommt. Ein weiteres Ziel – neben einer Erhöhung des Anteils pflanzlich basierter Mahlzeiten und Angebote im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung – ist die Verringerung der Essens- und Lebensmittelreste, erläutert die DGE-Geschäftsführerin. Jährlich bieten Deutschlands Schulen 600 Millionen Mittagsmahlzeiten an. Ein Viertel des produzierten Essens in der Schulverpflegung wird aber entsorgt. „Das ist problematisch und sollte aus ethischer, ökologischer sowie ökonomischer Sicht drastisch weniger werden“, fordert Dr. Kiran Virmani.

Norddeutsche Vernetzungsstellen bieten gemeinsame Online-Fachtagung an

Aus diesem Grund veranstalten zum Beispiel die norddeutschen Vernetzungsstellen Schulverpflegung Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg gemeinsam eine Online-Fachtagung am 29. September 2022. Unter dem Motto. „Lebensmittelwertschätzung in der Schulverpflegung – Weniger Rest, mehr Wert“ lernen die Teilnehmenden etwas über die Klimarelevanz der Ernährung, die Entstehung von Lebensmittelabfällen sowie deren Vermeidung. Auch erfolgreiche Beispiele aus der Praxis werden besprochen. Anmeldungen sind noch bis zum 23. September hier möglich.

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